Tue Gutes und sprich darüber: Die makketing Marketing Show goes social!

Schön verdenglischt den Titel diesmal, aber in der Tat, Episode 5 unserer Marketing Show widmet sich ganz intensiv einem Thema, nämlich dem Social Marketing. Wir sprechen also über Spenden, Ehrenämter und den guten Zweck. Nachzuhören überall, wo es Podcasts gibt, oder einfach hier:

Wir beginnen mit der Frage, was Social Marketing eigentlich ausmacht und wie es sich von anderen Marketingarten unterscheidet (1:28).
Hier die im Podcast erwähnten Videos:

Im Interview fragen wir unser „makketier“ Sabine Kraft als besondere Vertreterin vom Bundesverband Kinderhospiz, wo für sie die Herausforderungen darin liegen, Spenden zu gewinnen (25:06).
Wer den Bundesverband bei seiner Arbeit unterstützen möchte, der kann das mit einer Spende an die folgenden Konten tun:

Sparkasse Olpe
Bankleitzahl: 462 500 49
Kontonummer: 2 90 33
IBAN DE03 4625 0049 0000 0290 33
BIC WELADED1OPE

Sparkasse Hochschwarzwald
Bankleitzahl: 680 510 04
Kontonummer: 4 77 07 07
IBAN DE58 6805 1004 0004 7707 07
BIC SOLADES1HSW

In der „dummen Antwort auf die kluge Frage“ setzen wir uns mit einem der größten Zweifel am guten Zweck auseinander, nämlich: Wie viel von meinem Geld kommt eigentlich bei den Bedürftigen an? Und wie viel versickert in der Verwaltung? (71:13)
Und zu guter Letzt empfehlen wir im „heißen Sch…ß“ das Buch „Freiwillig zu Diensten? Über die Ausbeutung von Ehrenamt und Gratisarbeit“ von Claudia Pinl, das sich sehr kritisch mit Ehrenämtern auseinandersetzt. (81:18)
Die makketing Marketing Show ist eine Produktion der Podcastmacherei.
Viel Spaß beim Anhören!

„Ein Boss will doch jeder gerne sein“

Ja, auch ich würde das gerne werden, aber an meinen beiden Oberbossen von „2auf1„, Daniel Finger und Sven Oswald, komme ich natürlich noch lange nicht ran. Ich bleibe eben ein kleiner Stift – und das ist just auch das Thema (also eigentlich Filz, aber das passt mir jetzt nicht so gut in den Kontext…), über das wir uns neulich bei radioeins unterhalten haben:

Der Filzstift, ein Stift, bei dem eine Flüssigkeit die Stiftspitze tränkt, wurde in den 50ern in den USA zunächst auf den Markt gebracht, in den 60ern dann aber von den Japanern als Faserschreiber weiterentwickelt. Heute wird übrigens kein Filz mehr verwendet, sondern Spitzen aus Kunststoff mit vordefinierten Kapillaren.

1960 wurde in Hamburg die Firma „edding“ gegründet, die sich zunächst auf den Import von japanischen Filzschreibern beschränkte. Doch bald kam die Idee auf, dass es doch günstiger und vor allen Dingen profitabler wäre, einen eigenen Stift zu produzieren – und so erblickte der „edding No. 1“ das Licht der Welt. Zum Einsatz kam er nicht nur in den Büros, sondern auch in den Lagern und Werkstätten, denn die Tinte der edding-Stifte haftete auch an fettigen, feuchten und heißen Oberflächen. Produziert werden die Stifte erst seit 1993 in Deutschland, zuvor war edding ein reines Vertriebsunternehmen. Das Sortiment ist auf knapp 200 verschiedene Produkte angewachsen, darunter auch Lackstifte und Nagellack unter dem Namen L.A.Q.U.E..

Neben dem edding liegen aber noch die Stifte einer weiteren Marke auf (nicht nur) Deutschlands Schreibtischen: Schwan Stabilo. Ursprünglich war Schwan zunächst eine Bleistift-Fabrik, gegründet 1855 in Nürnberg, doch 1970 gelang dem damaligen Chef, Günter Schwanhäußer, ein großer Coup: Auf einer Geschäftsreise durch die USA beobachtete er in Chicago wie Studenten ein Stück Holz mit Schaumstoff umwickelten und es in eine braune Flüssigkeit dippten, um damit Textstellen markieren zu können. Inspiriert von dem Gedanken, dass das doch einfacher gehen müßte, entwickelte Schwanhäußer den Textmarker, der schon ein Jahr später auf den Markt kam.

Der „Stabilo Boss“ war zunächst sehr teuer – und richtete sich daher an die Zielgruppe der im Namen erwähnten Bosse. „Wir verkaufen keine gelben Linien, sondern Zeitersparnis“, soll Schwanhäußer geäußert haben und das war insbesondere für Menschen ideal, die wenig Zeit und viel Post hatten – Manager eben. Und so verschickte er als Marketingaktion seine Marker an 800 ausgewählte Manager und Minister, um sie von seinem Produkt zu überzeugen. Kurze Zeit später wurde das Produkt zum Verkaufsschlager, was Schwanhäußer nicht verwunderte, denn: „Ein Boss will doch jeder gern sein.“

Schwan Stabilo war jedoch stets sehr umtriebig und innovativ: 1925 wurde der „Dünnkernstift mit bruchfester Mine“ auf den Markt gebracht, der bis heute in vielen Federtaschen zu finden ist. Es wurden aber auch Dermatographen für medizinische Zwecke hergestellt und basierend auf den Erfolg der Dermatographen bei den Frauen der Ärzte, die sich damit gerne schminkten, weil er lang haftend und nicht verlaufend war, engagierte sich Schwan Stabilo dann im Bereich der Kosmetik und produzierte Augenbrauenstifte. Bis heute macht Schwan Stabilo als Weltmarktführer für Kosmetikstifte gut die Hälfte seines Umsatzes mit kosmetischen Produkten, die sie für nahezu alle bekannten Kosmetikmarken herstellen.

Und sie haben noch weiter diversifiziert und sind zwischenzeitlich in das Outdoor-Geschäft eingestiegen: Wer zum Beispiel einen Deuter-Rucksack sein eigen nennt, trägt ein Stück Schwan Stabilo auf seinem Rücken.

Manchmal ist es halt nur ein kurzer Weg vom Filzstift zum Rucksack….

 

 

If a had a hammer, I’d hammer on my cybertruck

Trotz aller Podcasterei bin ich natürlich ab und zu noch zu Gast bei den Herren von „2auf1“ bei radioeins. Diesmal lautete ihr Thema „Hammer“ und wir unterhielten uns über die PR-Katastrophe, die Elon Musk jüngst bei der Präsentation seines Cybertrucks passierte. Nachzuhören wie immer demnächst hier!

Es war eine eindrucksvolle Präsentation, die der wenig präsi-begabte Elon Musk kürzlich ablieferte: Ein Auto wie direkt dem „Balde Runner“ entsprungen und quasi unkaputtbar. Als Beweis dafür hämmerte ein Mitarbeiter auf die Tür, die dies auch unbeschadet überstand. Doch als danach die Unverwüstlichkeit des Panzerglases durch den Wurf einer Eisenkugel vorgeführt werden sollte, kam es zur Katastrophe: die Scheibe riss. Auch der zweite, vorsichtigere Wurf führte zu einer Beschädigung, wie sich gut im folgenden Bild erkennen lässt:

Um mehr als sechs Prozent schoß der Aktienkurs an der New Yorker Börse daraufhin in die Tiefe, das Vertrauen war verloren, die PR-Katastrophe nahm ihren Lauf.

Nun ist das kein Einzelfall, PR-Krisen gibt es zuhauf: Ob H&M einen dunkelhäutigen Jungen mit einem Pulli zeigt, den der Spruch „Coolest monkey in the jungle“ ziert, ob United Airlines einen Passagier mit Gewalt aus dem Flugzeug entfernen lässt, weil die Maschine überbucht ist, und ihm dabei die Nase gebrochen wird – und der CEO sich dann für die Unannehmlichkeiten dieser „Umsetzung“ bei seinem Kabinenpersonal entschuldigt oder ob Dolce & Gabbana ein chinesisches Model mit Stäbchen Pizza essen lassen:

Alle diese Aktionen führten zu Shitstorms, Umsatzrückgängen und heftigen Protesten; das Image bekam eine Delle, die Reputation wurde beschädigt.

Wie sollte ein Unternehmen nun darauf reagieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist? In Wirklichkeit geht es aus der PR-Sicht natürlich nicht um die Krise an sich, nicht um Fakten, sondern darum, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, welche Meinung man sich bildet.

Dazu könnte man beispielsweise die ganze Angelegenheit herunterspielen, Gegenmaßnahmen ankündigen oder aber einfach leugnen, dass der Vorfall wirklich so passiert ist oder böse Gegner für diese Verleumdung verantwortlich machen – möglichst aggressiv (es soll ja gewisse Politiker geben, die sich dieser Taktik gerne bedienen). Man kann aber auch die Verantwortung übernehmen, sich vollmundig entschuldigen, Besserung geloben – und die verantwortlichen Mitarbeiter feuern als Zeichen des Neuanfangs. Das bislang sehr beliebte Präsentieren eines Sündenbocks funktioniert in letzter Zeit jedoch immer schlechter: Es wird heute erwartet, dass der oberste Verantwortliche sich stellt und sein Gesicht zeigt, also der CEO, der Big Boss. Und das sollte er professionell und gut geschult tun, ansonsten gießt er nur noch mehr Öl ins Feuer:

Die Gefahr jedoch ist, dass trotz ehrlicher (*räusper*) Entschuldigung ein Geschmäckle bleibt und das Image auf lange Sicht beschädigt ist. Dies hängt nicht nur von der Ernsthaftigkeit und der Glaubwürdigkeit der Entschuldigung ab, sondern zunehmend von der Schnelligkeit. Lässt sie zu lange auf sich warten, dann ahnt der Konsument, dass hier die PR-Abteilung im Hintergrund gewerkelt hat, und nimmt diese nicht mehr als authentisch wahr.

Elon Musk hingegen fand schnell eine Erklärung für sein Desaster: Der Fehler lag in der Reihenfolge, denn durch den Hammerschlag auf die Tür sei das Glas in seiner Struktur beschädigt worden und daraufhin beim Kugelwurf gerissen. Hätte man es andersrum gemacht, also erst die Kugel, dann der Hammer, dann wäre alles perfekt gewesen – und überhaupt: Die Scheiben haben doch gehalten!

Und bei über 150.000 Vorbestellungen für den Cybertruck relativiert sich das mit dem Kursrutsch dann auch wieder ganz schnell….