Warum nicht jeder Kaffeefilter eine Filtertüte ist

Wieder einmal war ich zu Gast bei den Herren von „Zweiaufeins„, wenn auch corona-bedingt nur am Telefon und nicht im radioeins-Studio. Thema der Sendung war „Filter“ und ich sollte ihnen nun brühwarm ein wenig über die Filtertüte berichten:

Tatsächlich ist der Begriff „Filtertüte“ als eingetragenes Warenzeichen gesetzlich geschützt – und zwar von der Firma Melitta, deren Gründungsfamilie Bentz sich vor über hundert Jahren die Erfindung der Filtertüte patentieren ließ. Vor der Erfindung der Filtertüte wurde das Kaffeepulver entweder komplett in das aufgebrühte Wasser gegeben und dann durch ein Sieb geschüttet oder man verwendete einen Kaffeebeutel, ähnlich wie ein Teebeutel, der mehrmals verwendet wurde, aber als Nachteil mit sich brachte, dass der Kaffee bitter schmeckte.

Eine weitere Methode der Kaffeezubereitung war die Verwendung eines herkömmlichen Siebes, in das ein Leinentuch oder ein ausgeschnittenes Löschpapier eingesetzt wurde. Auftritt Melitta Bentz, die um die Jahrhundertwende schwer davon genervt war, dass ständig Kaffeesatzkrümel zwischen ihren Zähnen kleben blieben. Melitta, damals 34, schlug mit Hammer und Nagel Löcher in einen Messingtopf, legte ein Löschblatt aus dem Schulheft ihres Sohnes auf den Boden und hat so den Kaffeefilter erfunden. Diese Weise, mittels einer Art Löschpapier und einem blechernen Trichter Kaffee zuzubereiten, wird bereits in der 1784 erschienenen „Oeconomischen Encyclopädie“ von Johann Georg Krünitz unter dem äußerst ausführlichen Eintrag „Kaffe“ als bekannt vorausgesetzt – und als beste Art der Kaffeebereitung gepriesen. Aber offenbar hatte sich zuvor noch niemand die Mühe gemacht, diese Idee zu Geld zu machen. 1908 war sie nun nach einigen Weiterentwicklungen so weit, einen Filtertopf zusammen mit passenden, kreisrunden Filtrierpapier-Scheiben anzubieten. Die zylindrischen Gefäße bestanden zunächst aus Aluminium und trugen die Prägung „Original Melitta“.

Nachdem  ihr das kaiserliche Patentamt einen Gebrauchsmusterschutz für ihren Filter erteilte, meldeten Melitta und Hugo Bentz mit 73 Pfennigen Startkapital beim Dresdner Gewerbeamt ein „kaufmännisches Agentur- und Kommissionsgeschäft“ an. Zunächst produzierte Familie Bentz ihre Filtertüten in der heimischen Wohnung, im Jahr 1915 zog die Firma in eine ehemalige Schlosserei um.

Doch auch diese wurde schnell zu klein und so zog die Firma 1929, nachdem zudem beide Söhne in das Unternehmen eingestiegen waren, nach Minden, da in Dresden keine angemessenen Räumlichkeiten zur Verfügung standen. Bis heute wird „Melitta“ von einem Familienmitglied (mit)geleitet. Die Filtertüte, so wie wir sie heute kennen, wurde dann 1937 zusammen mit dem dazugehörigen, mit Ablaufrillen versehenen Aufsatz patentiert.

Es ist übrigens vollkommen egal, ob man weiße oder braune Filtertüten verwendet: Die braun eingefärbten Filtertüten sollen lediglich den Eindruck erwecken, dass sie aus ressourcen-schonenden Rohstoffen gefertigt wären. Aber alle anständigen Kaffeefilterpapiere sind sowieso kompostierbar und müssen, wenn überhaupt, chlorfrei und natürlich gebleicht sein.

Filterpapier ist per Definition ein „holzfreies, ungeleimtes, aus Hadern hergestelltes Saugpapier, das durch besondere Reinheit gekennzeichnet ist und dessen Scheidefähigkeit und Filtriergeschwindigkeit definiert sind.“ Hadern sind eigentlich Papiere aus Stoffresten, allerdings werden in der Herstellung von Filterpapier eher Faserstoffe aus Nutzpflanzen verwenden. Hochwertig sind diese Papiere in jedem Fall, denn sie müssen je nach Papierstruktur und Faserzusammensetzung sehr genau bestimmen können, welche Stoffe voneinander geschieden werden sollen und mit welcher Schnelligkeit das passiert. So gelangen am Ende einer normalen Filterbenutzung etwa 22 Prozent der Inhaltsstoffe, die aus einer Bohne gelöst wurden, im Kaffee, inkl. 20% der Kaffee-Öle.

Zurück zu Melitta. Die Werke wuchsen nach dem Krieg weiter in verschiedene Geschäftsfelder. Zunächst stieg man in das Porzellangeschäft ein: Mit den Kaffee-, Tee- und Tafelservice aus Porzellan und Steingut von Melitta wurde der Begriff des „schön gedeckten Tischs“ in der Wirtschaftswunderzeit maßgeblich geprägt. Später kamen dann Produkte wie Süßigkeiten und vor allen Dingen Kaffee dazu: So produzierte Melitta als erster Hersteller filterfein gemahlenen und vakuumverpackten Kaffee.

Heute gehören zur Melitta-Holding auch Produkte wie Reinigungsmittel für den Haushalt, Staubsauger- und Müllbeutel (Marke Swirl) und Frischhalte-Produkte. Bekannte Marken sind z.B. „Swirl“ und „Toppits“.

In diesen Text eingestreut habe ich euch einige der Werbespots mit dem „Melitta-Mann“ Egon Wellenbrink. Von 1989 bis 1999 stand dieser in über 130 verschiedenen Werbespots vor der Kamera. Regisseur in den ersten drei Jahren war übrigens der bekannte Schweizer Komiker Emil Steinberger.

Melitta hat im Rahmen der Corona-Epidemie weltweit Millionen von Mund-Nase-Schutzmasken hergestellt und die erste Million Masken an Gesundheitseinrichtungen verschenkt.

 

 

 

Billie, Billie don’t you lose my number…

„Kunde droht mit Anruf“, ist ja immer noch ein gern gemachter Scherz in manchen Büros, gemacht oftmals von dem leicht feisten Kollegen mit den Diddl-Socken. Tatsächlich lässt sich an der Kunden-Hotline bestens ablesen, wie viel wir dem Unternehmen wirklich wert sind und wie ernst man uns nimmt.

Zwei aktuelle Beispiele aus dem Bereich Mobilfunk: Bei Anbieter 1 sprach ich immerhin mit Menschen, allerdings weiß ich bis heute nicht, wo die eigentlich saßen und ob sie meiner Sprache überhaupt mächtig waren, denn anscheinend lasen sie nur ab, was auf dem Monitor vor ihnen stand. Auf meine Rückfragen konnten sie nicht antworten, so dass das Gespräch leider erfolglos beendet wurde. Aber mir wurden wiederholt irgendwelche Gigabyte angeboten, die ich weder brauchte noch wollte.

Bei Anbieter Nummer 2 sprechen nur noch die Chatbots – und damit es nicht zu eintönig wird, gibt es eine weibliche und eine männliche Stimme. Aber auch die haben mir bei meinem Problem nicht helfen können. Ich rief dann übrigens direkt bei dem Shop an, wo ich tags zuvor das sündhaft teure Handy gekauft hatte, das nun Probleme bereitete, aber auch dort gelangte ich – egal zu welcher Zeit – nach 2x Klingeln direkt zum Anrufbeantworter.

Ich glaube, von diesen Geschichten hat jeder welche auf Lager. Wenn man ein Problem hat, dann soll man bloß nicht anrufen, denn im Zweifelsfall gibt es bereits bei YouTube ein Video dazu.

Wie un-end-lich dumm und kundenunfreundlich. Es geht nämlich auch ganz anders:

Taika cans with telephone number on it

Taika, finnisch für Magie, bringt Kaffee in Dosen auf den Markt. Das besondere sind hier die beigefügten Adaptogene, biologisch aktive Pflanzenstoffe, die dem Organismus helfen sollen, sich erhöhten körperlichen und emotionalen Stresssituationen anzupassen. Doch es geht mir gar nicht um das Produkt. Sondern um die nicht sehr unauffällig platzierte Telefonnummer auf den Dosen.

Kalle Freese, einer der Gründer, erklärte dies im Interview:

This is the perfect example of the “wow” experience I love to create for my customers. (…) With Taika, we’re building the version 3.0 of what I call “scalable hospitality:” leveraging technology to accentuate the product experience and enable our customers to connect with the brand in a fun and accessible way.

In the beginning, I put my personal number on the cans so people could text us feedback and order more. It worked so well that we decided to put the number front and center. We’ve had some hilarious philosophical discussions with people trying to figure out whether they’re talking to a bot or a human. It’s fun and weird—a pretty good substitute for not being able to go to your local coffee shop right now.

(Quelle)

Jetzt könnte man meinen, das sei ja nur ein kleiner Gag, aber an anderer Stelle berichteten die Gründer, dass diese direkte Erfahrung, die die Kunden mit der Marke machen, nicht nur die Bindung erhöht, sondern auch eine hervorragende Form der Marktforschung ist und sie viele Interessenten, die sich nur mal „just for fun“ gemeldet hatten, nach 15 – 20 Textnachrichten zum bestellenden Kunden verwandelten.“Ruf! Mich! An!“ funktioniert also auch, wenn man seine Kunden nicht anschreit und mit der Peitsche bedroht…

Man muss eben nur zuhören und seine Kunden als Impulsgeber verstehen – und schon bekommt der Begriff „Kundenwert“ eine ganz neue Bedeutung! Es liegt an der grundsätzlichen Philosophie hinter dem Produkt, denn die Ausgangsfrage der Gründer lautete: „Wie fühlst du dich, wenn du Kaffee trinkst?“. Das führt zu ganz unterschiedlichen Aspekten, denn der eine Kaffee morgens soll uns wach (und ansprechbar) machen, der Kaffee am Nachmittag uns entspannen und der Espresso nach dem Essen soll das Völlegefühl nehmen.

James Hoffmann, einer der Investoren, nennt diesen Ansatz: „Coffee as a destination“

Ok, um ehrlich zu sein, der Kundenwert funktioniert natürlich auch bei Taika (folgt ihnen auf Instagram!) noch im ganz klassischen Sinne, denn eine Dose kostet 5 – 6 $….

Als ich diesen Preis das ersten Mal las, brauchte mein schwaches Herz erst einmal einen frisch gebrühten Kaffee – ganz ohne Adaptogene.

Abschließend für alle diejenigen, die sich an den tollen, titelgebenden Song von Phil Collins aus dem Jahre 1985 nicht erinnern können, hier noch zum Abschluß – vielleicht als Begleitung zum Heißgetränk –  das *räusper* epische Musik-Video:

Denn Dein ist die Kraft und das Food und die Herrlichkeit….

In der sehr überschaubaren Markenwelt meiner Jugend („Wir hatten ja nix…“) war ein Logo doch sehr präsent: das der Marke „Kraft“:

Doch was ist Kraft eigentlich für ein Konzern? Das fragte mich diesmal nur Daniel Finger beim Interview in „Zwei auf eins“ bei „radioeins„:

Es war James Lewis Kraft der 1903 in Chicago mit ganzen 60 Dollar Startkapital die „Kraft Foods“ als ambulanten Käsehandel gründete und er war zudem der erste, der sich das Emulgieren und Pulverisieren von Käse patentieren ließ, um ihn damit lager- und transportfähiger zu machen. Eines Tages traf er einen Händler aus St. Louis, der in Karton verpackte Nudeln verkaufte – und schon entstand das, wofür Kraft bis heute in den Vereinigten Staaten am bekanntesten ist: Mac & Cheese aus dem Karton. Seit 1937 sind diese haltbaren Maccheroni mit Käse auf dem Markt; schon im ersten Jahr verkauften sich mehr als 9 Millionen Packungen, heute gehen täglich 1 Millionen Einheiten in 22 Varianten über die Verkaufstheken. In Berlin gibt es ja auch keinen einzigen Burger-Laden in den Hipsterbezirken mehr, der nicht „Mac & Cheese“ als Beilage hochjubelnd verkauft…

1988 erwarb der US-Konzern Philip Morris für knapp 13 Milliarden Dollar Kraft Foods und fusionierte dieses dann 1989 mit dem zuvor erworbenen Konzern „General Foods“ zum damals weltweit größten Lebens- und Genussmittelproduzenten. 1990 kam dann noch „Jacobs Suchard“ zum Konzern dazu – zwischenzeitlich hatte sich die „Mutter“ Philip Morris in „Altria“ umbenannt, um die verrauchte Herkunft nicht so deutlich werden zu lassen, musste sich aber 2007 von „Kraft Foods“ trennen,  um nicht Gefahr zu laufen, dass Klagen von Tabakkonsumenten auch Kraft treffen könnten.

Eine Vielzahl weiterer Markenankäufe folgten, unter anderen die Keks- und Gebäckmarken LU und Mikado oder der Süßwarenhersteller Cadbury.

2012 wurde Kraft Foods in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen aufgeteilt: die „Kraft Foods Group“, die nur noch für den nordamerikanischen Raum zuständig ist (und somit für Mac & Cheese), und die „Mondelez International“, die die globalen Snacks und Süßwaren verantwortet sowie alle anderen Lebensmittel außerhalb von Nordamerika. Das führte zu einem mittleren Markenkuddelmuddel: Oreo-Kekse sind weltweit Mondelez, Philadelphia-Frischkäse wird je nach Land mal von Kraft und mal von Mondelez verkauft.

Mondelez ist nach Nestlé und Pepsico der drittgrößte Nahrungsmittelhersteller der Welt: 110.000 Mitarbeiter erwirtschaften in 155 Ländern jährlich über 35 Milliarden Dollar. Zu den Mondelez-Marken gehören (u.a.):

Milka, Daim, LU, Philadelphia, Oreo, Mikado, Miracle Whip, Ritz, Stimorol, Kaba, Suchard, Toblerone, Trident, Tassimo, Jacobs Kaffee, Onko, Kaffee Hag, Senseo, Ketchups, Saucen und: die echten Salzburger Mozartkugeln (Mirabell)…

Mondelez ist einer der 4 weltgrößten Kaffeegiganten – und damit auch ein harter Preisdrücker bei den Erzeugern, der sich zwar für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Kaffee- (wie auch Kakao-) Plantagen einsetzt, sich aber sehr bestimmt von allen fair trade – Maßstäben fernhält (mehr dazu findet ihr im Oxfam-Report:  Behind the brands). Gleichzeitig geriet Kraft Foods (wie dann auch in der Folge Mondelez) immer wieder in das Visier der deutschen Wettbewerbshüter, die unerlaubte Preisabsprachen gerade bei Kakao- und Kaffeeprodukten aufdeckten und abstraften.

Meiner Meinung nach liegt hier auch das größte Problem in Sachen „Nahrungsmittelkonzerne“: Wir müssen Milliarden von Menschen ernähren – und das geht nicht nur über Bauernhöfe und traditionelle Landwirtschaft. Schon eine Stadt wie Berlin kann nicht von den paar Brandenburger Öko-Höfen am Leben erhalten werden – wer das glaubt (und propagiert) ist einer hoffnungslosen Öko-Romantik verfallen… Gerade in Zeiten zunehmender Flächenversiegelung und Fremdnutzung von landwirtschaftlichen Flächen sowie der unsinnigen Konzentration auf Monokulturen brauchen wir Anbieter, die in der Lage sind, Nahrungsmittel für Massen herzustellen. Was jedoch gewährleistet sein muss, ist die Kontrolle über diese globalen Player, die sich an nationalen Befindlichkeiten und Gesetzesgebungen immer seltener aufhalten. Diese Allmacht soll dann noch im Freihandelsabkommen TTIP gestärkt werden:

Ein erklärtes Ziel von TTIP ist es, “das höchste Liberalisierungs- und Investitionsschutzniveau” innerhalb der beteiligten Staaten zu erreichen. Gerade Investitionsschutz wirkt auf den ersten Blick sehr positiv, hat es beim genaueren Hinsehen gehörig in sich.
So wird Konzernen die Möglichkeit eingeräumt vor geheimen Schiedsgerichten gegen jede Politik im Gaststaat zu klagen. Der Schiedsspruch steht über dem nationalen (und demokratisch kontrollierten) Gesetz und kann nicht angefochten werden. (Quelle)

Dazu abschließend noch folgender Monitor-Beitrag:

makketing spricht…. über Kaffee

„Der Kaffee muß heiß sein wie die Küsse eines Mädchens am ersten Tag, süß wie die Nächte in ihren Armen und schwarz wie die Flüche der Mutter, wenn sie es erfährt.“, lautet ein arabisches Sprichwort – dementsprechend naheliegend war es von der Redaktion von Zwei auf eins zum Thema „heiß“ mich als Kaffee-Experten einzuladen…äääh, als Marketing-Experten natürlich. Das radioeins-Interview lässt sich hier nachhören:

In Ergänzung zum Gespräch möchte ich hier nun tief in die Werbespot-Geschichte eintauchen und einige Goldbohnen der deutschen Kaffeewerbung wieder in Erinnerung bringen. Starten wir mit Tante Adele aus den 30ern…

Damals musste nicht nur die Qualität betont, sondern auch noch das richtige Kochen kommuniziert werden – eine Kunst wie sonst nur die Tee-Zeremonie. Die dann doch irgendwie berauschende Wirkung des Kaffees belegt dieser Spot:

Ach, die gute alte Zeit… als auch noch die Geschlechterrollen zumindest in der Kaffeewerbung in Ordnung waren….

Doch die Frau lernt schnell…dank Jacobs:

Und dann: die Emanzipation! The Empire strikes back! In Form des Kaffeekränzchens…:

Männer können’s einfach nicht. Und das obwohl der bekannteste Kaffeetrinker uns jahrelang terrorisiert hat:

Doch zurück zu Jacobs: Auch das Thema Demenz (wahrscheinlich aufgrund mangelnden Kaffeekonsums) wurden frühzeitig aufgenommen:

Aber egal, frau wird durch Kaffee erst zur Superwoman:

…und auch unsere Freunde und Helfer wollen sanft geküßt werden…:

Viele Kaffeemarken von früher sind mittlerweile verschwunden, auch unser Geschlechterverständnis hat sich in der Zwischenzeit verändert. Dennoch trinken die Deutschen von Jahr zu Jahr immer mehr Kaffee – nur zunehmend seltener im Rahmen eines Kaffeekränzchens und dafür immer häufiger „to go“:

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Hektische Betriebsamkeit ist angesagt, nur die Faulen können noch den Tag im Café verschwenden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Pappbecher wurde zum Statussymbol und der Kaffee zum schnellen Doping auf dem Weg zur Arbeit. Doch „to go“ ist ja so 2013, denn 2014 muss alles noch rasanter gehen…

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„Schneller, höher, weiter“ heißt die Devise, dabei sein ist schon lange nicht mehr alles. Der „Coffee to go“ ist quasi der Rollkoffer unter den Kaffees…

 

 

 

 

 

 

 

Vielleicht sollten wir uns doch wieder stärker auf die Kaffeehaus-Kultur besinnen, denn:

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Zu guter Letzt: Wer sich seinen Kaffee wirklich wieder selbst machen möchte, also inklusive Röstung und Mahlung, und das alles auch noch so fair wie nur möglich, dem sein ein Blick auf das Berliner Startup „Bonaverde“ empfohlen:

Begrabt mich in einer McDonaldstüte!

Marken machen uns zu Fans, wir lieben sie, sie geben uns Identität, wir ziehen sie wie Kleidungsstücke an – und manche lassen sich auch in ihnen beerdigen.

Karen Lloyd liebte Kaffee und zwar den von der britischen Kaffeekette Costa. Als sie nun an Brustkrebs verstarb, entschieden sich die Hinterbliebenen dafür, ihren Sarg zu branden und ihr die ewige Ruhe in ihrer Lieblingsmarke (und mit ihrer Standardbestellung: „one shot, extra hot skinny latte“) zu ermöglichen. Auch der Pfarrer hat nichts dagegen:

„She was a loving mum to her two sons Harry and Eddie. And of course there was Costa, shopping, Costa, shopping and I forgot to say, Costa and shopping.“ (Quelle)

Das eröffnet natürlich dem Marketing komplett neue Möglichkeiten, z.B. erhält der Begriff „Treuebonus“ eine ganz neue Bedeutung: Wer sein kleines Stempelbuch immer schön gepflegt hat, bekommt nach 6.000 Stempeln dann auch den Sarg geschenkt.

Auch die Kosten einer Beerdigung können mit dann zukünftig vom Markensponsor übernommen werden – selbstredend abhängig von der Anzahl der Trauergäste, denn es zählen ja die Kontakte…

Markentreue geht eben über den Tod hinaus – und es mag für manche Fans nun geschmacklos sein, in diesem Zusammenhang über „Beerdigung“ zu sprechen, aber der HSV (hihi) bietet seinen Fans schon länger einen wundervollen Beerdigungsservice an: HSV forever and ever:

Das „Grabfeld HSV“ auf dem Friedhof Altona ist einem Stadion nachempfunden: Am Eingang steht ein Fußball-Tor aus Beton, die Grabstellen sind traversenartig in Halbkreisen angelegt. Es gibt unterschiedliche Grabstätten. Sowohl die Beisetzung von Särgen als auch von Urnen sind auf dieser Grabfläche möglich. Die Gräber müssen alle von einem Friedhofsgärtner über die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hamburger Friedhofsgärtner GmbH gepflegt werden. Die HSV – Beerdigung wird nach den Wünschen und Vorstellungen unserer Kunden ausgerichtet. (Quelle)

Ich grübele nun schon die ganze Zeit nach, welche Marke mich begleiten soll, aber so ein Sarg in Saitenbacher-Müsliriegel-Form wäre doch schon ein Statement, oder? 🙂