Alles riesig und mit Perwoll gewaschen

Höre ich das Thema „Riesen“ denke ich ja altersbedingt sofort an: „Wie werden wie Riesen sein, uns wird die Welt zu klein“ (der passende Song/Interpret kann gerne von euch in den Kommentaren gepostet werden), die Herren von „2aufeins“ hatten aber was ganz anderes im Hinterkopf, als sie mich ins radioeins-Studio riefen: die Waschmittel-Werbung unserer Kindheit mit der Riesenwaschkraft!

Der weiße Riese von Henkel wurde 1966 geboren und sieht heute immer noch sehr frisch aus, wie man oben sehen kann. Von Anfang an spielte die „Riiiiiiesen-Waschkraft“ eine große Rolle – und die später dann schier endlose Wäscheleine:

Meterlange Wäscheleinen mit duftig-sauberen Kleidchen und weißer als weißen Hemden ließen Hausfrauenherzen höher schlagen:

Doch „riesig“ muss heute eher klein sein: Die Waschmitteltrommel hat ausgedient, heute werden in erster Linie Konzentrate bzw. Tabs gekauft. Wir verpulvern dadurch nur noch knapp 5 kg Waschmittel pro Kopf und Jahr im Vergleich zu 11 kg Ende der Achtziger.

Also alles bestens? Mitnichten. Noch immer kommen in konventionellen Waschmitteln genauso viel Chemikalien zum Einsatz wie zu Zeiten von Klementines Zehn-Kilo-Trommel. Denn bei den Konzentraten fallen nur die Füllstoffe weg, die Menge der Tenside ist fast immer noch genauso hoch wie bei den alten Vollwaschmitteln. Und: Viele Konsumenten dosieren nach Gefühl, so wird oftmals ein Fünftel mehr von dem Konzentrat in die Waschmaschine geschüttet als eigentlich nötig wäre.

Klementine, eine weitere Werbefigur unserer Jugend,sprang schon in den 90ern auf diesen Zug auf:

Die Kritik an den Waschmitteln ist groß: Sie enthalten Palmöl, die verwendeten Enzyme wie Protease und Lipase sind oftmals gentechnisch veränderte Substanzen und auch hinter der Bezeichnung „Duftstoffe“ verstecken sich häufig polyzyklische Moschusverbindungen. Diese künstlichen Parfümstoffe sind schwer abbaubar und gelangen über die Nahrungskette in das menschliche Fettgewebe, wo sie sich anreichern können. Genauso sind sie für allergische Reaktionen auf der Haut oder bei den Atemwegen verantwortlich zu machen.

Früher war alles einfacher – zumindest in der Werbung. Wer erinnert sich nicht an „Ist der neu? Nein, mit Perwoll gewaschen!“:

Ich habe mich immer gefragt, warum diese Werbefiguren stets und in jeder Lebenssituation eine Packung Perwoll zur Hand haben – und die auch ohne weiteres verschenken….

Ein weiteres Mysterium meiner Jugend war Tilly:

Wer badet schon seine Hände in Spülmittel? Das war damals gar nicht so ungewöhnlich, denn bei normalen Maniküren wurde die Haut in einer Saufenlauge aufgeweicht, um die Nagelhaut danach besser zurückschieben zu können. Die Kundin tunkt also ihre Finger nicht aus Versehen, sondern vorsätzlich in die Seifenlauge und erfährt dann das Geheimnis – die Seifenlauge ist mit Palmolive angesetzt. Denn Palmolive ist so sanft zur Haut dass Tilly es im Nagelstudio zur schonenden Behandlung der Nägel einsetzen kann:

Hab ich als Kind natürlich nicht gewußt….

Und als Mann bin ich ohnehin nicht im Visier der Haushaltsreiniger-Werbeindustrie. Obwohl sich in Deutschland konstant um die 11 Millionen Männer als Hausmänner bezeichnen, finden diese in der Werbung so gut wie nie statt. Und wenn, dann nur als Helfer aus Verlegenheit:

oder als coole Socke:

Italien, du hast es besser! Da gibt es die „uomini casalinghi„, die sich mit Stolz sogleich organisiert haben und vom „il piacere di occuparsi della dimensione domestica“ schwärmen, dem Vergnügen, sich der Hausarbeit zu widmen.

Bei uns ist der neue Mann im Idealfall der neue Vater, aber scheinbar ist nach dem Windelwechseln auch schon Schluss:

makketing auf die Ohren – re-heard 3

Moooordoooooor….! Noch befinden wir uns im Jahr 2011, doch auch damals haben uns schon jede Menge spannender Themen bei 2auf1 beschäftigt.

So unterhielten wir uns im September über Herrn Dyson und seine beutellosen Staubsauger:

Gefolgt im November von der tragischen Geschichte des Charles Goodyear und seiner bahnbrechenden Erfindung:

2012 begannen wir dann mit einem dreifachen „Hard! Rock! Hallelujah!“* und sprachen über die Geschichte der Hard Rock Cafes:

Viel Spaß beim Nachhören!

*Wer sich als Spätgeborener daran nicht mehr erinnern kann, dem sei hier das Werk noch einmal in seiner ganzen Pracht präsentiert:

 

 

 

 

 

 

 

makketing auf die Ohren – re-heard 2

Und wieder begeben wir uns auf die Erinnerungsstraße und entdecken längst vergessene Perlen meiner radioeins-Interviews wieder….

Im März 2011 sprachen wir über Nagellack – und seine Verbindung zu Autolacken:

„Jägermeister“ war dann unser Thema für ein feucht-fröhliches Gespräch im April (hier mit meinem absoluten Lieblingsbild…)

Und nach einer kleinen Sommerpause drehte sich dann im August 2011 alles um Design von der Stange:

Viel Spaß beim Nachhören – to be continued!

 

Man niest nicht in geliehene Bücher – dafür gibt es Tempo-Taschentücher!

…lautete ein Werbespruch der 50er Jahre für ein Produkt, das nahezu eine 100%ige Markenbekanntheit hat und dessen Name stellvertretend für eine ganze Gattung verwendet wird: das Tempo-Taschentuch. Im Zuge dieser vergrippten Zeiten ward ich just zu diesem Thema bei radioeins ins Zweiaufeins-Studio geladen:

Stofftaschentücher kannten schon die alten Römer, allerdings benutzten sie diese nicht, um sich die Nase zu putzen, sondern um sich den Schweiß abzuwischen. Und auch unsere Servietten sind eigentlich nichts anderes als Stofftaschentücher. Lange waren diese Taschentücher als Ziertücher vor allen Dingen dem Adel vorbehalten, auch wenn dieser sich ebenfalls damit nicht unbedingt schneuzte, sondern sie eher zu repräsentativen Zwecken trug.

Mit dem Aufkommen und der Mode des Schnupftabaks kamen Nase und Tuch zusammen und schnell verlor sich der Status des Luxusgegenstandes: Das Taschentuch wurde gebräuchlich und da im 18. Jahrhundert die Herstellung von Stoff immer günstiger wurde, verkam es zum Alltagsgegenstand.

1929 meldete Oskar Rosenfelder das Papiertaschentuch unter dem Namen „Tempo“ als Warenzeichen in Deutschland an, fünf Jahre nachdem die Firma Kimberly-Clark das Papiertaschentuch sich unter dem Namen „Kleenex“ in den Vereinigten Staaten schützen ließ. Zunächst einmal ist ein „Tempo“ nichts anderes als ein sehr dünnes Blatt Zellstoffpapier, das mit einer Schicht Glycerin überzogen wurde, damit es sich weicher anfühlt. Der Name „Tempo“ war ein Zeichen der Zeit, denn in den Zwanzigern wurde alles immer schneller – und auch das Papiertaschentuch versprach Zeitersparnis, denn das aufwändige Waschen der Stofftaschentücher in Waschzubern entfiel nun – das Wegwarfprodukt war geboren.

Natürlich galt das Papiertaschentuch als wesentlich hygienischer als das Stofftaschentuch, doch bestreiten Mediziner dies mittlerweile. Zwar sei jedes Taschentuch, das nur einmal verwendet werde, prinzipiell hygienischer als ein wiederholt verwendetes Tuch, aber einmal benutzte und dann gekochte Stofftücher schützen genauso vor Viren und Bakterien.

35 Millionen Päckchen wurden bereits 1933 jährlich produziert und verkauft, heute sind es über 20 Milliarden Taschentüchen, die in der so genannten „Z-Faltung“ angeboten werden, damit sie auch mit einer Hand schnell und einfach entfaltet werden können. Jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt mehr als 55 Päckchen Papiertaschentücher pro Jahr.

Unter dem Druck der Nazis emigrierte Oskar Rosenfelder – und bekam sein Werk  auch nach dem Kriegsende nicht mehr zurück. 1935 übernahm Gustav Schickedanz, Nationalsozialist und späterer Gründer des Kaufhauses Quelle, für wenig Geld die Fabriken und die Rechte an der Marke Tempo. Nach dem 2. Weltkrieg etablierte sich „Tempo“ in den Herzen und an den Nasen der deutschen Bevölkerung, schnell wurde die Milliarde-Marke geknackt.

Legendär sind nicht nur viele Spots, sondern auch die Werbesprüche von „Tempo“:

Auf Schnupfen-Nächten liegt ein Fluch!

Da hilft das Tempo-Taschentuch.

oder 

Die Liebe kann in Schnupfenfällen

am feuchten Taschentuch zerschellen,

er sollte drum zum Naseputzen

ein Tempo-Taschentuch benutzen!

1994 übernahm dann der US-Multi Procter & Gamble das Unternehmen, der es dann 2007 an die schwedische SCA verkaufte, einen der Hauptkonkurrenten von Tempo, sie stellen nämlich „Zewa“ und vor allen Dingen die „Softies“ her. Nach der Übernahme von „Tempo“ mussten sie diese für den deutschsprachigen Raum jedoch abtreten (an das italienische Unternehmen „Sofidel“, deren Marke „Regina“ manchem ein Begriff ist), außerhalb von Deutschland und Österreich hält die SCA jedoch noch eine Lizenz für den Vertrieb von „Softies“.

Das wahre Geheimnis der Tempo-Taschentücher enthüllt jedoch dieser Clip:

Die Zuckerpuppe mit der Tütensuppe

„Tüte“ lautet das Sujet der heutigen Zwei auf eins-Sendung bei radioeins.So ein Thema kommt mir ja normalerweise gar nicht in die Tüte (haha), aber was es denn nun mit der Tütensuppe auf sich hat, das fand ich wiederum spannend genug, um doch nach Babelsberg zu fahren:

Wenn wir über Tütensuppe reden wollen, dann kommen wir an drei Namen nicht vorbei: Justus Liebig, Julius Maggi und die Gebrüder Knorr.

Der Chemiker Justus Liebig entwickelte 1852 ein „Fleischinfusum“, um Menschen mit schweren Magen und Darmerkrankungen vor dem Tod zu retten. Er fertigte daraus dann das bekannte „Liebigs Fleischextrakt“, das jedoch nur wenig und zunächst auch nur über Apotheken verkauft wurde. Erst als der deutsche Ingenieur Georg Christian Giebert 1862 von Liebig die Lizenz zur Großproduktion in Uruguay bekam, wurde der Fleischetrakt in großen Mengen produziert und weltweit verkauft.  Als Nahrungsmittel für die arme Bevölkerung war es zu teuer, es setzte sich aber als Würze für Suppen und andere Speisen durch, auch dank der Sammelbilder (die natürlich stets den Zeitgeist wiedergaben):

Letzendlich ist der Extrakt lediglich das Ergebnis vom Vorgang des Auskochens. Man reduziert die Fleisch- und Knochensuppe so lange, bis ein eigentlich ungenießbarer Bodensatz übrig bleibt, bestehend aus Eiweiß, Fett und Würze. Kocht man diesen wieder mit Wasser auf, entsteht eine Suppe. Liebig kochte den Fleischextrakt zusammen mit Gemüse, würzte ihn, vermischte ihn mit Fett und presste ihn in Form. Fertig war der Brühwürfel.

Die Gebrüder Knorr übernahmen von ihrem Vater eine Fabrik, die bereits auf die Produktion von Mehlen und Dörrobst spezialisiert war. 1889 übernahmen sie die Produktion der „Erbswurst“, die schon im deutsch-französischen Krieg an die Soldaten als eiserne Ration verteilt wurde. Diese bestand ursprünglich aus Erbsenmehl, Rinderfett, entfettetem Speck, Speisesalz, Zwiebeln und Gewürzen. Heute liest sich die Zutatenliste ein wenig anders: Erbsmehl, geräucherter Speck, Palmöl, Speisesalz, geräucherte Hefe, Rauch- und andere Aromen sowie vor allem Geschmacksverstärker: Mononatriumglutamat, Dinatriuminosinat, Dinatriumguanylat und Hefeextrakt.

Für Knorr warb selbst ein Kaiser, wenngleich als junger Mann….

Der Schweizer Julius Maggi wollte weniger die Soldaten ernähren, sondern war vielmehr um das Wohl der Arbeiterinnen und Arbeiter in den zahlreichen Fabriken besorgt. Diese ernährten sich meist schlecht, denn die knappe Zeit zum Kochen und minderwertige Produkte führten zu wenig nahrhaften Essen. Vitamine und Ballaststoffe fehlten, so dass die Folge Mangelkrankheiten und eine erhöhten Sterblichkeit war. Maggi erfand 1884 ein Mehl aus Hülsenfrüchten, den so genannten Leguminosen und kurze Zeit später gab es auf dieser Basis auch die ersten Fertigsuppen, 1886 dann auch als erste Trockensuppe. Aufreissen, anrühren, aufkochen – fertig war die Suppe!

Nun schienen diese Suppen doch ein wenig fad zu schmecken, denn schon kurze Zeit später erfand Julius Maggi auch die Maggi-Würze, die hauptsächlich aus Sojabohnen und Weizen bestand. Sie wurde zum Konkurrenten von dem Fleischextrakt, den Justus von Liebig schon 1840 zusammengerührt hatte und der inzwischen weltweit verkauft wurde.

Julius Maggi erkannte ebenso schon früh die Bedeutung von Werbung. Er gründete ein „Reclame- und Pressebureau“ und machte sowohl seinen Namen als auch das rot-gelbe Logo und insbesondere die Flasche zur unverwechselbaren Marke.

Ihre charakteristische Form mit dem dicken Bauch, dem langen Hals und dem kleinen Dosierkopf soll Julius Maggi selbst entworfen haben, diese soll an ein Ausrufezeichen erinnern. Mit wenig Aufwand lässt sich so ein Ausrufezeichen in der Küche setzen!

Der später dann berühmt gewordene Autor Frank Wedekind verdiente sich sein erstes Geld mit Reklame-Texten für „Maggi“, auch wenn diese heute für uns eher sperrig klingen:

“Die Poesie ist die Würze des Lebens, der Witz die Würze der Unterhaltung, wie Maggi`s Suppen- und Speisewürze diejenige eines jeden guten Mittagstisches.“

Musik in meinen Werbeohren ist dann eher dies:

«Das wissen selbst die Kinderlein: Mit Würze wird die Suppe fein. Drum holt das
Gretchen munter die Maggi-Flasch’ herunter.»

Mit Erfolg, denn heute steht Maggi-Würze nach wie vor in jeder sechsten Küche in Deutschland…

Julius Maggi erfand aber nicht nur die Tüten-Suppen und die Maggi-Würze, er setzte sich zudem sehr für seine Arbeiter ein und gründete zum Beispiel eine eigene Renten- und Krankenkasse. Er ließ Firmenkantinen, Wohnungen und Ferienheime bauen, in die er seine Arbeiter in den Urlaub schickte.

Im 1. Weltkrieg geriet „Maggi“ im wahrsten Sinne des Wortes zwischen die Fronten: In Frankreich war Julius Maggi ebenfalls mit seinen Brühwürfeln sehr erfolgreich, allein 1912 verkaufte er bis zu 6 Millionen Brühwürfel unter dem Namen „Bouillon Kub“ – monatlich!  Der Erfolg lag auch in der Verpackung in schönen Metalldosen und dem Aufhängen zahlreicher Plakate und Metallschilder mit Werbung. Doch zu Beginn des Krieges verbreitete sich das Gerücht, Maggi sei eine deutsche Firma, die also dem damaligen „Feind“ gehörte. Die Werbeschilder würden in Wirklichkeit dazu dienen, den deutschen Truppen die strategischen Stützpunkte zu verraten. Die Bürgermeister der Städte wurden aufgefordert, alle Maggi-Würfelwerbungen, die sich in Ihrer Gemeinde, in der Nähe der Bahngleise oder in der Nähe von wichtigen Bauwerken wie Brücken, Tunneln, Viadukten oder Abzweigungen befinden, zu vernichten. Alle Werbeplakate wurden entfernt und Maggi wurde der Spionage beschuldigt.

Trotz der vielen Geschmacksverstärker spricht aus Expertensicht nichts dagegen, solche Produkte zu nutzen, da sie in der Regel aus guten Zutaten schonend hergestellt werden, wie manche Ernährungsexperten meinen. Für frische Waren seien Tütensuppen und Würzmischungen auf Dauer jedoch kein Ersatz. Dennoch muten manche Tricks an wie direkt aus Frankensteins Labor: So wird Transglutaminase (ein Enzym, das Eiweißmoleküle miteinander vernetzt) dazu eingesetzt, dass Fleischreste zu kompletten Filetstücken veredelt werden und Würstchen mehr Biss bekommen. Rohstoffe können somit eingespart und Fleischreste wieder in ganze Stücke gewandelt werden. Wohl bekomm’s!

Die schönsten Pausen sind Milka

Ich und du, Müllers Kuh, Müllers Esel das sind die Herren von „Zwei auf eins„… nein, natürlich nicht, aber das Thema der heutigen Sendung lautet „Kuh“ und ich bin in das radioeins-Studio geladen, um über die berühmteste lila Kuh ever zu sprechen: die Milka-Kuh.

Die lila Kuh, wer kennt sie nicht? Selbst, wenn sie als so plumpe Fälschung daher kommt:

Doch wie kam die Kuh zur Schokolade und vor allen Dingen: Wie wurde sie lila?

Die Geschichte beginnt mit dem Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard, der mit Schweizer Uhren und Stickereien bestückt in die USA auswanderte. Sein Plan, damit zum erfolgreichen Geschäftsmann zu werden, ging jedoch nicht auf und so kehrte er 1824 in die Schweiz zurück. Er eröffnete dort seine eigene Confiserie und stieg in die Massenproduktion von Schokolade ein, indem er bis zu 30 kg Schokolade am Tag selber herstellte. Diese Schokolade enthielt jedoch noch keine Alpenmilch und war zartbitter. Erst ab 1890 entwickelte Suchard die Milchschokolade und 1901 wurde dann die Marke „Milka“ registriert (MILch und KAkao).

Die ersten Tafel waren bereits lila und auch die Kuh lässt sich auf ihnen schon wiederfinden:

Doch es gab harte Konkurrenz für unsere Kuh: Um die Exotik des Kakaos zu betonen wurde Milka beispielsweise 1913 mit Papageien beworben, selbst ein Kamel war auf der Verpackung zu finden. Größter Konkurrent wurde jedoch ein Bernhardiner, der statt des berühmten Fäßchens eine Tafel Milka um den Hals trug.

Aber die Kuh setze sich letztendlich durch.

Lila wurde die Kuh dann 1973: Adelheid, ein mehrfach preisgekröntes Rind aus Simmenthal, hatte die Idealmaße, einen großen Kopf, geschwungene Hörner und einen gerade Rücken. Unter tierärztlicher Aufsicht wurde sie – nur auf einer Seite, wahrscheinlich ihrer Schokoladenseite – mit wasserlöslicher Farbe besprüht, was durchaus etwas länger dauern konnte, steht so ein Rindvieh doch nicht gerne lange still…

Seit 2004 ist das Milka-Lila geschützt, keine andere Schokolade darf so lila sein. Dabei ist dies ja eine sehr ungewöhnliche Farbe für Lebensmittel… wenn das Brot lila schimmert, solltet ihr es lieber nicht mehr essen…

Milka hat mit seinen Agenturen zusammen ein gutes Gespür für kultige Werbung entwickelt. Erinnert sei hier an den Alm-Öhi Peter Steiner:

oder auch an die sportlichen lila Pausen:

Und mittlerweile geht die Kuh sogar zur Schule:

Apropos Schule: Tatsächlich hat 1995 bei einem Malwettbewerb mit 40.000 bayrischen Schülern jedes dritte Kind die Kühe auf dem Malbogen lila ausgemalt….