Schrei vor Glück oder gib Facebook zurück

Die Sommerpause ist vorbei, „Zwei auf eins“ sendet wieder und zum heutigen Thema „Schrei“ wurde ich wieder ins radioeins-Studio eingeladen, um zu berichten, was gerade im Marketing der letzte Schrei ist:

Momentan ist es als Unternehmen schwer angesagt, sich öffentlich von Facebook abzuwenden: So illustre Kandidaten wie Tesla, Dr. Oetker (zum Teil) und selbst der altehrwürdige ORF haben dies in letzter Zeit getan. Was ist an dran an der Flucht aus dem ehemaligen Social Leit- nun Leidmedium?

1.Es war einmal eine Zielgruppe…

Facebook galt lange Zeit als die einzige und vor allen Dingen letzte Möglichkeit, Jugendliche und junge Menschen werblich zu erreichen. Die Generation Werbeverweigerer tummelte sich dort, hinterließ viele viele Daten und regte sich über ein paar bezahlte Posts in der Timeline kaum auf. Doch die Teens sind jetzt weg: Schwer genervt davon, dass die Eltern, Onkel, Tanten, Oma, Opa und die Lehrer nun auch bei Facebook sind, schwer genervt von viel zu viel Werbung und vor allen Dingen schwer genervt von der Facebook-Politik, verstärkt Unternehmensinhalte anzuzeigen, wandte sich die begehrte Zielgruppe ab. 2015 gaben sieben von zehn Jugendlichen an, regelmäßig auf Facebook zu sein, heute ist es nur noch jeder zweite. Auch hat sich der Umgang grundsätzlich geändert: Facebook wird weniger aktiv genutzt, sondern mehr passiv. Die Anzahl der privaten Postings geht zurück, ebenso die der Likes und Shares. Viele checken nur noch schnell, was gerade so passiert ist und switchen dann wieder weg.

Gewinner dieser Entwicklung: YouTube Snapchat und Instagram.

2. Der Algorithmus, wo man mitmuss…

…ist nun ein anderer. Denn Facebook zeigt seinen Usern, um sie zu halten und zurückzugewinnen, nun wieder mehr Posts von ihren Freunden und weniger von Unternehmen an. Das finden diese Anbieter nun weniger witzig. Gerade Medienunternehmen fühlen sich durch den Algorithmus benachteiligt, der bestimmt, welche Inhalte auf den News Feeds auftauchen. Zudem sinken die Interaktionen und Shares der Nutzer gerade bei Medieninhalten rapide um 30%, dafür sind die Kommentare ein Tummelplatz von Hatern. Der ORF will sich das nicht mehr antun und seine Facebook-Präsenz um 80% reduzieren. So will man im ORF-TV und -Radio auf jegliche Nennung und Werbung für den ORF-Auftritt auf Facebook verzichten und stattdessen auf das eigene Onlineangebot verweisen.

3. Skandale, Skandale, Skandale

Nachdem bekannt geworden war, dass die britische Firma Cambridge Analytica die privaten Daten von über 50 Millionen Facebookern missbraucht hatte, war das wohl der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte. Der Hashtag  #deletefacebook wurde zum Trend-Topic bei Twitter, der Whatsapp-Gründer Brian Acton verkündete beispielsweise öffentlich, seinen Account bei Facebook zu löschen.

Dr Oetker sprang auf diesen Zug auf, und ließ seine Twitter-Follower darüber abstimmen, ob sie ihren Auftritt (für die Pizza-Angebote) löschen sollten.

Die erforderlichen 1.000 Retweets waren schnell erreicht und tatsächlich: Dr. Oetker löschte seinen Auftritt am 21. März und postete den Beweis auf Twitter. Doch schon am 22. März hieß es:

und bei Facebook: „Facebook löschen kann jeder. Am 01.04. zeigen wir euch wahre Größe.“ Glaubwürdigkeit? Egal.

Auch Mozilla, der Lautsprecherhersteller Sonos und viele andere Unternehmen kündigten an, ihren Facebookauftritt zu löschen (oder ruhen zu lassen), bis Facebook seinen Datenschutz verbessern würde.

4. Mach kaputt, was du kaputt gemacht hast.

Der Sonderpreis für Facebooklöschung geht an Elon Musk, der ohnehin ein schwieriges Verhältnis zu Facebook hat: 2016 zerstörte die Explosion seiner SpaceX-Rakete einen teuren Facebook-Satelliten. Musk wusste angeblich gar nicht, dass seine Firma einen Facebook-Auftritt hat. Und so versprach er bei Twitter, diesen zu löschen und den von Tesla gleich mit, denn der sehe sowieso langweilig aus.

Tatsächlich waren beide dann nicht mehr erreichbar – vorübergehend, denn mittlerweile sind sie es wieder.

Also: viel Wind um nichts. Allein in Deutschland hat Facebook noch über 31 Millionen Facebook-Nutzer, auch wenn diese vielleicht weniger aktiv sind als zuvor. Doch kein Unternehmen hat Zeit und Geld in den Aufbau von Social Media Kanälen und Communities investiert, um diese leichtfertig zu verlassen. Aber lautstark darüber zu spekulieren, macht immer Sinn…. honi soit qui mal y pense.

 

 

Selberreisen war gestern: der Remote Control Tourist

Herrliche Zeiten kommen auf uns zu, denn wir müssen ja gar nichts mehr selber machen: Wir shoppen online und ersparen uns das Gedrängel mit quietschenden Teenies in den Geschäften, wir pappen uns Elektroden an den Körper, die für uns die Muskeln bewegen, und selber kochen müssen wir ja schon lange nicht mehr. Nur dieses doofe Reisen mit all seinen Unannehmlichkeiten (Wartezeiten, andere Menschen, Jet Lag, andere Menschen, fremde Sprachen und Speisen, andere Menschen….) konnte man bislang nicht abwälzen.

Doch dank der australischen Tourism Victoria brauche ich nun zumindest nicht mehr nach Melbourne zu fahren, denn ich kann jetzt meinen RCT (Remote Control Tourist) via Twitter und Facebook durch die Stadt steuern:

4 gecastete Touristen erkundeten vom 9. – 13. Oktober die Metropole, gelenkt von den Social Media Usern, ausgestattet mit Helmkamera, Google Maps Karte und GPS-Empfängern. Und viele viele Australienfans nutzen dieses Angebot, das man sich auf youtube anschauen kann. Hier nur als Vorgeschmack die Zusammenfassung des ersten Tages:

Toll, oder? Füße hoch, Bierchen auf und schon ist man mittendrin und live dabei. Was man da allein an Geld sparen kann…. ich bin begeistert! Ach…. wie…. ?  Das Motto lautet „Go before you go“? Ich soll den Spaß mitmachen, um dann auch – angefixt von den tollen Bildern – die nächste Reise nach Melbourne gleich buchen? Alles nur eine innovative Social Media Tourismus Werbung, die zeigt, wie man diese modernen Tools effektiv in seine Kommunikation einbinden kann?

Zu früh gefreut, ich muss wohl auch weiterhin selbst verreisen…

 

 

Facedeals: Gute Angebote nur noch für die Schönen?

Gesichtserkennung – der heiße Scheiß von morgen – wobei „morgen“ wirklich morgen bzw. ganz doll nah in der Zukunft meint. Denn mit „Facedeals“ können wir endlich mit dem Gesicht bezahlen… naja noch nicht ganz, aber fast. Seht selbst:

So, liebe Leute, dann räumt mal schön eure Bilder bei Facebook auf, denn ich sehe es schon kommen, dass der eine oder andere Laden uns nur noch reinlässt, wenn wir gut genug aussehen – keine Chance für Hackfressen. Oder Glatzen… Oder Hipster mit Schnauzbart…obwohl, das wäre doch mal was!

Selbst wenn das Ganze nur ein Fake sein sollte, was ich nicht wirklich annehme, so zeigt es doch sehr anschaulich auf, wohin die Reise gehen wird: Wir geben genug von uns preis, so dass personalisierte Angebote in Echtzeit schon heute möglich sind – und warum nicht mit unserem Gesicht einchecken?

Jeden, den es jetzt gruselt und der einen Aufschrei kaum zu unterdrücken vermag, dem sei gesagt, dass wir Älteren – wie immer – sowieso keine bedeutende Rolle mehr in den Überlegungen der Marketeers spielen. Es ist die heutige Jugend, die es in Kürze einfach erwarten wird, dass die Geschäfte mit Facedeals ausgestattet sein werden. Menschen wie Annie zum Beispiel:

So wachsen die kleinen Racker heutzutage auf… wer über 40 wäre heute dazu in der Lage, auch nur annähernd so mühelos und selbstsicher die diversen Programme zu bedienen? Meine Sozialisation sah noch so aus, dass wir im Informatik-Unterricht Lochkarten (!!!) hergestellt haben… oder elektronische Würfel… während im Schulkeller die Zuse vor sich hinratterte (P. Wanke forever!)…

Zurück zum Marketing: Die meisten Unternehmen verpennen ja hier in Deutschland noch die wachsende Bedeutung von Location-based-Marketing – wer bei Facedeals jedoch nicht rechtzeitig agiert, läuft Gefahr, die junge Klientel zu verlieren. Nicht wir machen die Märkte, die Märkte machen uns….

Endlich: Anschwärzen 3.0

Unsere schönen neuen Medien der 3.0-Welt kann man nicht nur für’s Stalken einsetzen, sondern sie eignen sich auch hervorragend zum Anschwärzen unverschämter Flegel und rüpelhafter Rüpel. Wer hat sich beispielsweise noch nicht über diese Falschparker geärgert, die Geh- und Radwege zuparken? Und viel mehr noch über unsere Ordnungskräfte, die so etwas beflissentlich übersehen? In Russland gibt es jetzt eine ganz einfache Lösung für dieses Problem:

 

Da freut sich der kleine Hobby-Blockwart und auch die goldene Hausnummer könnte demnächst für parkrowdy-befreite Strassenzüge wieder eingeführt werden. Ich ahnte bisher ja gar nicht, wieviel Macht ich mit meinem Smartphone in den Händen halte…. 🙂

Wenn der Makler auf den Facebook-Account zugreifen darf…

…dann entstehen auch im Immobilienbereich Angebote, die natürlich nur „persönlich auf Sie zugeschnitten“ sind.

Die schöne neue Web 2.0-Welt kann manchmal auch ziemlich spooky sein, zum Beispiel wenn sie in die Hände der Falschen gerät. Kennen wir ja: Neurolinguistische Programmierung per se ist ja nicht doof, als dann aber die ganzen Autoverkäufer und Bankangestellten darin geschult wurden, hat es sein Image doch ganz stark verloren. Und spätestens seit jeder Bäckereifachverkäufer der Meinung ist, mich erst „pacen“ zu müssen, bevor er mir mein Brötchen verkaufen kann, geht ganz doll ‚was schief….

Nun also die Makler, Wohnungs- und Hausverkäufer. Die haben sich gefragt, wie man die Floskel „taylor-made“ wirklich in die Tat umsetzen kann – und entdeckten Facebook:

„The Social Home“ – wohnen war ja vorher auch eher so eine wenig soziale Angelegenheit…

Was bedeutet das nun für die (recht nahe und gar nicht mehr so ferne) Zukunft? Auch der Autohändler und der Bankberater werden uns fb-gerecht ansprechen (ich erinnere nur an die Idee der Schufa). Und der Bäcker ordnet die Sesamkörner auf dem Brötchen in Form meines Profilfotos an… ihr werdet es noch erleben…

Orwell lässt grüßen – your Social Network is watching your fress-attacks!

Essen ist bekanntlich der Sex das Alters – und exzessives Genießen bringt dann leider doch auch unangenehme Folgen mit sich (zum Beispiel bei täglicher Nutzung des Pizza-Ruf-Magneten…). Nun gibt es endlose Abnehmprogramme, um die Strandfigur noch rechtzeitig zum Sommer 2013 zu erreichen – jedoch kämpfen alle mit dem gleichen Problem: Wie können die gefürchteten nächtlichen Fress-Attacken vermieden werden?

Da die Selbstkontrolle nicht funktioniert, müssen eben die Facebook-Freunde dafür herhalten – und das geht dann so:

Na das ist doch mal toll! Und es gibt unendliche Einsatzmöglichkeiten… man prokrastiniert schon wieder und daddelt lieber Farmville? Zack – schon melden sich die lieben Kollegen und ermahnen einen sanft zur Weiterarbeit! Man flirtet am Wochenende fremd? Rrring – die Schwägerin erinnert einen sofort an das Ehe-Gelübde… Und das sind nur die harmlosen Dinge, die mir spontan einfallen… 🙂 Wenn George Orwell selig das noch erlebt hätte…

Sex sells? Von wegen…

Begleitend zu meinem Interview (nachzuhören hier) bei „2aufeins“ auf „radioeins“ möchte ich heute hier wieder das Thema ein wenig bebildern.

„Sex sells“? Nun, zumindest gehören Sex und Werbung sehr eng zusammen. Schon früh erkannten die Hersteller, dass mit der richtigen Prise Freizügigkeit zumindest die Aufmerksamkeit der (meist männlichen) Konsumenten gewonnen werden kann – was Ende des 19. Jahrhunderts auch mit mehr Absatz einherging. So verkaufte Pearl Tobacco schon 1871 seine Zigaretten in einer (für damaligen Verhältnisse) sexy Verpackung:

1885 zog W.Duke & Sons nach und fügte seinen Zigaretten-Verpackungen Sammelbilder mit erotischen Fotographien von Starlets bei – was sich durchaus großer Beliebtheit erfreute:

Und diese Anzeige für Seife warb mit dezent homoerotischen Untertönen:

Heute sieht das dann so aus:

Sex in der Werbung ist allgegenwärtig – aber wirkt, verkauft er auch? Nein, sagt die MediaAnalyzer Studie: Nackte Haut zieht zwar unsere Aufmerksamkeit auf das Plakat oder die Anzeige, aber dort bleibt sie dann auch. Der Absender wird kaum noch wahrgenommen. Bei dem mit Eye-Tracking durchgeführten Verfahren kam heraus, dass Männer sich zwar das Model ganz genau angucken, aber das Logo des Absenders nicht.

Frauen versuchen, den Blick auf die nackte Haut zu vermeiden. In beiden Fällen ist also nichts gewonnen – außer Aufmerksamkeit. Aber ob das reicht? Manche Dinge möchte man aber auch wirklich nicht sehen…

Sex in der Werbung muss dabei nicht immer mit der großen Nacktkeule kommen, es gibt auch Beispiele, in denen subtiler mit Erotik gespielt wird *räusper*:

Oder wie bei der legendären Calvin Klein-Kampagne, bei der uns die damals 15jährige Brooke Shields mitteilte, dass nichts zwischen ihr und ihrer CK-Jeans passe…

Heutzutage sind wir medial jedoch total oversexed. Nackte Haut? *gähn* Oben ohne? *alterhut* Alles wurde schon gezeigt, alles wurde schon gesehen – kein Wunder, dass auch die Werbung „härter“ wurde und mit „porn chic“ (wie man auch das lustig machen kann, ist hier nachzulesen) nachlegte:

Nun ja… für manche Branchen (Mode, Beauty usw) ist es nach wie vor wichtig, uns mit diesen Bildern klarzumachen, dass wir sexy und begehrenswert werden – aber ausschließlich mit ihren Produkten natürlich.

Sex wirkt jedoch am allerbesten, wenn er Spaß macht (ist ja wie im richtigen Leben) und daher sind Kampagnen, die Sex augenzwinkernd einsetzen, wesentlich erfolgreicher:

Oder was meint ihr?

Mehr sexy, lustige und ungewöhnliche Spots gibt es übrigens täglich auf Facebook in der „makketing“-Gruppe!

Wer immer schon mal auf Fred werben wollte…

Das Schöne an dem ganzen Social Media Gedöns ist ja, dass auch dumme Ideen immer wieder neu aufgekocht werden können. Schon 2005 verkaufte Keri Smith ihre Stirn als Werbefläche und ließ sich damals dann den Schriftzug des Meistbietenden tätowieren:

… für sage und schreibe 10.000 Dollar.

Wer jetzt denkt: „Das ist mal eine tolle Idee, ich will auch jemanden mit meiner Werbung tätowieren!“, dem kann geholfen werden, den Fred versteigert seinen Arm (wie langweilig – im Vergleich zu einer Stirn…) – seht selbst:

Nun ja wir sind 2012, da ist es dann nur noch ein QR-Code, aber besser als gar nichts… 🙂

Apropos Social Media: Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass wir (Blogger, Facebooker, Twitterer…) vollkommen vereinsamen und nur noch vor’m Schirm hängen und uns die Finger wund tippen. Social Media addiction hurts…. Doch auch da naht endlich Hilfe:

In diesem Sinne: Raus in die Sonne!

Wenn die Marlons alt werden: Future Hipsters 2062

Es ist nun gerade einmal 11 Jahre her, dass Boris Becker uns mit großen Augen anguckte und fragte: „Bin ich schon drin?“. Das waren die Zeiten, wo wir noch vor einem Rechner saßen, der mit einem Kabel und über ein Modem (56k) mit dem Netz verbunden waren. Wir hörten die Datenautobahn rauschen und der Aufbau von Internetseiten dauerte lange….lange…lange…

Unter diesem Aspekt traut man sich ja gar nicht darüber nachzudenken, wie wir in 10 Jahren mit dem Netz umgehen werden. Folgender kleiner Spot geht noch einen Schritt weiter und zeigt uns die Hipster von heute in 50 Jahren, 2062:

Die Future Hipster werben augenzwinkernd für die „Social Media Week„, die sich natürlich auch mit diesen Themen beschäftigt. Ich finde die Frage neben dem spaßigen Faktor allerdings auch sehr spannend, denn wenn wir betrachten, wie sehr sich das gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und politische Leben in den letzten 10 Jahren durch das Internet verändert hat, dann müssen wir uns ebenso fragen, wie unser Leben in 10, 20 oder 50 Jahren aussehen wird. Auch, wie wir, die „Best Agers“ von morgen, mit Twitter, Facebook & Co älter werden…

Eine Gewissheit bleibt – Gott sei Dank: Alles wird anders. 🙂

Wie ich mein Social Media organisiere

‚Sehr häufig werde ich gefragt: „Wo nimmst du nur all die Zeit her, die du aktiv  online in deinen Netzwerken verbringst?“, meist in Verbindung mit einem leicht fassungslosen Kopfschütteln…

So aufwändig ist das gar nicht und daher möchte ich in diesem Post einmal meinen ganz persönlichen Umgang mit Facebook und Co darlegen – gerne zur Nachahmung empfohlen! Für die meisten hier genannten Programme gibt es auch gute Alternativen, aber wie gesagt: So organisiere ich mich….

Um mich mit den Informationen zu versorgen, die für mich relevant sind, habe ich mir eine netvibes-Seite eingerichtet. Dies ist ein kostenloser RSS-Feed-Reader, der es mir erlaubt, alle für mich wichtigen Blogs auf einen Blick zu verfolgen und schnell spannende News herauszufiltern. Die netvibes-Site ist öffentlich, jeder Aussenstehende kann sich ebenso wie ich durch die Blogs durchklicken. Zusätzlich kann ich interessante Fundstücke, Videos und Links dort posten.

Alles, was mir so unterkommt, Bilder, Videos, Links, Zitate – on- wie offline – sammle ich auf meinem tumblr-Account. Tumblr bietet, wiederum kostenlos, eine Art „digitales Sammelsurium-Tagebuch“ – das Hinzufügen von Material funktioniert ganz einfach per Mausklick. Mir geht so nichts mehr verloren und ich kann dann später aus dem gesammelten „Zeugs“ meine „richtigen“ Einträge basteln. Auch meine tumblr-Seite ist öffentlich, jeder kann an meinen Fundstücken teilhaben, sie weiterleiten, kommentieren usw. Gleichzeitig ist mein Account so eingestellt, dass jeder Eintrag automatisch in meinem Twitter- und meinem Facebook-Account gepostet wird.

Twitter (@makketing) dient mir ebenfalls dazu, interessante Informationen zu entdecken, die mir sonst verborgen geblieben wären. Ich folge dort Marketing-Autoren und -Fachleuten, deren getwitterte Links mir wertvolle Quellen aufzeigen 🙂

Facebook dient der Kommunikation mit Freunden – doch nicht nur: In meiner Gruppe „makketing“ poste ich – und die anderen Mitglieder – Clips, Spots, Blogeinträge und vieles mehr in Sachen „gutes/schlechtes Marketing“. Es wird kommentiert, diskutiert, geteilt; nicht nur unter Freunden, sondern mit allen, die sich für diese Themen interessieren und an den Gesprächen teilnehmen wollen – ein kleiner makketing-tribe also 😉

Zu guter Letzt gibt es noch diesen Blog: Die Postings hier sind etwas länger und in der Regel auch bearbeitet, d.h. ausformuliert. Ziel ist es, einmal wöchentlich hier etwas kluges – oder zumindest unterhaltsames zu schreiben – und selbstverständlich wird jeder Blogeintrag auch wieder über Twitter, tumblr und Facebook kommuniziert – automatisch!

Social Media bietet mir also in erster Linie Werkzeuge, einen Teil meiner Arbeit und einen großen Teil meiner Kommunikation besser zu organisieren, als es mir zuvor möglich war. Dank meines Netbooks bin ich schnell, immer und überall online – wenn ich es sein will! Ich konsumiere nicht nur wesentlich leichter Inhalte, ich kann diese auch teilen, diskutieren und neue Inhalte produzieren. Das muss beileibe nicht jeder tun – bei mir gehört es aber zu meinem Job dazu (und jaaaa, es ist auch meine Leidenschaft, zu kommunizieren).

Zurück zum Ausgangspunkt: Wieviel Zeit kostet mich das nun täglich? Zwischen 60 – 90 Minuten verbringe ich damit, Informationen zu sichten, zu sammeln, aufzubereiten und zu teilen. Und ich lese trotzdem noch meine Zeitungen… 🙂 Ich nutze dazu bislang „tote“ Zeit zwischendurch (Wartezeiten, Leerläufe etc.) und es geht zu Lasten meines Fernsehkonsums – aber lieber bin ich online aktiv als mich vor der Kiste liegend nur berieseln zu lassen 🙂

Anregungen und eigene Erfahrungsberichte sind hier herzlich willkommen!