Quietscheentchen, du bist mein!!

Wer kennt ihn nicht, die herzergreifende Ode von Ernie an seine Badeente? Ach, einige kennen das doch nicht? Dann schnell hier klicken:

„Ente“ war das Thema bei den Herren von Zweiaufeins auf radioeins und als altbekannter Entenexperte durfte auch ich etwas dazu sagen:

Das Patent für die erste Gummiente wurde 1886 an Herrn Nye erteilt, allerdings handelte es sich hierbei noch um eine Fisch-Köderattrappe, siehe links.
1904 wurde dann immerhin schon das Quietschventil patentiert (was wäre eine Badeente ohne Quietschventil???). Als Vater der Quietscheente kann man jedoch Peter Ganine bezeichnen, der 1949 sein Design der Gummiente schützen ließ (siehe unten). Seine „uncapsizeable duck“ (kann als „Stehaufmännchen“ nicht sinken und daher schwimmen) wurde in der Folge über 50 Millionen mal verkauft.

Der Song von Ernie, 1970 erstmals in der Sesame Street ausgestrahlt, verhalf dem Entchen zu noch mehr Popularität. Der Song erreichte Platz 16 in den TOP 100, war für einen Grammy Award nominiert und ist bis heute der beliebteste Sesamstraßen-Song.

Da die Crew der Sesamstraße übrigens nie wieder eine Ente fand, die den gleichen Quietschton erzeugte, wird bei jeder Neuaufnahme des Songs immer noch die Originalente von 1970 verwendet – seit 45 Jahren!

Heute gibt es die Ente in allen möglichen Formen und Farben und sie ist ein beliebter Werbeträger geworden: Jeder Bundesligaverein hat seine eigene Badeente,

ebenso jeder Verein der Premier League, es gibt Porsche- und Playboy-Häschen-Enten, es gibt welche von der Deutschen Bahn ebenso wie von Europcar. Und daher gibt es natürlich auch viele, viele Sammler, wie z.B. die Evi von duck-fever, die es schon auf stolze 2.332 Exemplare in ihrer Sammlung bringt.

Die Ente ist nicht nur Werbeträger, sondern eignet sich zudem für viele Werbeaktionen wie Entenrennen, bei denen – meist für einen guten Zweck – bis zu 50.000 Enten zu Wasser gelassen werden. 51 solcher Rennen fanden 2008 in Deutschland statt, manche vor immerhin 80.000 Zuschauern.

Der Konzeptkünstlers Florentijn Hofman schickte 2007 sieben 16,5 m hohe Gummienten auf Reisen, denen dann leider jedoch bald die Luft ausging, ob durch Unwetter in Taiwan oder Silvester-Raketen in Thailand….

Zu guter Letzt habe ich dann doch tatsächlich noch ein Unternehmen gefunden, das eine Gummiente als Logo verwendet: Die Firma Schuhtechnik Entenmann in Weinstadt-Endersbach verwendet dieses schöne Signet für seine „Floppies nach Maß“.

So – und jetzt ab in die Badewanne! 🙂

 

 

 

Twinkle, twinkle, little Starbucks

Eigentlich funkelt ja der Stern – aber die Melodie dieses alten Wiegenliedes gehört zu „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ – und das wiederum schlägt den Bogen zu Starbucks (…ich alter Fuchs). Wieder einmal war ich zu Gast bei „Zweiaufeins“ um im „radioeins„-Studio etwas über „stars“ zu erzählen:

Über Kaffee sprachen wir vor einem Jahr schon einmal, doch diesmal stand Starbucks im Mittelpunkt unseres Interviews, denn Weihnachten naht. Und bei Starbucks gibt es, wie schon seit fast 20 Jahren, eine spezielle Weihnachtsdesign-Becher-Edition. Schlicht, einfach, rot.

Durchaus wohltuend in all dem Geblinke und Gebimmel, das uns in weihnachtliche Kaufstimmung bringen soll und dabei doch zunehmend zum Dekoterror wird. Manchen Zeitgenossen war diese Schlichtheit hingegen nicht christlich genug:

Joshua Feuerstein, eine amerikanischer Evangelist und ehemaliger Pastor, ist der Meinung, dass Starbucks nur deshalb alle Weihnachtssymbole von den Bechern entfernt hat, weil sie – offentsichtlich –  Jesus hassen. Ich weiß nicht, was in der Bibel von Herrn Feuerstein steht, aber eigentlich gilt die Vorweihnachtszeit als Zeit der Besinnlichkeit und der Vorfreude – und hat – im biblischen Sinn – eher weniger mit Rentieren, Schneemännern. Schlitten, Weihnachtsmännern und Schneeflöckchen zu tun.

Nun sollte der geneigte Starbucks-Besucher also als Namen „Merry (oder vielmehr „Mary“ oder „Murray“) Christmas“ angeben, um Starbucks zu zwingen, so wenigstens ein wenig christlich/weihnachtliches auf den Becher schreiben zu müssen. Die von ihm losgetretene Aktion – das Video erreicht viral immerhin mehr als 12 Millionen Klicks – erreichte jedoch unter dem Hashtag #starbuckshatesjesus eher das Gegenteiil:  Die Starbuckianer posteten Parodien auf das Video oder verzierten ihre Becher mit anderen, durchaus unchristlichen Botschaften. Ein Tweet brachte es auf den Punkt: „Wenn du eine Kaffeekette als Botschafter Jesu brauchst, musst du dein Verhältnis zu Gott überprüfen.“

Vielleicht sollte Herr Feuerstein einfach mal einen kleinen Weihnachtstrip nach Berlin machen, denn hier gibt es nach wie vor den wundervollen „Starbucks Weihnachtsbecher Berlin“:

Auch online bestellbar…. 🙂