Digital Detox – gibt’s da nicht ’ne App für??

Man kann sich ja mit vielem verschmutzen (und wer weiß das besser als ein Katholik…): mit unkeuschen Gedanken, Alkohol, Nikotin, Zucker, Fetten, Serien usw. usf. Wenn der Kanal dann voll ist und nichts mehr geht, dann muss die Entgiftung, neudeutsch: Detox, her. Schwitzen, fasten, entwöhnen, giftig-grüne Smoothies trinken – all das reinigt.

Heutzutage kann man sich natürlich auch digital vergiften und übersäuern: Wenn der erste wie der letzte Blick im Bett auf’s Smartphone fällt, man auf dem Klo noch Quizduell spielt und auch ansonsten immer und überall „on“ ist. Natürlich haben findige Anbieter hier eine veritable Marktlücke erkannt und genutzt:

Im „Camp Grounded“ werden die Besucher entplugged, d.h. alle digitalen Freunde und Helfer müssen abgegeben werden, und werden den Vergnügungen der Kindheit zurückgeführt: Briefe schreiben mit einer echten Schreibmaschine, analoge Fotografie, analoges Tinder, Sternegucken, Gesichter anmalen, aber auch Yoga, silent dinners und vieles mehr.

Für uns ist die Anreise leider etwas weit, denn das Camp Mendocino liegt gut 200 km östlich von San Francisco – das Angebot wird aber bestens genutzt: knapp 300 Teilnehmer zahlen jeweils 600 Dollar für das lange Camp-Wochenende.

Disconnect to Reconnect: Geboten werden „100% IRL (in real life) Experiences“:

No screens. No Filters. No Big Data. No agenda. No bullshit. Just good old camp.

Toll. Ich bin begeistert. Kindergeburtstag für Große. Auch in Österreich ist man bereits auf den Trend aufgesprungen: Die Steiermark bietet Offline-Urlaub an. Wer sich nun aber sagt: „Digital Detox ist eine super Idee, aber gibt es da denn nicht eine App?“, der hat zwar die Idee nicht ganz verstanden, aber dennoch kann geholfen werden – mit der Digital Detox App! Einfach die Zeit eingeben, wie lange man ungestört sein möchte – und schon ist das Smartphone gesperrt. Für Minuten, Stunden, Tage, Monate….

Ich bin dann mal off…. ins Wochenende! 🙂

Endlich: Anschwärzen 3.0

Unsere schönen neuen Medien der 3.0-Welt kann man nicht nur für’s Stalken einsetzen, sondern sie eignen sich auch hervorragend zum Anschwärzen unverschämter Flegel und rüpelhafter Rüpel. Wer hat sich beispielsweise noch nicht über diese Falschparker geärgert, die Geh- und Radwege zuparken? Und viel mehr noch über unsere Ordnungskräfte, die so etwas beflissentlich übersehen? In Russland gibt es jetzt eine ganz einfache Lösung für dieses Problem:

 

Da freut sich der kleine Hobby-Blockwart und auch die goldene Hausnummer könnte demnächst für parkrowdy-befreite Strassenzüge wieder eingeführt werden. Ich ahnte bisher ja gar nicht, wieviel Macht ich mit meinem Smartphone in den Händen halte…. 🙂

Von wegen digital: erste analoge „Augmented Reality“!

„Augmented Reality“, die erweiterte Wahrnehmung, war schon häufig Thema hier im Blog – das „Web 3.0“ zieht über die Smartphones in unsere Umwelt ein und zeigt uns mehr als in Wirklichkeit eigentlich da ist (Beispiele findet ihr hier und hier)

Aber braucht man für gutes AR immer ein Smartphone? Oder geht das Ganze auch ohne digitales Dingsbums? Ja, es geht, und nein, braucht man nicht, denn aus Taiwan kommt nun die erste analoge AR-Applikation:

Cool, analog ist jetzt das neue digital…

Das App-Book – Zukunft des Buches?

E-Book hin oder her, ich glaube, dass wir auch in Zukunft noch Bücher lesen werden – nur: Wie werden diese Bücher aussehen?

Ich habe ja bereits angeschnitten, wie man die Generation 2.0 zum Lesen bekommt und wie bereits die ersten Kinderbücher augmented reality nutzen, um schon die Kleinsten auf die Zukunft vorzubereiten, doch nun gibt es ein spannendes Projekt, dass einen weiteren Hybriden vorstellt, das App-Book:

Die App ist übrigens kostenlos im App-Store downloadbar und zeigt auch ohne Buch, wie sich spannende Inhalte multimedial darstellen lassen. Letztendlich sollen eines Tages E-Books genau das leisten können – mehr als nur ein einfaches Buch sein und in klickbare Tiefen entführen. Super wird das dann für’s Marketing: Wenn im Buch sich ein Protagonist eine Cola öffnet, dann ist Cola-Spot klickbar (und geht hoffentlich nicht als Pop-Up auf…). Vielleicht werden Autoren in Zukunft auch gleich von Unternehmen gesponsert, wenn er deren Produkte in die Geschichte einbaut und diese im E-Book dann Klicks auf die Unternehmensseiten generieren…

Nur: Wie werden wir dann noch lesen? Und wie lange brauchen wir für ein Buch, wenn auf jeder Seite Filmausschnitte, interaktive Spielereien und Audio-Dateien uns ablenken? Können nachfolgende Generationen dann überhaupt noch die Aufmerksamkeit und die Zeit für einen langen Text aufbringen? Oder downloaden wir uns irgendwann ohnehin nur noch einzelne Kapitel als Lesehäppchen?

Bücher werden bestimmt (so schnell) nicht aussterben, aber sie werden nach und nach verschwinden, so wie die Plattensammlungen verschwunden sind, die CD-Regale oder auch die VHS-Filmsammlung und demnächst die DVD-Sammlung. Irgendwann eines Tages haben wir dann nur noch einen Ipod für die Musik, einen Kindle für die Bücher und ein Tablet für die Filme im Regal zu stehen…. schöne neue Welt?

Gott sei Dank – augmented reality jetzt auch für Erwachsene! :)

Habe ich neulich noch das erste Kinderbuch vorgestellt, das sich konsequenterweise gleich der jüngsten Zielgruppe widmet, so können jetzt alle Erwachsenen aufatmen – natürlich gibt es vergleichbare Angebote auch für Großen!

Zum Beispiel einen Mode-Katalog, bei dem man – iPad & AR sei Dank – die Models auf einmal in Unterwäsche sehen kann (als Kind gab es ja immer so Kleinanzeigen für Röntgenbrillen…

…aber die braucht man heute eben nicht mehr, denn jetzt gibt es ja eine App:

Kinderträume werden wahr – ich sage: Danke, liebe Entwickler! 🙂