Ich bin bei Twitter – ich bin käuflich! #rp15

Wenn der Hashtag „rp15“ die Twitter-Welt zum Glühen bringt, rund ums Gleisdreieck hunderte Nerds und noch mehr schöne kluge Frauen anzutreffen sind, wenn sich alle Medien bis hin zur „Bäckerblume“ darin überschlagen, live zu berichten, dann, ja dann ist Mai.

Und wieder re:publica in Berlin.

Dieses Jahr ist alles noch größer und noch schöner und doch irgendwie auch alles wie die Wiederholung einer liebgewonnenen Serie im Fernsehen (..ist übrigens tot.). In mehreren Sessions wurde erstaunt geraunt, dass das iPhone ja gerade erst 7 Jahre alt ist, man sich also vor 10 Jahren noch gar nicht vorstellen konnte, dass 2015 98% der Zuhörer eines Vortrages diesen dann auch live in den geselligen Netzwerken kommentieren – Multitasking (…ist übrigens nicht tot.) rules.

Auch dass Netzwerke sich besser dazu eignen, gegen etwas zu sein, aber es sehr schwer ist, diese Energie dann in etwas Konstruktives umzumünzen, ist keine neue Erkenntnis: Protests are bigger, but weaker.

Trotzdem ist alles schön – und die Range der Sessions reicht von „traumhaft“ (Gunther Dueck über „Schwarmdummheit“, einfach bedueckend)

bis „traumatisch“ (die „Performerin“ Alicia Augustin als „Conférencière“).

2015-05-05 11.27.33 Völlige neue Wertschätzung erfuhr die begehrte Twitter-Gemeinde durch die Einführung des Tweets als Währung zur Grundversorgung.

Ganz gleich, ob – gewollt – komisch („Carewoche“…. übrigens in Baden-Württemberg noch nicht tot.) oder – gewollt – kreativ (s.u.), ein guter Tweet zur rechten Zeit macht sich bezahlt. Gut, nicht wirklich neu, denn „Pay with a tweet“ ist ja ein alter Hut: Ich hab mir schon vor Jahren 10% Rabatt bei der Buchung des „Hotel Universo“ in Lucca durch einen simplen Tweet gesichert.  Nur: Was wollen die mit den ganzen Tweets? Dem schwäbischen Controller den Nachweis erbringen, wohin die vielen Flaschen Tannenzäpfle hingegangen sind? Sind Tweets die Visitenkarten-Sammelvasen von heute? Sind Twitterer generell so nerdig-bedürftig, dass man sie schon mit den kleinsten Almosen gefügig und viral-streuend machen kann? Pfui, ihr bösen bösen Anbieter, Ausnutzer unserer prekären Situation!!

Ich dachte mir natürlich: „Hey, auf den Hype springe ich auf!“ und twitterte: „Neuer Trend? Da mach ich doch mit: Jeder, der mir nen Tweet schickt, wird im nächsten Blog-Beitrag erwähnt… 😉 #rp15“

2015-05-05 11.28.19Ganze zwei Twitterer haben reagiert – und sollen natürlich hier auch ihre hart verdiente Erwähnung erhalten:

– zum einen Thomas Mampel, der erste Human-Social-Media-Bot, von dem ich vermute, dass er tatsächlich eine Schnittstelle direkt ins Gehirn hat, die all seine klugen Gedanken sofort int Tweets und Blogbeiträge umwandelt…  (@tmampel)

– und zum anderen das Team von Text100 aus München, die hoffentlich ein bißchen bayrische Gelassenheit auf die hektische re:publica gebracht haben ( @text100de)

Ich sollte jedoch das Geschäftsmodell vielleicht noch einmal überdenken….

Selberreisen war gestern: der Remote Control Tourist

Herrliche Zeiten kommen auf uns zu, denn wir müssen ja gar nichts mehr selber machen: Wir shoppen online und ersparen uns das Gedrängel mit quietschenden Teenies in den Geschäften, wir pappen uns Elektroden an den Körper, die für uns die Muskeln bewegen, und selber kochen müssen wir ja schon lange nicht mehr. Nur dieses doofe Reisen mit all seinen Unannehmlichkeiten (Wartezeiten, andere Menschen, Jet Lag, andere Menschen, fremde Sprachen und Speisen, andere Menschen….) konnte man bislang nicht abwälzen.

Doch dank der australischen Tourism Victoria brauche ich nun zumindest nicht mehr nach Melbourne zu fahren, denn ich kann jetzt meinen RCT (Remote Control Tourist) via Twitter und Facebook durch die Stadt steuern:

4 gecastete Touristen erkundeten vom 9. – 13. Oktober die Metropole, gelenkt von den Social Media Usern, ausgestattet mit Helmkamera, Google Maps Karte und GPS-Empfängern. Und viele viele Australienfans nutzen dieses Angebot, das man sich auf youtube anschauen kann. Hier nur als Vorgeschmack die Zusammenfassung des ersten Tages:

Toll, oder? Füße hoch, Bierchen auf und schon ist man mittendrin und live dabei. Was man da allein an Geld sparen kann…. ich bin begeistert! Ach…. wie…. ?  Das Motto lautet „Go before you go“? Ich soll den Spaß mitmachen, um dann auch – angefixt von den tollen Bildern – die nächste Reise nach Melbourne gleich buchen? Alles nur eine innovative Social Media Tourismus Werbung, die zeigt, wie man diese modernen Tools effektiv in seine Kommunikation einbinden kann?

Zu früh gefreut, ich muss wohl auch weiterhin selbst verreisen…

 

 

Wer immer schon mal auf Fred werben wollte…

Das Schöne an dem ganzen Social Media Gedöns ist ja, dass auch dumme Ideen immer wieder neu aufgekocht werden können. Schon 2005 verkaufte Keri Smith ihre Stirn als Werbefläche und ließ sich damals dann den Schriftzug des Meistbietenden tätowieren:

… für sage und schreibe 10.000 Dollar.

Wer jetzt denkt: „Das ist mal eine tolle Idee, ich will auch jemanden mit meiner Werbung tätowieren!“, dem kann geholfen werden, den Fred versteigert seinen Arm (wie langweilig – im Vergleich zu einer Stirn…) – seht selbst:

Nun ja wir sind 2012, da ist es dann nur noch ein QR-Code, aber besser als gar nichts… 🙂

Apropos Social Media: Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass wir (Blogger, Facebooker, Twitterer…) vollkommen vereinsamen und nur noch vor’m Schirm hängen und uns die Finger wund tippen. Social Media addiction hurts…. Doch auch da naht endlich Hilfe:

In diesem Sinne: Raus in die Sonne!

Wenn die Marlons alt werden: Future Hipsters 2062

Es ist nun gerade einmal 11 Jahre her, dass Boris Becker uns mit großen Augen anguckte und fragte: „Bin ich schon drin?“. Das waren die Zeiten, wo wir noch vor einem Rechner saßen, der mit einem Kabel und über ein Modem (56k) mit dem Netz verbunden waren. Wir hörten die Datenautobahn rauschen und der Aufbau von Internetseiten dauerte lange….lange…lange…

Unter diesem Aspekt traut man sich ja gar nicht darüber nachzudenken, wie wir in 10 Jahren mit dem Netz umgehen werden. Folgender kleiner Spot geht noch einen Schritt weiter und zeigt uns die Hipster von heute in 50 Jahren, 2062:

Die Future Hipster werben augenzwinkernd für die „Social Media Week„, die sich natürlich auch mit diesen Themen beschäftigt. Ich finde die Frage neben dem spaßigen Faktor allerdings auch sehr spannend, denn wenn wir betrachten, wie sehr sich das gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und politische Leben in den letzten 10 Jahren durch das Internet verändert hat, dann müssen wir uns ebenso fragen, wie unser Leben in 10, 20 oder 50 Jahren aussehen wird. Auch, wie wir, die „Best Agers“ von morgen, mit Twitter, Facebook & Co älter werden…

Eine Gewissheit bleibt – Gott sei Dank: Alles wird anders. 🙂

Endlich: You’ve got smell!

Und – wie riecht Ihre Email denn so? „Twitter stinkt“ bekommt auch eine völlig neue Bedeutung, wenn man erst einmal „Olly“ angeschlossen hat, „the web connected smelly robot“.

Jedes Mal, wenn eine Email (künftig dann Esmell) eintrifft, kündigt ein mehr oder weniger dezenter Duft an, dass es an der Zeit ist, den Posteingang zu checken… und wem ein Duft zu wenig ist, der kann Olly auch stapeln und so ein ganzes Bukett von Wohlgerüchen kreieren! Dufte, wa?

Unendliche Möglichkeiten werden sich für das Marketing auftun: Amazon wird Olly verschenken und dann bei jedem Besuch auf ihrer Website zarten Lavendelduft verströmen, der ja bekanntlich die Kaufbereitschaft weckt. Oder der leidenschaftliche Odeur nach Schweiß und Pheromonen, wenn man bei Youporn unterwegs ist. Oder der Geruch nach nassem Hund für Tierfreunde… Ich freu mich!

Nun gut, ganz neu ist das ja nicht, früher gab es schon einmal Geruchskino. Da musste der Zuschauer dann an bestimmten Stellen im Film kleine Duftfelder freirubbeln – hat sich irgendwie nie richtig durchgesetzt… Aber jetzt ist 2012 und der Fortschritt ist auf unserer Seite! Aber was kommt als nächstes? Ich hätte da einen Vorschlag:

Wie ich mein Social Media organisiere

‚Sehr häufig werde ich gefragt: „Wo nimmst du nur all die Zeit her, die du aktiv  online in deinen Netzwerken verbringst?“, meist in Verbindung mit einem leicht fassungslosen Kopfschütteln…

So aufwändig ist das gar nicht und daher möchte ich in diesem Post einmal meinen ganz persönlichen Umgang mit Facebook und Co darlegen – gerne zur Nachahmung empfohlen! Für die meisten hier genannten Programme gibt es auch gute Alternativen, aber wie gesagt: So organisiere ich mich….

Um mich mit den Informationen zu versorgen, die für mich relevant sind, habe ich mir eine netvibes-Seite eingerichtet. Dies ist ein kostenloser RSS-Feed-Reader, der es mir erlaubt, alle für mich wichtigen Blogs auf einen Blick zu verfolgen und schnell spannende News herauszufiltern. Die netvibes-Site ist öffentlich, jeder Aussenstehende kann sich ebenso wie ich durch die Blogs durchklicken. Zusätzlich kann ich interessante Fundstücke, Videos und Links dort posten.

Alles, was mir so unterkommt, Bilder, Videos, Links, Zitate – on- wie offline – sammle ich auf meinem tumblr-Account. Tumblr bietet, wiederum kostenlos, eine Art „digitales Sammelsurium-Tagebuch“ – das Hinzufügen von Material funktioniert ganz einfach per Mausklick. Mir geht so nichts mehr verloren und ich kann dann später aus dem gesammelten „Zeugs“ meine „richtigen“ Einträge basteln. Auch meine tumblr-Seite ist öffentlich, jeder kann an meinen Fundstücken teilhaben, sie weiterleiten, kommentieren usw. Gleichzeitig ist mein Account so eingestellt, dass jeder Eintrag automatisch in meinem Twitter- und meinem Facebook-Account gepostet wird.

Twitter (@makketing) dient mir ebenfalls dazu, interessante Informationen zu entdecken, die mir sonst verborgen geblieben wären. Ich folge dort Marketing-Autoren und -Fachleuten, deren getwitterte Links mir wertvolle Quellen aufzeigen 🙂

Facebook dient der Kommunikation mit Freunden – doch nicht nur: In meiner Gruppe „makketing“ poste ich – und die anderen Mitglieder – Clips, Spots, Blogeinträge und vieles mehr in Sachen „gutes/schlechtes Marketing“. Es wird kommentiert, diskutiert, geteilt; nicht nur unter Freunden, sondern mit allen, die sich für diese Themen interessieren und an den Gesprächen teilnehmen wollen – ein kleiner makketing-tribe also 😉

Zu guter Letzt gibt es noch diesen Blog: Die Postings hier sind etwas länger und in der Regel auch bearbeitet, d.h. ausformuliert. Ziel ist es, einmal wöchentlich hier etwas kluges – oder zumindest unterhaltsames zu schreiben – und selbstverständlich wird jeder Blogeintrag auch wieder über Twitter, tumblr und Facebook kommuniziert – automatisch!

Social Media bietet mir also in erster Linie Werkzeuge, einen Teil meiner Arbeit und einen großen Teil meiner Kommunikation besser zu organisieren, als es mir zuvor möglich war. Dank meines Netbooks bin ich schnell, immer und überall online – wenn ich es sein will! Ich konsumiere nicht nur wesentlich leichter Inhalte, ich kann diese auch teilen, diskutieren und neue Inhalte produzieren. Das muss beileibe nicht jeder tun – bei mir gehört es aber zu meinem Job dazu (und jaaaa, es ist auch meine Leidenschaft, zu kommunizieren).

Zurück zum Ausgangspunkt: Wieviel Zeit kostet mich das nun täglich? Zwischen 60 – 90 Minuten verbringe ich damit, Informationen zu sichten, zu sammeln, aufzubereiten und zu teilen. Und ich lese trotzdem noch meine Zeitungen… 🙂 Ich nutze dazu bislang „tote“ Zeit zwischendurch (Wartezeiten, Leerläufe etc.) und es geht zu Lasten meines Fernsehkonsums – aber lieber bin ich online aktiv als mich vor der Kiste liegend nur berieseln zu lassen 🙂

Anregungen und eigene Erfahrungsberichte sind hier herzlich willkommen!