Virales Marketing, ansteckende Ideen und Corona (das Bier) – die makketing Marketing Show No 6

Die Winterpause war länger als geplant, denn erst mussten wir viel arbeiten und dann funkte uns (allen) das Corona-Virus dazwischen… alles musste neu organisiert und in digitale Lebenswelten verschoben werden.

Doch nun ist sie endlich da: Die 6. Folge unserer makketing Marketing Show!

Hier übrigens der popkulturelle Bezug zum Thema…. 🙂

Beim thematischen Thema dreht sich diesmal alles um virales Marketing (ab 5:30)

Hier einige der erwähnten Beispiele (und ruhig mal auf die Klickzahlen schauen!):

Edeka ist supergeil…

und eine der Parodien dazu:

Nochmal Edeka: der sehr rührselige Weihnachtsclip…

So nahm Conrad diese Steilvorlage auf:

Nicht minder komisch ist auch der Casefilm (=Agentureinreichung bei Kreativ-Wettbewerben):

Noch ein Viral-Hit:

Und auch hier noch eine der unzähligen „Antworten“:

und abschließend noch Bespiele für das erwähnte Travolta-Meme:

 

Das Makketier muss Corona-bedingt leider ausfallen… dafür haben wir im „heißen Sch…ß“ (42:15) einige Buchempfehlungen für euch, die die Zeit in der Isolation verkürzen können.

 

Benjamins Tipp: „Mehr als eine Heimat“ von Ali Can, der in seinem Buch das Deutschsein neu definiert.

 

Ich empfehle:

„Bedeutsame Belanglosigkeiten“ von Vittorio Magnago Lampugnani nimmt euch mit in die faszinierende Welt der kleinen Dinge im Stadtraum…

Mit meiner Tochter lese ich gerade den „goldenen Kompass“ von Philip Puttmann

und dazu schauen wir parallel die Serienverfilmung „His dark materials“:

Und selbst für mich als eingeborenen und eingefleischten Berliner hat dieses Opus Magnum noch viele neue Erkenntnisse gebracht: „Berlin – Biografie einer großen Stadt“ von Jens Bisky. Und wann, wenn nicht jetzt, hat man schon Zeit, über 800 Seiten zu lesen?

Die kommende Episode wird dann unser „Corona-Special“: Was müssen UnternehmerInnen und und Unternehmen jetzt tun, um sich klug in der Krise zu verhalten – und sich auf den Restart optimal vorzubereiten?

Die „makketing Marketing Show“ ist eine Produktion der Podcastmacherei.

Me so einhorny

Es begab sich vor gar nicht einmal allzu langer Zeit, dass ein scheues, schüchternes Einhorn (moi) sich auf den Weg machte zu radioeins in das kalte Potsdam-Babelsberg, um sich dort den zwei wackeren Recken (die Herren von Zweiaufeins) zu stellen und ihnen ein wenig darüber zu erzählen, warum man heute nur ein Bild von einem Einhorn auf etwas raufpappen muss, um es erfolgreich zu verkaufen:

Und tatsächlich gibt es im Moment kein Produkt, das nicht irgendwie mit Einhörnern wirbt: Vom Turnschuh (Chucks) über Schokolade (Ritter-Sport verkaufte über 150.000 Tafeln an einem Tag), Frappucino ‚(Starbucks), Gewürzmischungen (aus 100 Prozent Einhornpups) bis hin zu Toilettenpapier:

Doch woher kommt auf einmal dieser Hype? Sind Einhörner wirklich die neue Diddl-Maus?

Zunächst einmal quälten uns die süßlichen Viecher quasi schon immer. Wer sich in meinen Altersgefilden bewegt, erinnert sich bestimmt noch an dieses Machwerk: The last Unicorn von 1982.

Doch in den letzten Jahren trafen zwei Umstände aufeinander: Zum einen die Startup-Wirtschaft, die den Begriff „Unicorn“ prägte für jene Gründungen, die es schaffen, in kurzer Zeit mit einer Milliarde US-Dollar bewertet zu werden (wie z.B. Skype, Spotify, Zalando, Delivery Hero). Zum anderen die Infantilisierung der jungen Erwachsenen: Während wir es kaum erwarten konnten, endlich erwachsen zu werden, wollen die heute Mitte-20-Jährigen mit aller Kraft und allem Kitsch an ihrer Jugendphase festhalten.

Die Sehnsucht nach der besseren Welt (der Kindheit) in harten Zeiten – und welches Symbol eignet sich da besser als das niedliche, leicht phallische Einhorn, dem schon seit dem Mittelalter magische Kräfte zugesprochen werden? Zudem steht das Einhorn in dem Ruf, etwas Einzigartiges zu sein. Daher werden Einhorn-Produkte auch gerne künstlich limitiert auf den Markt gebracht, denn man muss schnell sein, wenn man ein Einhorn fangen möchte.

Zunächst wurde dieser Trend von der Unterhaltungsindustrie befeuert, die kleinen wie großen Mädchen immer neue Einhorn- und Feen-Geschichten erzählt, wie z.B. bei der beliebten Serie (Kika!!!) „Mia and me“:

 

Da in dieser jungen Generation der Ewig-Pubertierenden jedoch alle irgendwas mit Computern machen, entstanden in kurzer Zeit auch viele viele bunte Meme:

Irgendwie passte es dann auch nur noch zu gut, dass 2015 zwei junge Herren auf die Idee kamen, vegane Kondome „auf dem Weg zu Fairness und Nachhaltigkeit“ unter der Marke „Einhorn“ anzubieten. Natürlich lassen es sich die Gründer auch nicht nehmen, gerne und oft im Einhornkostüm Werbung für ihre Marke zu machen:

Und das sehr erfolgreich, denn bislang wurden nach eigenen Angaben über 5 Millionen Einhorn-Kondome verkauft…

Ich bin jetzt kurz davor, einen Glitzer-Zuckerwatten-Schock zu bekommen – und beende meinen bunten Eintrag mit meinem Lieblings-Einhorn-Spot:

P.S.

Übrigens: Einhörner sind soo 2016…. Giraffe ist das neue Einhorn!

 

Sex? Oder lieber gleich was essen?

Es gibt ja Menschen, die behaupten, dass sie ein gutes Essen jederzeit dem Akt der Kopulation  vorziehen würden: Ist nicht so anstrengend, man schwitzt auch nicht dabei und der Genuß hält viieel länger an. Und in der Tat, so mancher Genießer gerät geradezu in orgiastische Verzückungen beim Verzehr leckerer Speisen. Höchste Zeit also, das mal marketingmäßig zu verwursten:

Das dazugehörige Spiel auf „Genußgesichter“ ist wirklich amüsant; ich lag erstaunlich oft daneben.

Doch ver steckt hinter diesem kleinen Spaß? Yam Tam Tam.. Yam Tam Tam? Ein neuer jugendlicher Kochkanal, der leider wie eine schlecht gemachte ARD-Vorabendserie daher kommt:

Ich dachte ja zuerst, die haben eine Serie aus den 80ern recycelt…oder zumindest das Personal… gruselig! Es bewahrheitet sich leider wieder einmal: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Und noch enttäuschter war ich, als ich sah, wer nun wieder hinter Yam Tam Tam steckt, nämlich die Lebensmittel liebenden Kollegen von Edeka. Da stehen dann auf der Website Perlen wie:

Das Erfolgsrezept für einen unterhaltsamen Kochkanal: Man nehme eine Genießerin, einen Küchenchaoten und eine Naschkatze, werfe alles in einen Topf, Deckel drauf und die Kamera an – fertig ist yumtamtam!

Ok, ich bin ja nun schon betagt – und Essen ist der Sex das Alters (Rezepte/Beileidsbekundungen bitte per mail an mich). Genußgesichter sind ohne Frage eine tolle Idee, aber zappelige Klischee-WGler animieren nun wirklich nicht zum Kochen. Natürlich soll Kochen Spaß machen, aber unfreiwillige Komik könnte einen gegenteiligen Effekt bewirken. Dann doch lieber die Kiste mal ausmachen und in der neuen „deli“ blättern…

(Vielen Dank an Carsten, der mich auf die Genußgesichter aufmerksam gemacht hat! 😉 )