Lies mich – sonst bin ich weg

Lesen als Erpressung, aber was soll denn so ein armer Autor heutzutage auch machen? Die Menschen kaufen (noch) Bücher um Bücher – und stellen sie dann halbgelesen in den Schrank!! Un-vor-stell-bar!!

Zeit, die Daumenschrauben beim Leser anzuziehen: mit einem Buch, dessen Text sich nach und nach auflöst, bis er nach 60 Tagen komplett verschwunden ist:

Was bleibt, ist immerhin noch ein schickes Notizbuch….

Letztendlich: Alle Literatur ist flüchtig und nur wenige ganz große Bücher überleben die Generationen. Doch auch das Medium Buch steht unter Druck, denn Haptik alleine reicht nicht aus. Das ebook, das weniger Platz wegnimmt, Multimedialität bieten kann und zum social reading einlädt, liefert nämlich eine Antwort auf diese Flüchtigkeit: Bücher (insbesondere Sachbücher) können immer wieder aktualisiert werden und bringen den Besitzer so auf den stets neuesten Stand.

Dieser kleine, feine Marketing-Gag, denn nichts anderes als das ist es nämlich (außer der ersten Auflage, die hauptsächlich verschenkt wurde, wurde keines dieser Bücher verkauft – trotz hoher Nachfrage), regt zum Nachdenken über Bücher und Literatur gestern, heute und morgen an. Beides wird im Zeitalter der Digitalisierung nicht sterben, aber sich den neuen Techniken und Gewohnheiten anpassen müssen.

Meine Lieblingsbücher habe ich übrigens alle mehrmals gelesen – mit fliehender Tinte unvorstellbar… und was würden die Bibliotheken machen, wenn alle Bücher nur noch zwei Monate halten würden?

Früh übt sich, was ein guter Amokläufer…äääh… Schütze werden will

Kinder und Marketing – ein heißes Eisen. Jüngst hatte die ZEIT das Thema auf dem Titel und erklärte im Dossier, mit welchen Methoden insbesondere die Lebensmittel-Industrie in den Alltag – und die Köpfe – der Kinder dringt, die noch nicht in der Lage sind, die Methoden der Werbung zu durchschauen:

„In einer Zeit der gesättigten Märkte und ausgereiften Produkte müssen die Unternehmen nach neuem Mehrwert suchen. Also versprechen sie ihren Kunden jetzt nicht nur den Geschmack knuspriger Chips, sondern auch Austausch, Freundschaft und Geborgenheit: die Marke, dein Freund und Spielkamerad. So vergiftet das Kindermarketing das Spiel der Kinder, dessen Zweck es ja gerade ist, etwas zu tun, was keinen Zweck hat. Ein Spiel, das darauf abzielt, dass sich das Kind am Ende eine Chipstüte kauft, ist keines.“

Da war meine Kindheit doch unbeschwerter… wir sind durch den Garten getollt, haben Cowboy und Indianer gespielt und mit dem Finger auf uns geschossen. Das tun Kinder heute ja auch noch, nur nehmen sie dazu – zumindest in den USA – nicht mehr nur den Finger:

Und das ist keine Verarsche, sondern ein ernst gemeinter Werbespot.

Ich find das ja schön, wenn die Familie endlich mal wieder was zusammenmacht und auch Mama und die Schwester mitspielen dürfen. Denn: Ballern ist nicht nur was für Jungs! Da wollen wir schon mal schön gender sein…

Und wer jetzt meint, dass die Waffe an sich nicht schlecht ist, sondern nur der „böse“ Schütze, der findet diese Argumentation dann im ZEIT-Artikel wieder. Hamburger, Softdrinks und Süßigkeiten machen nämlich gar nicht dick, man muss sich nur ordentlich bewegen….

So einfach ist das.