makketing heißt jetzt „I bims vong der Werbung“

„Don’t believe the hype, it’s a sequel!“ möchte man ausrufen, wenn man sieht, was die Social Media Republik jüngst wieder erregt hat. Absolute Experten im Thema „Erregungskurve“ sind zwar eigentlich Daniel und Sven, aber dennoch luden sie mich ins radioeins-Studio, um mit ihnen über ein 70 Jahre altes Spiel zu sprechen:

Worum geht es? „Scrabble“, das gute alte Buchstabenspiel (das ich ja nicht mehr spielen mag, seit meine Schwägerin mir das Wort „Efeuschaden“ nicht anerkannte), feiert dieser Tage 70jähriges – und da kam man in der Marketingabteilung von Mattel auf eine tolle Verjüngungsidee:

Ab sofort sollte „Scrabble“ nun „Buchstaben YOLO“ heißen….! Oder, wie es die Marketingabteilung von Mattel weiter trieb:

WTFun? 70 Jahre und immer noch cool. Scrabble, das lustige Wortspiel, dreht den Swag auf und heißt ab sofort Buchstaben YOLO! MC Fitti und seine Freunde feiern auch schon.

In den sozialen Netzwerken schaukelte sich eine Empörungswelle sondergleichen hoch, wie immer, wenn mit liebgewordenen Relikten, die eine kollektive Erinnerung an die Vergangenheit beinhalten, respektlos umgegangen wird. Schnell vermutete man einen Scherz, doch Mattel zog die Entscheidung „gnadenlos“ durch. Selbst als die Redaktion von „jetzt.de“ nachforschte, gab die Pressesprecherin folgendes zur Auskunft:

„Heutzutage wird in der Gesellschaft teilweise ganz anders gesprochen als noch vor 70 Jahren und das liegt nicht zuletzt an den vielzähligen Jugendlichen mit ihren kreativen Wortkreationen. Als Herausgeber von Scrabble beobachten wir diese Entwicklungen natürlich mehr denn je und haben uns letztlich dazu entschlossen, zeitgemäß zu agieren und vielleicht den ein oder anderen der Generation Y von der Spielekonsole zurück zum Säckchen mit den Buchstaben zu holen.“ (Quelle)

Schockschwerenot, sie schienen es also ernst zu meinen…! Dass „Yolo“ (you only live once“) bereits 2012, also vor einer halben Ewigkeit, zum Jugendwort des Jahres gewählt wurde und es auch überhaupt keinen Sinn ergibt (Buchstaben YOLO?????), dass MC Fitti seine glanzvollen Tage mindestens ebensolange hinter sich hat und sich vor allen Dingen schon 2014 über den Begriff lustig gemacht hat, das alles hätte einen natürlich schon stutzig machen können…

Doch da es ja nichts Wichtigeres gibt zur Zeit, in der Weltpolitk beispielsweise, stiegen alle Medien darauf ein. Die Erregungswelle potenzierte sich – und gebar immerhin einige witzige Ideen für weitere Spielnamen:

Dann kam leider, leider acht Tage später die Aufklärung:

Es war alles nur ein Marketing-Gag. Menno, wir hatten gerade so viel Spaß gehabt. Aber war die Kampagne jetzt ein Erfolg? Magere 56.000 Clicks hat das Video von Mattel bei youtube, das ist unter viralen Gesichtspunkten so gut wie nichts. Immerhin besser, als das, was Mattel sonst so verbrochen hat für seinen Spiele-Klassiker:

Dieser Clip kam – zurecht – auf gerade einmal 9.800 Clicks….

Der Prank war gut gemacht, denn neben dem Video gab es auch eine hochoffizielle Presse-Erklärung seitens Mattel – und auch die Pressesprecherin zog den Scherz durch. Dennoch überrascht und verwundert es mich, wie unkritisch Medien Meldungen übernehmen, ohne diese zu hinterfragen. Hauptsache, man hat sie als erster on air oder in den Online-News oder gedruckt. Wenn sich hier der Eindruck verfestigt, dass Schnelligkeit vor Tiefe geht, dann wird der Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Medien weiter wachsen.

Wie man aus alten Trends dennoch gute Viral-Werbung machen kann, zeigte uns jüngst Aldi Nord:

Das wurde dann auch mit 2,3 Millionen Clicks belohnt.

Schrei vor Glück oder gib Facebook zurück

Die Sommerpause ist vorbei, „Zwei auf eins“ sendet wieder und zum heutigen Thema „Schrei“ wurde ich wieder ins radioeins-Studio eingeladen, um zu berichten, was gerade im Marketing der letzte Schrei ist:

Momentan ist es als Unternehmen schwer angesagt, sich öffentlich von Facebook abzuwenden: So illustre Kandidaten wie Tesla, Dr. Oetker (zum Teil) und selbst der altehrwürdige ORF haben dies in letzter Zeit getan. Was ist an dran an der Flucht aus dem ehemaligen Social Leit- nun Leidmedium?

1.Es war einmal eine Zielgruppe…

Facebook galt lange Zeit als die einzige und vor allen Dingen letzte Möglichkeit, Jugendliche und junge Menschen werblich zu erreichen. Die Generation Werbeverweigerer tummelte sich dort, hinterließ viele viele Daten und regte sich über ein paar bezahlte Posts in der Timeline kaum auf. Doch die Teens sind jetzt weg: Schwer genervt davon, dass die Eltern, Onkel, Tanten, Oma, Opa und die Lehrer nun auch bei Facebook sind, schwer genervt von viel zu viel Werbung und vor allen Dingen schwer genervt von der Facebook-Politik, verstärkt Unternehmensinhalte anzuzeigen, wandte sich die begehrte Zielgruppe ab. 2015 gaben sieben von zehn Jugendlichen an, regelmäßig auf Facebook zu sein, heute ist es nur noch jeder zweite. Auch hat sich der Umgang grundsätzlich geändert: Facebook wird weniger aktiv genutzt, sondern mehr passiv. Die Anzahl der privaten Postings geht zurück, ebenso die der Likes und Shares. Viele checken nur noch schnell, was gerade so passiert ist und switchen dann wieder weg.

Gewinner dieser Entwicklung: YouTube Snapchat und Instagram.

2. Der Algorithmus, wo man mitmuss…

…ist nun ein anderer. Denn Facebook zeigt seinen Usern, um sie zu halten und zurückzugewinnen, nun wieder mehr Posts von ihren Freunden und weniger von Unternehmen an. Das finden diese Anbieter nun weniger witzig. Gerade Medienunternehmen fühlen sich durch den Algorithmus benachteiligt, der bestimmt, welche Inhalte auf den News Feeds auftauchen. Zudem sinken die Interaktionen und Shares der Nutzer gerade bei Medieninhalten rapide um 30%, dafür sind die Kommentare ein Tummelplatz von Hatern. Der ORF will sich das nicht mehr antun und seine Facebook-Präsenz um 80% reduzieren. So will man im ORF-TV und -Radio auf jegliche Nennung und Werbung für den ORF-Auftritt auf Facebook verzichten und stattdessen auf das eigene Onlineangebot verweisen.

3. Skandale, Skandale, Skandale

Nachdem bekannt geworden war, dass die britische Firma Cambridge Analytica die privaten Daten von über 50 Millionen Facebookern missbraucht hatte, war das wohl der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte. Der Hashtag  #deletefacebook wurde zum Trend-Topic bei Twitter, der Whatsapp-Gründer Brian Acton verkündete beispielsweise öffentlich, seinen Account bei Facebook zu löschen.

Dr Oetker sprang auf diesen Zug auf, und ließ seine Twitter-Follower darüber abstimmen, ob sie ihren Auftritt (für die Pizza-Angebote) löschen sollten.

Die erforderlichen 1.000 Retweets waren schnell erreicht und tatsächlich: Dr. Oetker löschte seinen Auftritt am 21. März und postete den Beweis auf Twitter. Doch schon am 22. März hieß es:

und bei Facebook: „Facebook löschen kann jeder. Am 01.04. zeigen wir euch wahre Größe.“ Glaubwürdigkeit? Egal.

Auch Mozilla, der Lautsprecherhersteller Sonos und viele andere Unternehmen kündigten an, ihren Facebookauftritt zu löschen (oder ruhen zu lassen), bis Facebook seinen Datenschutz verbessern würde.

4. Mach kaputt, was du kaputt gemacht hast.

Der Sonderpreis für Facebooklöschung geht an Elon Musk, der ohnehin ein schwieriges Verhältnis zu Facebook hat: 2016 zerstörte die Explosion seiner SpaceX-Rakete einen teuren Facebook-Satelliten. Musk wusste angeblich gar nicht, dass seine Firma einen Facebook-Auftritt hat. Und so versprach er bei Twitter, diesen zu löschen und den von Tesla gleich mit, denn der sehe sowieso langweilig aus.

Tatsächlich waren beide dann nicht mehr erreichbar – vorübergehend, denn mittlerweile sind sie es wieder.

Also: viel Wind um nichts. Allein in Deutschland hat Facebook noch über 31 Millionen Facebook-Nutzer, auch wenn diese vielleicht weniger aktiv sind als zuvor. Doch kein Unternehmen hat Zeit und Geld in den Aufbau von Social Media Kanälen und Communities investiert, um diese leichtfertig zu verlassen. Aber lautstark darüber zu spekulieren, macht immer Sinn…. honi soit qui mal y pense.

 

 

Alles riesig und mit Perwoll gewaschen

Höre ich das Thema „Riesen“ denke ich ja altersbedingt sofort an: „Wie werden wie Riesen sein, uns wird die Welt zu klein“ (der passende Song/Interpret kann gerne von euch in den Kommentaren gepostet werden), die Herren von „2aufeins“ hatten aber was ganz anderes im Hinterkopf, als sie mich ins radioeins-Studio riefen: die Waschmittel-Werbung unserer Kindheit mit der Riesenwaschkraft!

Der weiße Riese von Henkel wurde 1966 geboren und sieht heute immer noch sehr frisch aus, wie man oben sehen kann. Von Anfang an spielte die „Riiiiiiesen-Waschkraft“ eine große Rolle – und die später dann schier endlose Wäscheleine:

Meterlange Wäscheleinen mit duftig-sauberen Kleidchen und weißer als weißen Hemden ließen Hausfrauenherzen höher schlagen:

Doch „riesig“ muss heute eher klein sein: Die Waschmitteltrommel hat ausgedient, heute werden in erster Linie Konzentrate bzw. Tabs gekauft. Wir verpulvern dadurch nur noch knapp 5 kg Waschmittel pro Kopf und Jahr im Vergleich zu 11 kg Ende der Achtziger.

Also alles bestens? Mitnichten. Noch immer kommen in konventionellen Waschmitteln genauso viel Chemikalien zum Einsatz wie zu Zeiten von Klementines Zehn-Kilo-Trommel. Denn bei den Konzentraten fallen nur die Füllstoffe weg, die Menge der Tenside ist fast immer noch genauso hoch wie bei den alten Vollwaschmitteln. Und: Viele Konsumenten dosieren nach Gefühl, so wird oftmals ein Fünftel mehr von dem Konzentrat in die Waschmaschine geschüttet als eigentlich nötig wäre.

Klementine, eine weitere Werbefigur unserer Jugend,sprang schon in den 90ern auf diesen Zug auf:

Die Kritik an den Waschmitteln ist groß: Sie enthalten Palmöl, die verwendeten Enzyme wie Protease und Lipase sind oftmals gentechnisch veränderte Substanzen und auch hinter der Bezeichnung „Duftstoffe“ verstecken sich häufig polyzyklische Moschusverbindungen. Diese künstlichen Parfümstoffe sind schwer abbaubar und gelangen über die Nahrungskette in das menschliche Fettgewebe, wo sie sich anreichern können. Genauso sind sie für allergische Reaktionen auf der Haut oder bei den Atemwegen verantwortlich zu machen.

Früher war alles einfacher – zumindest in der Werbung. Wer erinnert sich nicht an „Ist der neu? Nein, mit Perwoll gewaschen!“:

Ich habe mich immer gefragt, warum diese Werbefiguren stets und in jeder Lebenssituation eine Packung Perwoll zur Hand haben – und die auch ohne weiteres verschenken….

Ein weiteres Mysterium meiner Jugend war Tilly:

Wer badet schon seine Hände in Spülmittel? Das war damals gar nicht so ungewöhnlich, denn bei normalen Maniküren wurde die Haut in einer Saufenlauge aufgeweicht, um die Nagelhaut danach besser zurückschieben zu können. Die Kundin tunkt also ihre Finger nicht aus Versehen, sondern vorsätzlich in die Seifenlauge und erfährt dann das Geheimnis – die Seifenlauge ist mit Palmolive angesetzt. Denn Palmolive ist so sanft zur Haut dass Tilly es im Nagelstudio zur schonenden Behandlung der Nägel einsetzen kann:

Hab ich als Kind natürlich nicht gewußt….

Und als Mann bin ich ohnehin nicht im Visier der Haushaltsreiniger-Werbeindustrie. Obwohl sich in Deutschland konstant um die 11 Millionen Männer als Hausmänner bezeichnen, finden diese in der Werbung so gut wie nie statt. Und wenn, dann nur als Helfer aus Verlegenheit:

oder als coole Socke:

Italien, du hast es besser! Da gibt es die „uomini casalinghi„, die sich mit Stolz sogleich organisiert haben und vom „il piacere di occuparsi della dimensione domestica“ schwärmen, dem Vergnügen, sich der Hausarbeit zu widmen.

Bei uns ist der neue Mann im Idealfall der neue Vater, aber scheinbar ist nach dem Windelwechseln auch schon Schluss:

makketing auf die Ohren – re-heard 3

Moooordoooooor….! Noch befinden wir uns im Jahr 2011, doch auch damals haben uns schon jede Menge spannender Themen bei 2auf1 beschäftigt.

So unterhielten wir uns im September über Herrn Dyson und seine beutellosen Staubsauger:

Gefolgt im November von der tragischen Geschichte des Charles Goodyear und seiner bahnbrechenden Erfindung:

2012 begannen wir dann mit einem dreifachen „Hard! Rock! Hallelujah!“* und sprachen über die Geschichte der Hard Rock Cafes:

Viel Spaß beim Nachhören!

*Wer sich als Spätgeborener daran nicht mehr erinnern kann, dem sei hier das Werk noch einmal in seiner ganzen Pracht präsentiert:

 

 

 

 

 

 

 

Grünes Lego? Na Logo!

„Wandel“ lautet das heutige Thema der „Zweiaufeins„-Sendung und ich habe mich in Richtung Babelsberg zum radioeins-Studio aufgemacht, um über den Wandel in Sachen Nachhaltigkeit zu sprechen:

Unsere Ausgangsfrage lautet: Lego produziert jetzt nachhaltige Bauklötzchen – ist das wirklich ein Wandel oder doch nur Green Washing?

Bislang werden Lego-Steine aus sogenannten ABS („Acrylnitril-Butadien-Styrol“) – Kunststoffen hergestellt, die nur aus Erdöl produziert werden können. Die Lego-Büsche, -Blätter und -Bäume werden nun auf Basis von pflanzlichen Polyethylen aus Zuckerrohr fabriziert, ein Material, das einerseits besonders fest und stabil, zum anderen aber biegsamer sein wird. Dafür verwendet Lego nachhaltig erzeugtes Zuckerrohr von zertifizierten Produzenten. Durch diesen Materialumstieg können nach eigener Angabe die CO2-Emissionen für die Produktion zukünftig um 70 Prozent reduziert werden.

Ist das jetzt gut oder nur grüne Augenwischerei? Grundsätzlich gilt:

Jedes Unternehmen, das sich ernsthaft, glaubwürdig und nachweisbar darum bemüht, seine Produkte nachhaltiger herzustellen, beispielsweise durch die Verwendung klimaneutraler Rohstoffe, durch die Vermeidung von Müll während der Produktion und nach dem Gebrauch, aber auch durch soziale Verbesserung im Bereich der gesamten Wertschöpfungskette, leitet einen dringend notwendigen Wandel ein und verdient unsere Anerkennung.

Von Green Washing reden wir, wenn Unternehmen diese Maßnahmen umsetzen, um damit ihren Profit zu steigern, indem sie beispielsweise das Thema absatzfördernd einsetzen, also wenn erst mit jedem verkauften Kasten Bier ein Stück Natur gerettet wird. Über dieses Thema sprachen wir vor zwei Jahren schon einmal, hier kann es nachgelesen und  -gehört werden:

Green Washing bertreibt Lego meiner Meinung nach (noch) nicht: Außer einigen Pressemitteilungen, die natürlich auf öffentliche Aufmerksamkeit gestoßen sind, was aber auch völlig normal und konform ist, findet noch kein „Ausschlachten“ des Themas statt.

Seit 2015 investiert Lego in einen eigenen “ LEGO Sustainable Materials Centre“ über 100 Millionen € in die Forschung, Entwicklung und Umsetzung von neuen, nachhaltigen Rohstoffen. Dazu gehört auch die Maßnahme, bis 2030 Produktionsabfälle komplett vermeiden zu wollen. Und doch sollte leise, konstruktive Kritik angebracht sein:

Lego verwendet nach eigenen Angaben nachhaltig angebautes Zuckerrohr aus Brasilien, das den Richtlinien der Bioplastic Feedstock Alliance (BFA) entspricht, aber es stellt sich die Frage, ob für den erhöhten Zuckerrohr-Bedarf nicht andere Nutzflächen, z.B. für den Nahrungsanbau, verdrängt werden oder gar Waldflächen gerodet werden müssen. Gerade bei der Verwendung von essbaren Pflanzen als Rohmaterial konkurriert der Anbieter daher mit der Nahrungsmittelproduktion. Das gilt auch für die anderen Rohstoffvarianten, die Lego nach eigenen Angaben testet: Getreide, Mais und Zucker.

Auch sind die Bauteile nicht komplett biologisch abbaubar und damit nicht kompostierfähig. Es ist und bleibt ein Kunststoff und so besteht nach wie vor die Gefahr, dass  wenn dieser in die Umwelt gelangt, er zum Problem für viele Lebewesen werden könnte. Zwar können die neuen Bausteine theoretisch auch genauso recycelt werden wie die bisherigen, interessanter wäre es jedoch, wenn man Materialien aus Recycling zur Herstellung neuer Klötzchen gewinnen könnte.

Grundsätzlich problematisch ist zudem, dass es keine klare Definition von Biokunststoff oder Bioplastik gibt: Biobasierter Kunststoff ist nicht automatisch biologisch abbaubar, während erdölbasierter es sein kann. Zudem gibt es zahlreiche Plastikprodukte, die aus Mischungen von konventionellem mit Bioplastik bestehen.

Die neue Kollektion macht bislang gerade einmal 1 bis 2 Prozent der gesamten Lego-Bauteile aus und zwar nur die „botanischen Elemente“ wie Blätter, Büsche und Bäume. Allerdings will Lego bis 2030  seine gesamte Produktion umstellen und nur noch Bausteine aus nachhaltigen Materialien herstellen.

Bei rund 55 Milliarden jährlich produzierten Bausteine ist dies also erst ein Anfang,  aber ein wichtiger Schritt im Wandel hin zu nachhaltiger Produktion ist gemacht!

 

 

Von schwarzen Zähnen und schwarzen Rittern

„Schwarz“ ist das Thema der heutigen Sendung von „zweiaufeins“ auf radioeins und natürlich habe ich extra schwarzen Senf angerührt, den ich dazugeben kann:

Zunächst einmal entsteht Schwarz dann, wenn ein Körper oder eine Fläche sämtliche Lichtsstrahlen absorbiert und nichts mehr reflektiert. Schwarz ruft eine Vielzahl auch sehr gegensätzlicher Assoziationen hervor, so wird die Farbe zunächst mit Tod, Trauer (zumindest in unserem Kulturraum) und Angst verbunden. Ob der schwarze Tod, der schwarze Mann, der Hells Angel in seiner Kutte oder der Grufti von der Strassenecke…

Von da ist es nur ein kleiner Schritt zur Macht: Darth Vader, mächtig böse.

Schon Karl V. bevorzugte die Farbe schwarz, um seine Macht zu demonstrieren und auch am spanischen Königshof wurde jahrhundertelang schwarz getragen.

Schwarz ist die Farbe des Klerus und der Inquisition,  schließlich verstand sich die Kirche als höchste Macht über allen weltlichen Herrschern stehend.

Und auch der mutigste und bekannste aller Ritter hatte eine schwarze Rüstung:

In der Mode passt Schwarz zu jedem Anlass, ob das kleine Schwarze, der Frack oder der Smoking. Schwarz bedeutet für den Designer den Verzicht auf Muster, überflüssige Farben, Schnörkel und anderen Tand. Schwarz wertet auf, denn insbesondere Farben, die für Wertvolles stehen wie Gold und Silber, werden durch Schwarz besser hervorgehoben als durch andere Farben. Bekanntlich macht Mode und Schönheitsempfinden vor nichts halt und so galten im 8. Jahrhundert in Japan schwarze Zähne als Zeichen von Attraktivität und Erotik, womit u.a. auch die Geschlechtsreife von Mädchen angezeigt wurde. Zu diesem Zwecke wurden Nägel und Eisenspäne in Tee oder Reiswein eingelegt und der Sud dann auf die Zähne aufgetragen:

Ubnd zu guter letzt ist Schwarz auch die Farbe der Technik, Gerade teure Geräte wie Notebooks, Kameras, Smartphones sind oftmals schwarz und symbolisieren Hochwertigkeit unnd Exklusivität.

In der Kunstszene tobt sein einiger Zeit ein Kampf um das schwärzeste Schwarz: Vantablack, das dunkelste, menschengemachte Schwarz, das lediglich 0,036 Prozent des Lichtes reflektiert und Gegenstände vollkommen formlos erscheinen läßt. Die Rechte an dieser Farbe hat sich der Künstler und Bildhauer Anish Kapoor gesichert, so dass er es exklusiv nutzen kann. Sein Gegenpart ist der Künstler Stuart Semple, der der Meinung ist, Farben und Farbpigmente sollten für alle da sein. Semple hat daraufhin unter anderem das pinkeste Pink, das grünste Grün und das glitzerigste Glitter entwickelt und für alle Nutzer auf den Markt gebracht – außer für Anish Kapoor. Jeder, der Semples Farben kauft, muss zuvor versichern, dass er diese nicht an Kapoor weitergibt:

Hat nicht so ganz geklappt, denn das war Kapoors Antwort auf seinem Instagram-Account: