Ich hasse….

Weihnachten, das Fest der Liebe… und der Geschenke, die übersüßten, überteuerten Heissgetränke mit leichten Spuren von Alkohol, die lärmenden Weihnachtsmärkte, die exzessiven Weihnachtsfeiern, das Völlegefühl von Gans, Kloß, Rotkohl….. ach, ich liebe Weihnachten!

Manche aber möchten lieber nichts wie weg aus diesem Trubel – und da bieten sich natürlich tolle Ziele an – je weiter, desto besser. Leider gibt es auch am Urlaubsort reichlich Störendes – die Einheimischen beispielsweise. Kann man leider nix machen, denn:

Einheimische am Strand des Urlaubsortes sind kein Reisemangel. Auch dann nicht, wenn sie einen gewissen Lärmpegel erzeugen.

AG Aschaffenburg, AZ 13C 3517/95

Und so hasst man seinen Urlaubsort eben auch – so wie dieser junge Mann hier:

Blaue Tasche weg, Geld weg, Papiere weg. Aber wird es nicht schön? Passt doch irgendwie wieder in die Vorweihnachtszeit…irgendwie… Dahinter steckt (natürlich) die Tourism Authority of Thailand (TAT), die sich dachten, dass die konventionellen Imagekampagnen ziemlich durchgedudelt seien und eine solche, nun ja, „Anti-Kampagne“ mehr Aufmerksamkeit bringen würde. 2,3 Millionen Klicks sind dabei schon ein veritabler viraler Erfolg.

Blauen Himmel, Strand und freche Affen haben eben viele Destinationen, aber wahre Gastfreundschaft gibt es eben nur in Thailand. Und clevere Tourismus-Marketing-Köpfe….

Schöne Ferien…in Dänemark!

Dass Werbung Images und Stereotypen verwendet/verwenden muss, ist nun keine neue bahnbrechende Erkenntnis – aber gerade in der Touristikwerbung wird dies zunehmend zum Problem. Wie lässt sich eine Destination jenseits der altbekannten, abgegriffenen Bilder bewerben?

Zum Beispiel mit Humor, indem man die nationalen Klischees überzieht und somit das Zwerchfall (und die Herzen) der Betrachter erobert:

Ok, das ist nun kein offizielles „Visit Denkmark“-Video, sondern ein kleiner Pausenfüller des diesjährigen Eurovision Song Contest – Halbfinales, aber es bringt mir doch Kopenhagen viel näher, als das, was sich die richtigen Vermarkter haben einfallen lassen:

Leichte Überdrehtheit und eine Prise Wahnsinn machen Spaß und wecken mehr Interesse als die ewig gleichen Ansichten und Bilder…

Und weil es so schön war, möchte ich euch auch den 2. Pausenfüller nicht vorenthalten (für Museumsvermarkter zur Veranschaulichung 🙂 ):

 

Selberreisen war gestern: der Remote Control Tourist

Herrliche Zeiten kommen auf uns zu, denn wir müssen ja gar nichts mehr selber machen: Wir shoppen online und ersparen uns das Gedrängel mit quietschenden Teenies in den Geschäften, wir pappen uns Elektroden an den Körper, die für uns die Muskeln bewegen, und selber kochen müssen wir ja schon lange nicht mehr. Nur dieses doofe Reisen mit all seinen Unannehmlichkeiten (Wartezeiten, andere Menschen, Jet Lag, andere Menschen, fremde Sprachen und Speisen, andere Menschen….) konnte man bislang nicht abwälzen.

Doch dank der australischen Tourism Victoria brauche ich nun zumindest nicht mehr nach Melbourne zu fahren, denn ich kann jetzt meinen RCT (Remote Control Tourist) via Twitter und Facebook durch die Stadt steuern:

4 gecastete Touristen erkundeten vom 9. – 13. Oktober die Metropole, gelenkt von den Social Media Usern, ausgestattet mit Helmkamera, Google Maps Karte und GPS-Empfängern. Und viele viele Australienfans nutzen dieses Angebot, das man sich auf youtube anschauen kann. Hier nur als Vorgeschmack die Zusammenfassung des ersten Tages:

Toll, oder? Füße hoch, Bierchen auf und schon ist man mittendrin und live dabei. Was man da allein an Geld sparen kann…. ich bin begeistert! Ach…. wie…. ?  Das Motto lautet „Go before you go“? Ich soll den Spaß mitmachen, um dann auch – angefixt von den tollen Bildern – die nächste Reise nach Melbourne gleich buchen? Alles nur eine innovative Social Media Tourismus Werbung, die zeigt, wie man diese modernen Tools effektiv in seine Kommunikation einbinden kann?

Zu früh gefreut, ich muss wohl auch weiterhin selbst verreisen…