Das bisschen Werbung macht sich doch von selbst, sagt mein Chef…

Der schlimmste Satz lautet in allen Unternehmen gleich: „Das haben wir schon immer so gemacht!“. Dicht gefolgt von: „Das bisschen Marketing macht bei uns der Chef mit“. Warum das zu kurz gedacht ist, habe ich im radioeins-Interview mit den Herren von „Zweiaufeins“ erörtert:

Wie im Interview erzählt, gibt es immer die Möglichkeit, Botschaften in die Köpfe der Konsumenten reinzuhämmern – wenn man das entsprechende Budget dafür zu Verfügung hat. Wenn nicht, dann heißt es: „Auffallen um jeden Preis!“. Aber ob ich beim nächsten Mal, wenn ich „Gas, Wasser, Scheiße“ denke, mich automatisch an Werner Harm erinnern werde….ich bezweifle es.

Neudeutsch gesprochen ist es in diesem Beispiel jedoch schon einmal gelungen, „Content“ zu schaffen, denn natürlich habe ich das Bild auf allen meinen sozialen Kanälen geteilt und Herrn Harm damit mehr Kontakte beschert, als er vielleicht auf klassische Weise erreicht hätte.

Im Marketing verschieben sich die Schwerpunkte: Es geht heute nicht mehr darum, mit langweiligen Werbebotschaften den Menschen auf die Nerven zu gehen, sondern stattdessen diese lieber quasi magisch anzuziehen, in dem man ihnen an möglichst vielen Kontaktpunkten spannende Inhalte anbietet. Inbound-Marketing wird das genannt und soll die neue Allzweckwaffe gegen Werbemüdigkeit sein (meine Skepsis schimmert hier etwas durch…).

Aber im Grunde mache ich hier nicht anderes: Mit dem radioeins-Interview habe ich unterhaltsamen Content geschaffen, den ich hier im Blog noch einmal aufbereite. Und natürlich poste ich dieses Blogbeitrag bei Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing und Instagram und multipliziere so den Content – wie seid ihr zu diesem Post gekommen?

Und wenn jetzt irgendwann mal jemand einen Workshop, Vortrag oder einen Dozenten zum Thema „Inbound-Marketing“ sucht – bei Google beispielsweise -, dann findet er/sie diesen Blogbeitrag und nimmt mit mir Kontakt auf und bucht mich.

Doch das ist natürlich noch nicht alles, den zum Inbound Marketing gehören auch Themen wie Suchmaschinen-Optimierung und -Werbung, Whitepaper, Podcasting, PR, Webinare und vieles mehr dazu.

Wer sich für dieses Thema interessiert – kann natürlich Kontakt mit mir aufnehmen – oder aber einen Blick auf das Angebot der XU-Group werfen, denn für diese habe ich gerade zwei Learning Journeys zu den Themen „Inbound Marketing“ und „Paid Media“ entwickelt und kuratiert mit einem Umfang von jeweils 160 Stunden.

Es ist also komplex – und weit mehr als nur „ein bisschen Werbung“. Natürlich sollte der Chef wissen, was in seinem Marketing passiert, aber alles alleine machen….?!

P.S.

Auch den Titel dieses Posts habe ich einem Song-Klassiker entlehnt, den die „alten Säcke“ unter uns noch kennen – für alle anderen hier noch das Original:

Quo vadis, Zeitung?

Die Hiobsbotschaften reissen nicht ab: Nach dem Ende der „Frankfurter Rundschau“ und der „Financial Times Deutschland“ sehen sich auch andere Titel wie das „Handelsblatt“ zu weiterem Stellenabbau gezwungen. Wohin geht es nun mit unserer Presselandschaft? Brauchen wir noch Tageszeitungen? Menschen, die heute in der Redaktionskonferenz besprechen, was ich morgen lesen werde? Was ist Qualitätsjournalismus, was darf er kosten und findet er überhaupt noch seine Leser? Es sind trübe Aussichten….

Dabei brauchen wir Tageszeitungen, mehr denn je! Und es wird Zeit, für die Zeitung endlich eine Lanze zu brechen – mit ehrlicher Werbung!

Wem jetzt noch Argumente pro Zeitung fehlen, der sollte daran erinnert werden, dass es ja auch die Inhalte sein können, die unsere Aufmerksamkeit erregen und uns an die Zeitung fesseln, so wie in diesem Beispiel hier:

 

Und ja, es gibt ihn noch, den Qualitätsjournalismus, und eine wachsende Zahl von Lesern ist bereit, dafür auch gutes Geld zu bezahlen: Das Schweizer Magazin „Reportagen“ beispielsweise kostet 15,- Euro und liefert lange Lesestücke von höchster journalistischer Güte:

Das Ende des Journalismus ist also noch nicht gekommen, aber er wird sein Gesicht verändern…