Die schönsten Pausen sind Milka

Ich und du, Müllers Kuh, Müllers Esel das sind die Herren von „Zwei auf eins„… nein, natürlich nicht, aber das Thema der heutigen Sendung lautet „Kuh“ und ich bin in das radioeins-Studio geladen, um über die berühmteste lila Kuh ever zu sprechen: die Milka-Kuh.

Die lila Kuh, wer kennt sie nicht? Selbst, wenn sie als so plumpe Fälschung daher kommt:

Doch wie kam die Kuh zur Schokolade und vor allen Dingen: Wie wurde sie lila?

Die Geschichte beginnt mit dem Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard, der mit Schweizer Uhren und Stickereien bestückt in die USA auswanderte. Sein Plan, damit zum erfolgreichen Geschäftsmann zu werden, ging jedoch nicht auf und so kehrte er 1824 in die Schweiz zurück. Er eröffnete dort seine eigene Confiserie und stieg in die Massenproduktion von Schokolade ein, indem er bis zu 30 kg Schokolade am Tag selber herstellte. Diese Schokolade enthielt jedoch noch keine Alpenmilch und war zartbitter. Erst ab 1890 entwickelte Suchard die Milchschokolade und 1901 wurde dann die Marke „Milka“ registriert (MILch und KAkao).

Die ersten Tafel waren bereits lila und auch die Kuh lässt sich auf ihnen schon wiederfinden:

Doch es gab harte Konkurrenz für unsere Kuh: Um die Exotik des Kakaos zu betonen wurde Milka beispielsweise 1913 mit Papageien beworben, selbst ein Kamel war auf der Verpackung zu finden. Größter Konkurrent wurde jedoch ein Bernhardiner, der statt des berühmten Fäßchens eine Tafel Milka um den Hals trug.

Aber die Kuh setze sich letztendlich durch.

Lila wurde die Kuh dann 1973: Adelheid, ein mehrfach preisgekröntes Rind aus Simmenthal, hatte die Idealmaße, einen großen Kopf, geschwungene Hörner und einen gerade Rücken. Unter tierärztlicher Aufsicht wurde sie – nur auf einer Seite, wahrscheinlich ihrer Schokoladenseite – mit wasserlöslicher Farbe besprüht, was durchaus etwas länger dauern konnte, steht so ein Rindvieh doch nicht gerne lange still…

Seit 2004 ist das Milka-Lila geschützt, keine andere Schokolade darf so lila sein. Dabei ist dies ja eine sehr ungewöhnliche Farbe für Lebensmittel… wenn das Brot lila schimmert, solltet ihr es lieber nicht mehr essen…

Milka hat mit seinen Agenturen zusammen ein gutes Gespür für kultige Werbung entwickelt. Erinnert sei hier an den Alm-Öhi Peter Steiner:

oder auch an die sportlichen lila Pausen:

Und mittlerweile geht die Kuh sogar zur Schule:

Apropos Schule: Tatsächlich hat 1995 bei einem Malwettbewerb mit 40.000 bayrischen Schülern jedes dritte Kind die Kühe auf dem Malbogen lila ausgemalt….

 

 

 

 

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