Bevor es zu spät ist: Support your local Späti!

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? – das könnte man sich am 3. Advent glatt fragen, wenn man noch kein einziges Weihnachtsgeschenk hat… „Spät“ ist jedoch das Thema der heutigen „Zweiaufeins„-Sendung und aus diesem Anlass widme ich mich einer bedrohten Spezies, dem Späti:

Spätis sind aus Berlin nicht mehr wegzudenken und als Nahversorger ein wichtiger Bestandteil der Kiez-Kultur. In Berlin gibt es gut 1.000 Spätis, man findet sie jedoch auch in Leipzig, Dresden und vielen anderen ostdeutschen Bundesländern. Denn tatsächlich ist der „Spätverkauf“ ein Überbleibsel der DDR-Zeit, sollten doch die Schichtarbeiter zu jeder Tages- und Nachtzeit Lebensmittel wie auch Genußartikel erhalten können. Im Westen Deutschlands gab und gibt es hingegen die „Trinkhallen“, in denen die im Zuge der Industrialisierung rasch anwachsende Zahl an Arbeitern und Arbeiterinnen mit Trinkwasser versorgt wurden. Später kamen dann Bier, Schnaps und Tabak hinzu. Was dem einen sein Späti, ist also dem anderen seine Trinkhalle und dem Rheinländer sein Büdchen….

Was früher „Tante Emma“ war, ist heute „Onkel Ahmed“, denn neben dem Verkauf haben alle diese Läden eine wichtige soziale Funktion: Sie sind Orte des kommunikativen Austausches; man trifft sich, kommt ins Gespräch, pflegt soziale Kontakte und erfährt hier ganz konkrete Nachbarschaftshilfe, wie dieser arte-Beitrag zeigt.

Doch es droht Ungemach in Form des Berliner Ladenöffnungsgesetzes, hier heißt es nämlich in §4:

(1) An Sonn- und Feiertagen dürfen öffnen:Verkaufsstellen, die für den Bedarf von Touristen ausschließlich Andenken, Straßenkarten, Stadtpläne, Reiseführer, Tabakwaren, Verbrauchsmaterial für Film- und Fotozwecke, Bedarfsartikel für den alsbaldigen Verbrauch sowie Lebens- und Genussmittel zum sofortigen Verzehr anbieten, von 13.00 bis 20.00 Uhr und am 24. Dezember, wenn dieser Tag auf einen Adventssonntag fällt, von 13.00 bis 17.00 Uhr

sowie

Verkaufsstellen, deren Angebot ausschließlich aus einer oder mehreren der Warengruppen Blumen und Pflanzen, Zeitungen und Zeitschriften, Back- und Konditorwaren, Milch und Milcherzeugnisse besteht, von 7.00 bis 16.00 Uhr

also ganz eindeutig Spätis nicht, denn auch der Verkauf von alkoholischen Getränken ist sonntags nicht erlaubt. Gestattet sind also Bedarfsartikel für Touristen, Zeitungen, Andenken, Tabakwaren, Bedarfsartikel für den alsbaldigen Verbrauch (Anti-Mückenspray, Wundpflaster) sowie Lebensmittel und Genussmittel zum sofortigen Verzehr, also Getränke, Süßwaren, Eis, belegte Brötchen, Obst, Konditorwaren und abgepacktes Eis. Nicht erlaubt sind Lebensmittel zur Zubereitung, Tiefkühlwaren, Gerichte in Dosen, sowie Waren zur Vorratshaltung im Haushalt, etwa große Waschmittelpackungen. Und auch wenn manche Spätis diese Waren sonntags mit Decken verhüllen und „unsichtbar“ machen, so verhängt das Ordnungsamt dennoch unerbittlich Bußgelder bis zu 2.500 € (inbesondere in Neukölln).

Für Tankstellen gilt hingegen eine Ausnahmeregelung, wenden sich diese doch an Reisende und die Mitreisenden. Konsequenterweise dürften also Tankstellen ihre Waren nicht an Fußgänger verkaufen (außer er ist deutlich als Wanderer auf der Durchreise zu identifizieren…). Den Spätis wird es also zum Verhängnis, dass sie Nahversorger im Kiez sind und deren Kunden dort wohnen. Und die menschliche Funktion des Spätis ist im Gesetzt nicht vorgesehen. Doch es regt sich Widerstand:

Und auch der Berliner Späti e.V. will den Tankstellen nicht kampflos das Feld überlassen. Wer seinen Späti also liebt, der sollte ihn auch weiterhin unterstützen, und Druck auf die Politik machen, denn die Tankstellen verfügen über eine starke Lobby, denen die Spätis natürlich ein Dorn im Auge sind, wenn es um den Umsatz geht. Rettet euren Späti, denn:

Ich bin bei Twitter – ich bin käuflich! #rp15

Wenn der Hashtag „rp15“ die Twitter-Welt zum Glühen bringt, rund ums Gleisdreieck hunderte Nerds und noch mehr schöne kluge Frauen anzutreffen sind, wenn sich alle Medien bis hin zur „Bäckerblume“ darin überschlagen, live zu berichten, dann, ja dann ist Mai.

Und wieder re:publica in Berlin.

Dieses Jahr ist alles noch größer und noch schöner und doch irgendwie auch alles wie die Wiederholung einer liebgewonnenen Serie im Fernsehen (..ist übrigens tot.). In mehreren Sessions wurde erstaunt geraunt, dass das iPhone ja gerade erst 7 Jahre alt ist, man sich also vor 10 Jahren noch gar nicht vorstellen konnte, dass 2015 98% der Zuhörer eines Vortrages diesen dann auch live in den geselligen Netzwerken kommentieren – Multitasking (…ist übrigens nicht tot.) rules.

Auch dass Netzwerke sich besser dazu eignen, gegen etwas zu sein, aber es sehr schwer ist, diese Energie dann in etwas Konstruktives umzumünzen, ist keine neue Erkenntnis: Protests are bigger, but weaker.

Trotzdem ist alles schön – und die Range der Sessions reicht von „traumhaft“ (Gunther Dueck über „Schwarmdummheit“, einfach bedueckend)

bis „traumatisch“ (die „Performerin“ Alicia Augustin als „Conférencière“).

2015-05-05 11.27.33 Völlige neue Wertschätzung erfuhr die begehrte Twitter-Gemeinde durch die Einführung des Tweets als Währung zur Grundversorgung.

Ganz gleich, ob – gewollt – komisch („Carewoche“…. übrigens in Baden-Württemberg noch nicht tot.) oder – gewollt – kreativ (s.u.), ein guter Tweet zur rechten Zeit macht sich bezahlt. Gut, nicht wirklich neu, denn „Pay with a tweet“ ist ja ein alter Hut: Ich hab mir schon vor Jahren 10% Rabatt bei der Buchung des „Hotel Universo“ in Lucca durch einen simplen Tweet gesichert.  Nur: Was wollen die mit den ganzen Tweets? Dem schwäbischen Controller den Nachweis erbringen, wohin die vielen Flaschen Tannenzäpfle hingegangen sind? Sind Tweets die Visitenkarten-Sammelvasen von heute? Sind Twitterer generell so nerdig-bedürftig, dass man sie schon mit den kleinsten Almosen gefügig und viral-streuend machen kann? Pfui, ihr bösen bösen Anbieter, Ausnutzer unserer prekären Situation!!

Ich dachte mir natürlich: „Hey, auf den Hype springe ich auf!“ und twitterte: „Neuer Trend? Da mach ich doch mit: Jeder, der mir nen Tweet schickt, wird im nächsten Blog-Beitrag erwähnt… 😉 #rp15“

2015-05-05 11.28.19Ganze zwei Twitterer haben reagiert – und sollen natürlich hier auch ihre hart verdiente Erwähnung erhalten:

– zum einen Thomas Mampel, der erste Human-Social-Media-Bot, von dem ich vermute, dass er tatsächlich eine Schnittstelle direkt ins Gehirn hat, die all seine klugen Gedanken sofort int Tweets und Blogbeiträge umwandelt…  (@tmampel)

– und zum anderen das Team von Text100 aus München, die hoffentlich ein bißchen bayrische Gelassenheit auf die hektische re:publica gebracht haben ( @text100de)

Ich sollte jedoch das Geschäftsmodell vielleicht noch einmal überdenken….

Ausnahmsweise: 2 x 2 Freikarten zu gewinnen!

Natürlich mache ich bei makketing grundsätzlich keine Werbung…. außer für eigene Projekte. Und als begleitender Dozent des Cimdata-Medienakademie-Projektes „BRAND BERLIN“ möchte ich ordentlich die Werbetrommel schlagen…

In gut drei Wochen heißt es: Türen auf! Dann startet der erste Kongress zur Marke Berlin in der Eventpassage. Themenschwerpunkt: die Entertainment-Industrie und ihre Bedeutung für die Hauptstadt.

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Das hochattraktive Programm steht und ist hier anzusehen, Tickets sind über die Website zu erwerben. Schnelle Finger schreiben mir jedoch bis 12. 9.  eine mail an m(at)kketing.de und mit etwas Losglück können 2 x zwei Personen kostenlos am Kongress teilnehmen!