Marken, Moneten, Menstruation – makketing Marketing Show eben!

Mmmmh, so eine schöne Alliteration…. passt aber auch zur 4. Folge der makketing Marketing Show, denn sie führt uns zu vielen spannenden Fragen: Stecken Marken in der Krise? Bedroht vom Handel und von Micro-Brands (3:23)? Führt eine neue Generation von jungen Frauen und deren Körperbewußtsein zu einem neuen Frauenbild in der Werbung für Tampons und Binden (29:36)? Wie berechnet man eigentlich sein Werbebudget (1:02:28) ? Und was schenkt man dem Marketeer zu Weihnachten (1:14:00)?

Eine vollgepackte Sendung u.a. mit unserem Makketier Sascha Johne, der sich in seiner Diplomarbeit an das Thema Menstruation in der Werbung rangemacht hat.

Benjamin stand ja diesmal quasi als Marken-Botschafter am Mikrophon. Er ist aber immer seeehr konzentriert bei der Sache, daher guckt er auch so angestrengt…. 🙂
Unsere Weihnachtsgeschenktipps sind zum einem die Sushi-Socken:
Bestellen kann man diese zum Beispiel hier bei Amazon.
Zum anderen empfehle ich das Buch „Tell me!“ von Thomas Pyczak, das im Rheinwerk-Verlag erschienen ist:
Ein wunderbarer Einstieg in das Thema Storytelling und wie man dieses geschickt im Marketing einsetzen kann.Gut geschreiben und mit vielen Beispielen aus der Praxis.
Diese Sendung wird präsentiert und unterstützt von vjsual, dem Anbieter von Erklärvideos und ist wie immer eine Produktion der Podcastmacherei.

Jetzt wird es gemütlich! Die makketing Marketing Show wird hygge!

Die dritte Episode der makketing Marketing Show ist abhörbereit:
Die dunkle Jahreszeit hat uns gepackt und wir machen es uns gemütlich… Kerzen, Kissen, Kuscheln. „Hygge“ heißt der Lifestyle-Trend, der ordentlich vermarktet wird (2:53).
Mit unserem „makketier“ Thomas Bechtle sprechen wir über den endlich grenzenlosen Konsum nach dem Mauerfall 1989 und darüber, was er sich als erstes von seinem Begrüßungsgeld gekauft hat (27:44). Das ganze Interview zum Thema „30 Jahre Mauerfall“ gibt es in unserem anderen Podcast zu hören, dem „Rendezvous unter’m Neonlicht“.
Oder direkt hier:
Als „heißen Sch..ß“ empfiehlt Benjamin das Buch „Der unvernünftige Kunde“ (43:57), geschrieben von Florian Bauer und Hardy Koth, erschienen im Redline Verlag.
Und zu guter Letzt sprechen wir über Cause bzw. Purpose bzw. Woke-Marketing und geben eine „dumme Antwort auf eine kluge Frage“ (56:08).
Hier sind die Videos, über die wir im Beitrag sprechen:

Viel Spaß beim Anhören!
Die makketing Marketing Show ist eine Produktion der Podcastmacherei (www.podcastmacherei.de).

Ab sofort überall, wo es Podcasts gibt: die makketing Marketing Show!

Es begann im Frühjahr mit der makketing Marketing Minute und nun ist daraus eine ganze Show geworden: Zusammen mit Benjamin Lehmann präsentiere ich euch über eine Stunde geballte Marketing-Unterhaltung!

Im „thematischen Thema “ (4:38) sprechen wir über eine Studie (http://bit.ly/335mHYz), die belegt, dass kleine und mittlere US-Unternehmen sich weniger als 5 Stunden die Woche dem Marketing widmen – lässt sich dies auch auf deutsche Unternehmen übertragen? Welchen Stellenwert hat Marketing heute noch? Unser erstes „Makketier“ ist dann Anna-Melissa Westergaard. Mit ihr sprechen wir über Product Placement und die Erkenntnisse ihrer Bachelor-Arbeit. (33:18) In der „dummen Antwort auf eine kluge Frage“ (1:04:20) versuchen wir das Geheinnis zu lüften, warum – gefühlt – Weihnachtsgebäck jedes Jahr noch früher verkauft wird. Und abschließend stelle ich euch im „heißen Sch..ß“ das Buch „Kein schöner Land- Angriff der Acht auf die deutsche Gegenwart“ (http://bit.ly/30RA11l), erschienen im C.H. Beck Verlag, vor (1:10:30). Hier übrigens das erwähnte, äh, gewöhnungsbedürftige Cover…

Präsentiert und unterstützt wird die Show von BERND (bernd-gmbh.com), dem/denen ich an dieser Stelle noch einmal herzlich für seine/ihre Unterstützung danken möchte. Die „makketing Marketing Show“ ist eine Produktion der Podcastmacherei. Und von jetzt an gibt es alle 14 Tage eine neue Folge – also: Ohren auf!

Ich & du – Rendezvous!

Es gibt doch kaum etwas Intimeres, als jemanden ins Ohr zu krauchen…. und genau das machen wir jetzt schon seit einigen Monaten, Benjamin Lehmann und meine Wenigkeit, denn wir laden alle 14 Tage zum „Rendezvous unter’m Neonlicht“ ein.

In unserem ersten gemeinsamen Podcast (was bedeutet, dass noch weitere folgen werden) widmen wir uns dem Thema Jungsein in den 80ern in Westberlin, denn das ist unsere Zeit gewesen. 1980 wurde ich 14 und verbrachte meine prägenden, aufregenden Jahre als Teenager und später dann als Twen in dieser Mauerstadt. Benjamin, 12 Jahre jünger als ich, sieht diese Zeit aus seiner Perspektive als Kind, aber gemeinsam versuchen wir, unseren Hörern zu vermitteln, wie es sich angefühlt hat, damals, in einer Zeit vor Smartphone, Internet und Streamingdiensten, jung gewesen zu sein.

Gesammelt hier nun die acht ersten Episoden:

In Folge 8 sprechen wir über Barkultur & Cocktails:

Bei Spotify findet ihr eine Playlist mit der im Podcast erwähnten, saxophon-lastigen Softjazz-Musik. Davor hatten wir mit Sven Hirschmann einen Gast im Studio, mit dem wir uns über Mode in den 80ern unterhalten haben:

Unser ganzes Leben war damals analog, auch das Spielen:

In der Folge 5 haben wir uns das erste Mal mit Humor auseinandergesetzt: Antiwitze und Spontisprüche. Damals haben wir uns darüber abgerollt, aber heute? Hört selbst:

Zu dieser Folge gibt es weiterführend Videomaterial:

Passend zum Sommer haben wir uns über eines der größten Sehnsuchtsziele unserer Kindheit und Jugend unterhalten: Italien!

Wichtig war natürlich auch die Musik – Italo Disco! Bei Spotify gibt es dazu eine Playlist – und hier die wunderwunderbaren Videos:

In der dritten Folge ging es unter anderem ins Kino. Damals gab es viel mehr Kinos – und „ins Kino gehen“ hatte einen viel höheren Stellenwert, allein schon wegen des (qualitativ sehr) eingeschränkten Fernsehprogrammes:

Wie das Stadtleben damals aussah, könnt ihr hier nachverfolgen:

Folge Nummer 2 führte uns in die Mauerstadt Berlin: Wie hat sich das eigentlich angefühlt, ummauert in einer geteilten Stadt zu leben? Eigentlich ganz normal:

Auch zu dieser Folge gibt es begleitendes Bewegtbild:

Und bevor wir in die 80er starten konnten, mussten wir erst einmal raus aus den 70ern:

Und auch zu den rockigen 70ern gibt es eine Playlist. So sahen die 70er in Westberlin aus:

Das war sie unsere kleine Zeitreise ins Neonlicht. Aber sie ist noch lange nicht zuende, denn wir haben noch viele viele Ideen für weitere Folgen!

 

Alles hat ein Ende, nur der Ladenschluss hat zwei…drei….viele!

Jetzt ist aber Schluss mit lustig – denn die Herren von „Zweiaufeins“ entschwinden pünktlich zum Ferienbeginn in die wohlverdiente Sommerpause. Heute ist nun die letzte Sendung vor den Ferien, „Schluss“ ist das Thema und ich bin ins radioeins-Studio geladen, um ein wenig über den „Ladenschluss“ zu parlieren:

Im Deutschland des 19. Jahrhundert waren die Geschäfte in der Regel an sieben Tagen in der Woche geöffnet – und das von 5 – 23 Uhr. Die Geschäfte wurden oftmals von der Familie geführt, Ladenraum und Wohnraum waren kombiniert, häufig zudem zusammen mit der Produktion (die gute alte Backstube). Ende des 19. Jahrhunderts eröffneten die ersten Warenhäuser in Deutschland, Wohnen, Produzieren und Verkaufen war nicht mehr unter einem Dach und in Familienhand, sondern nun gab es eine wachsende Zahl von angestellten Verkäufern – und die galt es zu schützen. So wurde bereits 1891 zunächst geregelt, dass sonntags nur noch 5 Stunden verkauft werden darf. Das erste „Ladenschlussgesetz“ trat im Jahre 1900 in Kraft: Geschäfte durften werktags nur noch von 5 bis 21 Uhr öffnen, die Sonntagsruhe wurde gewahrt und für die jüdischen Geschäftsinhaber auf den Samstag erweitert.

Nach und nach verkürzten sich die Ladenöffnungszeiten weiter, mal auf freiwilliger Absprache mit den Städten und Gemeinden, mal gesetzlich geregelt: So einigte man sich erst auf einen Ladenschluss werktags um 20 Uhr, dann wurden die Öffnungszeiten auf 7 bis 19 Uhr festgelegt und die Nationalsozialisten setzten dann 18.30h als Ladenschluss fest.

Ausnahmen gab es jedoch schon immer: Für Lebensmittelgeschäfte, Kioske, Bäckereien Tankstellen, Bahnhofsgeschäfte, Apotheken und Gaststätten konnten Sonderregelungen vereinbart werden. Seit 1957 galt: Geschäfte dürfen montags bis freitags von 7 bis 18.30 Uhr und samstags bis 14 Uhr geöffnet sein. Schon damals gab es den „langen Samstag“; am ersten Sonnabend in einem Monat durften die Geschäfte bis 18.00h offen bleiben.

1989 wurde dann der„lange Donnerstag“ eingeführt, Läden durften an diesem Tag bis 20.30h verkaufen. Lange wurde um diesen „Dienstleistungsabend“ politisch gestritten, der so genannt wurde, weil auch Behörden und Dienstleister wie Banken länger arbeiten sollten. Die Verbraucher nahmen aber diesen langen Donnerstag dankbar an.

Nach und nach wurden die Öffnungszeiten weiter liberalisiert, der „lange Donnerstag“ entfiel, da an jedem Tag bis 20.00h geöffnet sein durfte, dann kam der Samstag noch hinzu und nun dürfen Geschäfte werktags von 6 bis 20 Uhr ihre Waren anbieten und verkaufen. Sonn- und feiertags bleiben die Läden geschlossen. Natürlich gibt es auch weiterhin Sonderregelungen für Bäckereien, Geschäfte in Bahnhöfen, Flughäfen und in bestimmten Urlaubsregionen wie Kurorte. Die Ladenöffnungszeiten sind zudem nun Ländersache, d.h. jedes Bundesland kann selbst entscheiden, welche Ausnahmen es zulässt, z.B. Sonderöffnungszeiten zu Messen, Märkten, Großveranstaltungen, usw. Ging es früher noch um den Schutz der Arbeitnehmer (der zwischenzeitlich gesetzlich gesondert geregelt ist), so gerät heute immer stärker der Aspekt des Anwohnerschutzes,  insbesondere vor der Lärmbelästigung bei Anlieferung oder durch die Kunden in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Ebenso wurden europaweit die Ladungsöffnungszeiten dereguliert, so gibt es in Tschechien kein Ladenschlussgesetz, in England gibt es werktags keine Beschränkungen, dafür aber sonntags besondere Regeln: Märkte mit mehr als 280 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen lediglich für sechs Stunden öffnen, und um 18 Uhr muss Schluss sein. Kleinere Läden dürfen auch sonntags rund um die Uhr verkaufen.In Österreich wird der Ladenschluss etwas strenger gehandhabt.

„Öffnungszeiten 24/7“ (24 Stunden, 7 Tage die Woche) sind weltweit zur Normalität geworden: Ob in China, Brasilien oder den USA, überall können zumindest kleine Anbieter ihre Waren rund um die Uhr anbieten. Oftmals sind diese Läden wieder Familienbetriebe, geführt von Immigranten und Zuwanderern, die sich damit etablieren und einen Lebensunterhalt schaffen, in dem sie es den wachsenden und lang arbeitenden Mittelschichten ermöglichen, zu jeder Tages- und Nachtzeit konsumieren zu können.

Und wir hier in Berlin? Wir haben unsere Spätis! Doch auch diese sind unter Druck geraten, was die Öffnungszeiten angeht, wie ihr in diesem makketing-Beitrag nachlesen und -hören könnt.

 

 

 

So sehen Gewinner aus!

Da plant man nichtsahnend im Winter ein langes Wochenende in Wien und findet sich dann unvermittelt in der Hölle der Vengaboys wieder: Whoah! We’re going to…..

…Ibiza!

Und natürlich gibt es heutzutage nichts mehr, was nicht werbemäßig ausgeschlachtet werden könnte…zum Beispiel dieses „beste Gewinnspiel“

Erleben Sie zwei aufregende Tage und Nächte (28.– 30. Mai) in der Location, die als Kulisse für den größten Skandal der jüngeren innenpolitischen Geschichte diente.

ÖSTERREICH und oe24.at fliegen Sie und eine Begleitperson nach Ibiza (Teilnahme siehe Kasten). Dort wohnen Sie in dem derzeit berühmtesten Luxus-­Anwesen der Insel. Das Wohnzimmer mit dem Sofa, auf dem Strache in der feuchtfröhlichen Nacht saß, als er sich um seine Karriere redete, steht ­Ihnen zwei Tage lang zur exklusiven Verfügung.

Natürlich auch inkludiert: vier Schlafzimmer, vier Bäder, ­eigenes Gästehaus (2 Schlafzimmer) und ein Traum-Pool. ­Alles eingebettet in die ma­lerische Landschaft in den ­Hügeln der Mittelmeer-Insel.

In den nächsten Wochen ist das Haus völlig ausgebucht, wir konnten für Sie noch die letzten beiden Tage reservieren. (Quelle)

Laut „oe24“ hatten sie bei keinem Gewinnspiel bisher mehr Teilnehmer – und wer möchte nicht am Ort der Geschichte weilen und das Sofa streicheln, das vom Hinterteil der scharfen Oligarchennichte berührt wurde?! Kleiner Tipp für deutsche Sender:

„Besuchen Sie die deutsche Sozialdemokratie, solange es sie noch gibt! Erleben Sie zwei Tage im Willi-Brandt-Haus und spüren Sie den historischen Moment in der Location nach, in der Andrea Nahles rausgemobbt wurde!“

Da geht noch was…

Doch es gibt noch einen weiteren Gewinner des Skandals: Red Bull!

Denn die Zauberkraft des Product Placements wirkt auch, wenn es gar nicht geplant wurde. So meldete die „Kleine Zeitung“:

Alleine die Nennungen in den österreichischen Printmedien innerhalb der ersten Woche nach dem Platzen des Skandals ergab einen Werbewert von 1,32 Millionen Euro, ergab eine Analyse der APA-DeFacto. Nicht berücksichtigt sind dabei audiovisuelle Erwähnungen oder gar die vielen Memes in den sozialen Netzen (Quelle)

Man kann sich ja nicht gegen die Nutzer seines Produktes wehren, aber wenigstens von ihnen profitieren. Und auch bei Sixt reagierte man gewohnt zügig:

Lachen soll eine befreiende Wirkung haben, was nach dem Schock ja ganz hilfreich sein mag. Doch das Lachen bleibt im Halse stecken, wenn man betrachtet, wie schnell die Spin Doktoren das „Re-Framing“ hinbekommen haben, denn es redet kaum noch jemand über die Inhalte des Videos, sondern nur noch über die Frage, wer es gemacht hat, ob die Veröffentlichung rechtmäßig war und es ist jetzt bereits klar, dass der Verlierer zum Gewinner, der Täter zum Opfer wird. Denn wer hat nicht schon mal im Urlaub einen Wodka Red Bull über den Durst getrunken und dann ein bißchen fantasiert? Eben.

Aber wen kümmert’s, wenn man doch glückliche Gewinner präsentieren kann:

You can take it or leave it – Dis-rup-tion

…but you better believe it! Wieder einmal ein kleines pop-kulturelles Quiz zu Beginn – wer erkennt den Song?

Disruption – ein viel benutztes Wort, wenn es darum geht, wie kleine Firmen großen Firmen das Leben schwer machen. Grund genug, ein wenig zu dem Thema mit den Herren von „Zwei auf eins“ zu plauschen. Leider konnte ich heute wieder nicht ins Studio fahren, denn ich musste meine Geburtstagsfeier vorbereiten:

Dass neue Unternehmen und Gründungen die alteingesessenen Platzhirsche herausfordern und unter Druck setzen, ist natürlich kein neues Phänomen, sondern eines, das unabdingbarer Bestandteil des Innovationsprozesses ist. Denn Disruption beschreibt einen Prozess, bei dem ein Herausforderer, oftmals mit geringen Ressourcen ausgestattet, ein etabliertes Geschäft angreift. Große, am Markt bereits erfolgreich agierende Unternehmen konzentrieren sich zumeist auf die Verbesserungen
ihrer Produkte und Dienstleistungen für ihre gewinnträchtigsten Kundensegmente und vernachlässigen dabei eben andere Kundengruppen. Da setzen nun die disruptiven Unternehmen an, indem sie einfachere Produkte oftmals zu einem geringeren Preis
anbieten. Und da sich die etablierten Firmen vorrangig mit der besseren Profitabilität in
den lukrativen Segmenten beschäftigen, beachten sie die neuen Herausforderer oft nicht. Die disruptiven Unternehmen liefern jedoch genau das, was der Großteil der Kunden möchte, diese nutzen immer häufiger die neuen Angebote und schon passiert: Disruption.

Bei der disruptiven Innovation wird also ein Produkt, das bisher kompliziert und teuer war, einfacher und günstiger gemacht, so dass es sich mehr und neue Kundengruppen leisten können. Das E-Auto ist also nicht disruptiv, sondern einfach eine – teure – Produktentwicklung, bei der durchaus auch das neue Produkt das alte ablösen kann. In China hingegen ist bereits jedes zehnte Auto ein Elektroauto, das jeweils nur 3.000
Dollar kostet. Das sind zwar nur kleinere einfache Autos, die sich aber viele leisten können.

Natürlich gibt es auch disruptive Unternehmen, die neue Märkte schaffen, die bisher nicht existiert haben – und genau das haben wir in den letzten 20 Jahren im Zuge der Digitalisierung gesehen. Ob Spotify, Amazon oder Apple, sie alle bewegen sich in Märkten, die es derart zuvor nicht gab, da die technischen Voraussetzungen vorher nicht vorhanden waren – aber auch das ist etwas normales, wenn es zu technischen Revolutionen kommt. Die technische Neuerung, in dem Fall das Internet mit seinen Möglichkeiten, bringt eine völlig veränderte Kostenstruktur mit sich – und eine andere Organisationsstruktur, die die bestehenden Geschäftsmodelle grundlegend erschüttern. .

Wieso tun sich die Versicherungsunternehmen beispielsweise so schwer, Versicherungen über Apps zu verkaufen? Weil sie damit ihr eigenes Organisationsmodell der Agenturen mit ihren Vertretern angreifen und sich somit kannibalisieren würden. Auch Banken leben davon, dass der Kunde zu ihnen kommt und ihre Berater – auf Provisionsbasis – ihm ein bißchen mehr verkaufen als benötigt. Dafür hat man jahrelang Strukturen aufgebaut, Mitarbeiter geschult usw. Disruptive Start-Ups, die diese Dienstleistungen nun via App anbieten, benötigen diese Strukturen nicht und müssen auch nicht auf die bestehenden Rücksicht nehmen. Vorteil David, Nachteil Goliath.

Wir haben hier also eine Disruption von Geschäftsmodellen und jede große Veränderung hat hier bisher zum Ausscheiden der größten Player einer Branche geführt.

Wie soll man nun mit dieser entstehenden Konkurrenz umgehen? Es gibt vier Ansätze dafür:

Kopieren: Kann das etablierte Unternehmen die Idee der Herausforderer vielleicht aufgrund der besseren Organisation und der bestehenden MitarbeiterInnen schneller umsetzen? Ein Marktzugang wäre ja vorhanden und müsste nicht teuer erarbeitet werden.

Kaufen: Können die Start-Ups mit ihren Produkten und Dienstleistungen gekauft und in die eigene Unternehmensstruktur integriert werden? Neben den Kosten ist hier jedoch gerade die Implementierung oftmals ein großes Problem.

Kollaborieren: Kann man mit den Herausforderern vielleicht zusammenarbeiten und diese vertraglich an sich binden? Zum Beispiel: Marktzugang gegen exklusive Nutzung?

Killen: Wie kann man dem Herausforderer den Marktzugang erschweren? Zum Beispiel über Klagen, das Durchsetzen von Schutzrechten bis hin zur Verleumdung.

Wir werden noch viele erfolgreiche Disruptoren sehen – und viele sterbende Giganten. Denn die Zeiten, in denen die Großen die Kleinen fressen, sind schon lange vorbei, heute fressen die Schnellen die Langsamen. Und wenn etablierte Unternehmen sich nicht den modernen, schlanken Strukturen anpassen können, dann werden andere schneller sein.