Facedeals: Gute Angebote nur noch für die Schönen?

Gesichtserkennung – der heiße Scheiß von morgen – wobei „morgen“ wirklich morgen bzw. ganz doll nah in der Zukunft meint. Denn mit „Facedeals“ können wir endlich mit dem Gesicht bezahlen… naja noch nicht ganz, aber fast. Seht selbst:

So, liebe Leute, dann räumt mal schön eure Bilder bei Facebook auf, denn ich sehe es schon kommen, dass der eine oder andere Laden uns nur noch reinlässt, wenn wir gut genug aussehen – keine Chance für Hackfressen. Oder Glatzen… Oder Hipster mit Schnauzbart…obwohl, das wäre doch mal was!

Selbst wenn das Ganze nur ein Fake sein sollte, was ich nicht wirklich annehme, so zeigt es doch sehr anschaulich auf, wohin die Reise gehen wird: Wir geben genug von uns preis, so dass personalisierte Angebote in Echtzeit schon heute möglich sind – und warum nicht mit unserem Gesicht einchecken?

Jeden, den es jetzt gruselt und der einen Aufschrei kaum zu unterdrücken vermag, dem sei gesagt, dass wir Älteren – wie immer – sowieso keine bedeutende Rolle mehr in den Überlegungen der Marketeers spielen. Es ist die heutige Jugend, die es in Kürze einfach erwarten wird, dass die Geschäfte mit Facedeals ausgestattet sein werden. Menschen wie Annie zum Beispiel:

So wachsen die kleinen Racker heutzutage auf… wer über 40 wäre heute dazu in der Lage, auch nur annähernd so mühelos und selbstsicher die diversen Programme zu bedienen? Meine Sozialisation sah noch so aus, dass wir im Informatik-Unterricht Lochkarten (!!!) hergestellt haben… oder elektronische Würfel… während im Schulkeller die Zuse vor sich hinratterte (P. Wanke forever!)…

Zurück zum Marketing: Die meisten Unternehmen verpennen ja hier in Deutschland noch die wachsende Bedeutung von Location-based-Marketing – wer bei Facedeals jedoch nicht rechtzeitig agiert, läuft Gefahr, die junge Klientel zu verlieren. Nicht wir machen die Märkte, die Märkte machen uns….

Die Zukunft des Marketing – Teil 3: Die Kunden von morgen

Gerade heute habe ich wieder die Diskussion geführt, wie wohl das Marketing von morgen aussehen wird. Die vielen Möglichkeiten faszinieren, aber erschrecken auch. Will man diese individualisierten Botschaften wirklich ständig, überall, non-stop erhalten? Was ist, wenn ich nach wie vor Bücher lesen möchte, aber die Verlage in 5 Jahren nur noch einfache, für sie billigere E-Books anbieten werden? Amazon US verkauft schon seit längerer Zeit mehr E-Books als gebundene Bücher…

Es ist eigentlich egal, wie unsere Befindlichkeiten sein werden, denn es geht in 10 Jahren nicht mehr um uns, sondern um diese hier:

Das sind die Kunden von morgen – und die wachsen heute schon mit all den technischen Möglichkeiten auf, gehen spielerisch damit um und erwarten, dass wir uns ihren Welten anpassen (und nicht umgekehrt). Wir, wir sind dann nur noch Auslaufmodelle, denen man vielleicht ein paar olle Seiten bedrucktes Papier zuwirft….

Ganz so schwarz sehe ich das natürlich nicht, aber es muss uns klar sein, dass – auch wenn wir nicht jede Entwicklung gut heißen – wir diese nicht aufhalten werden können.

Einen weiteren Schritt in Sachen individualisierte, mobile Werbung geht auch Google mit seinem neuesten Angebot, niedlich in Szene gesetzt:

Gemerkt? Da sitzt niemand mehr an seinem Rechner zuhause, sondern guckt in sein Handy oder seinen Laptop… Es kommt alles noch viel schneller!