makketing auf die Ohren – re-heard 3

Moooordoooooor….! Noch befinden wir uns im Jahr 2011, doch auch damals haben uns schon jede Menge spannender Themen bei 2auf1 beschäftigt.

So unterhielten wir uns im September über Herrn Dyson und seine beutellosen Staubsauger:

Gefolgt im November von der tragischen Geschichte des Charles Goodyear und seiner bahnbrechenden Erfindung:

2012 begannen wir dann mit einem dreifachen „Hard! Rock! Hallelujah!“* und sprachen über die Geschichte der Hard Rock Cafes:

Viel Spaß beim Nachhören!

*Wer sich als Spätgeborener daran nicht mehr erinnern kann, dem sei hier das Werk noch einmal in seiner ganzen Pracht präsentiert:

 

 

 

 

 

 

 

Da sprach der alte Häuptling der Indianer….

…saftig ist der Burger und weit ist ganz Berlin – uff!

Naja, so ähnlich zumindest, denn vor einigen Wochen war der Häuptling des Indianerstamms Seminolen aus Florida zu Gast in Berlin. Er weilte hier in seiner Funktion als Besitzer der Hard Rock Cafés und suchte nach einem geeigneten Standort für ein erstes Hard Rock-Hotel in der Hauptstadt. Das liest sich nun alles so verrückt, dass die Herren von „2aufeins“ mich dazu befragen wollten, was es denn mit diesen geschäftstüchtigen Stämmen auf sich hat. Nachzuhören wie immer demnächst hier.

In der Tat hat der Stamm der Florida- Seminolen, dem rund 4.000 Indianer angehören, bereits 2007 die Kette der Hard Rock-Cafés gekauft und sehr erfolgreich weitergeführt – von damals 700 Millionen Dollar Umsatz auf heute 3,9 Milliarden Dollar. Insgesamt gehören zum Hard Rock-Imperium nun weltweit 170 Cafés, 21 Hotels und 10 Casinos.

Casinos sind der Schlüssel zur Fragestellung, wieso gerade ein Indianerstamm ein so großes Interesse an der Hard Rock-Kette gehabt hat: Schon seit 1979 nutzten die Semiolen ihr Sonderrecht, Glückspiele durchführen zu dürfen (und zwar jenseits der staatlichen Regulierung) und eröffneten die ersten Bingohallen. Damit waren sie nicht alleine, über 460 Casinos in de USA stehen auf indianischem Grund und Boden und erfreuen sich großer Beliebtheit, denn nicht nur sind dort deutlich höhere Einsätze und Jackpots möglich, sondern ein weiteres Sonderrecht ermöglicht den Stämmen den steuerfreien Verkauf von Tabak und Alkohol.

Diese und eine Menge weiterer Sonderrechte erhielten die Indianerstämme zur Bewahrung ihrer Souveränität und vor allen Dingen als Ausgleich für das ihnen zugefügte Leid im Zuge der Besiedlung. Ziel war und ist es, die hohe Armut und Arbeitslosigkeit in den Reservaten zu bekämpfen, den Indianer eine Perspektive zu geben und mit besserer Infrastruktur auch Investoren anzuziehen. Seit 2006 kümmert sich im US-Innenministerium das „Office of Indian Energy and Economic Development“ um diese Belange und das mit Erfolg – eine Vielzahl von Stämmen konnten sich in den Bereichen Tourismus, Glückspiel, Handwerk, Landwirtschaft und Forsten profilieren und positionieren. So machte der größte Stamm der amerikanischen Indianer, die Cherokees, im letzten Jahr 829 Mio. Dollar Umsatz mit 40 Firmen, die u.a. auf den IT-Bereich spezialisiert sind.

Und der nächste, milliardenschwere Markt bahnt sich bereits an: Nach der Teil-Legalisierung von Marijuana in den Vereinigten Staaten beraten die Stämme zur Zeit darüber, wie sie mit ihrem Sonderrecht des Anbaus umgehen wollen. Attraktiver scheint dabei jedoch der Umstand zu sein, dass derzeit nur 220 von den über 700 US-Banken das Geld von den – legalen – Drogenhändlern annehmen, oftmals aufgrund der eigenen Governance-Regeln. Eigene Indianerbanken könnten diese Lücke schließen….

Ein älteres Interview zum Thema kann man hier nachhören und hier nachlesen und einen kleinen Eindruck zu den Hotels gibt es nier: