Klein ist das neue Groß…

Produkt-Modifikationen gehören spätestens seit unserem Säulenheiligen Ansoff zur täglichen Arbeit der Entwicklungsabteilungen. Wurde jahrelang alles nur noch größer und größer, so kehrt sich der Trend nun um. Nicht mehr mini, sondern minimini ist jetzt angesagt, z.B. Schokoriegel in Bites-Form (spart das mühselige Abbeißen….) – eine so gute Idee, dass man sich glatt fragen könnte: Warum sind die da nicht schon eher darauf gekommen? Antwort: Die Achtziger waren schuld…

und das gleich doppelt:

Doch auch Coca Cola hat sich dem Mini-Format verschrieben; die neuen Kleinstbüchsen sollen nur noch 90 Kalorien enthalten (sprich: einen Schluck). Großer Vorteil der Petitessen: Man spart enorm Platz. So ein Kiosk schrumpft dann gleich mal auf Hüfthöhe, wie man kürzlich in Berlin erleben konnte:

Da komme selbst ich erdnaher Murkel mir bald als Riese vor…

 

Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…

Gut, der Valentinstag ist nun schon wieder vorbei und alle Floristen zählen ihre Münzlein, aaaber, meine lieben Herren, die Herzensdamen freuen sich auch an den anderen 364 Tagen des Jahres über Blumen (und nicht immer nur dann, wenn man wieder was ausgefressen hat).

Doch was, wenn man noch als Single sein Dasein fristet? Keine Sorge, der Winter neigt sich seinem Ende entgegen, der Frühling lässt sich schon erahnen, die Säfte sprießen… und damit wir die große Liebe nicht aus Versehen einfach dahinziehen lassen, sollte folgende Idee dauerhaft Schule machen:

Jetzt kann er kommen, der Prinz…  🙂

… bis die Augen bluten!

Sich gegenseitig solange in die Augen zu starren, bis einer blinzeln muss oder wegguckt, ist ein beliebter Zeitvertreib bei Kindern (kleinen wie großen). In der Schweiz wird Ausdauer beim Anstarren nun mit einem Smartphone belohnt. Allerdings muss man dafür 60 Minuten (!) lang starren ohne wegzuschauen. Und als ob das nicht schon anstrengend genug wäre, gibt es noch jede Menge Ablenkungsversuche:

Eine große Herausforderung in Zeiten, in denen sich doch kein Mensch mehr auch nur 5 min lang auf eine Sache konzentrieren kann – einer hat es dann tatsächlich geschafft…

Gute Idee von Samsung, schön umgesetzt und dabei gleich noch den USP des Galaxy S4 kommuniziert – so geht Marketing 2013.

Beste Erfindung von Welt: Der Pizza-Ruf-Magnet

Die EM steht vor Tür und es wird doch so sein wie immer: Der Kühlschrank ist so leer wie der Magen, die Telefonnummer des Lieferdienstes ist dauerbesetzt – und man will auch keine Sekunde vom Spiel verpassen. Wäre es da nicht toll, wenn man einfach nur einen Knopf an seinem Kühlschrank drücken müsste – und die Lieblingspizza wäre schon auf dem Weg?

So in etwa:

Wer nun denkt, das wäre ja nur Werbung, der liegt falsch. Das ist nämlich Marketing. Der Magnet funktioniert wirklich – und ist damit ein (vorerst) unschlagbarer USP.

Liebe Lieblingsrestaurants: Unser Kühlschrank ist seeehr groß, da hätten viele viele Magneten Platz…

Wie Werbung in unser Leben dringt…

Kein Aprilscherz, auch heute bin ich wieder auf radioeins zu hören (nachzuhören ist das Interview wie immer hier) und diesmal bereite ich das Thema ausnahmsweise nicht nach, sondern vor. Denn da es um Ambient Media geht, also darum, wie die Werbung immer häufiger versucht, in unser Leben einzudringen, dann kann man zwar viel darüber reden, aber so wenig sehen (zumindest im Radio). Parallel zum Hören gibt es hier nun also was auf die Augen.

Wir haben heutzutage gute Antikörper gegen nervige Werbung entwickelt – im Fernsehen zappen wir weg, wenn der Werbeblock kommt, im Radio hören wir nicht hin, in der Zeitung überblättern wir die Anzeigen – wir sind hervorragende Werbevermeidungsstrategen.

Die Aufgabe für Unternehmen und Agenturen lautet also: Wie können diese Abwehrkräfte unterlaufen werden? Ganz einfach: Indem man die Zielpersonen dort bewirbt, wo sie es gar nicht erwarten – und dementsprechend auch große Aufmerksamkeit bekommt. Zum Beispiel auf der Herrentoilette, direkt am Pinkelbecken. Nach links und rechts gucken macht sich ja selten so richtig gut, also geht unser Blick geradeaus – und trifft auf kleine Werbeplakate (bevorzugt für Harndrangpräparate…). Bei Damen gibt es das Pendant dazu dann an den Innenseiten der Kabinentüren, schön auf Sitzhöhe…

Auf Toiletten lässt sich aber auch kreativer werben:

Bleiben wir beim Stillen Örtchen, denn dort finden wir eine weitere Form der Werbemöglichkeit: Papierhandtücher:

Ob das wirkt?

Vom Menschen zum Tier, denn mit Ambient Media erreiche ich auch meine avisierte Zielgruppe viel genauer. Wer braucht schon Hundekotbeutel – außer Hundebesitzer? Wenn ich diese nun erreichen möchte, dann drucke ich meine Botschaft einfach direkt auf die Beutel – wie „Happy Dog„:

„Alles im Lot mit weniger Kot“ – dafür hat der Texter einen Preis verdient….

Ambient macht vor nichts halt. Die klassische Kotztüte wurde früher im besten Falle vom Logo der Fluggesellschaft geziert, heute sehen die so aus:

German Wings nutzt dieses Medium aber auch, um den Wettbewerbern eins auszuwischen:

Ambient Marketing dringt in unser tägliches Leben ein und überrascht uns – wie beispielsweise diese schöne Idee aus der Stadt des Regens: Rainvertising in Hamburg…

Durch die virale Verteilung via YouTube erreicht diese eigentlich lokal begrenzte Werbeform natürlich noch mehr Aufmerksamkeit…

Zu guter Letzt gilt auch die normale Tragetüte als ambient, denn oftmals tragen wir mehr als nur das Logo spazieren – beim Seifenmacher „Lush“ sind es die Glaubenssätze, die wir zur Schau tragen:

Doch auch Tüten können noch mehr Aufmerksamkeit erregen – wenn sie lächeln wie die Joupi-Bag:

Ambient Marketing findet also häufig im öffentlichen Raum statt, oftmals auch unter Einbeziehung der unmittelbaren Umgebung, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Noch mehr zum Thema Ambient, virales und Guerilla-Marketing kann man übrigens im talketing-Blog finden – viel Spaß dabei!