Hopfen und Malz straffen den Hals

Obwohl ja durchaus bekannt ist, dass mit Bier gewaschenes Haar besonders strahlt (…und riecht), konnte sich der Gerstensaft bislang noch nicht als vollwertiges Pflegeprodukt durchsetzen. Bislang…

Denn nun hat Carlsberg erkannt, dass neben so klitzekleinen Störstoffen wie Alkohol und Kalorien im Bier viel viel mehr steckt: Vitamine und Silizium beispielsweise. Logische Konsequenz: Was für den  Bauch (innen) gut ist, kann für den Bauch (außen) nicht schlecht sein:

Was zunächst wie ein Scherz anmutet, ist ernst gemeint. In limitierter Auflage gibt es nun ein schickes Bier-Pflegeset käuflich zu erwerben:

Shampoo, Bodylotion, Conditioner – und in jedem der Produkte soll angeblich mindestens ein halber Liter konzentrierten Bieres stecken – na denn: Prost!

Da hat wohl einer der Marketingmanager aufmerksam seinen Ansoff studiert: Vertikale Diversifikation lautet hier das Zauberwort, wenn ich aus den Bestandteilen meines Produktes ein neues Produkt für einen neuen Markt entwickle. Und was kommt als nächstes? Der Carlsberg-Beauty-Saloon? Zumindest der Barber-Shop ist – noch – eine reine Werbe-Phantasie…

Baby, you can drive my star

Wie gut, dass radioeins der Sender nur für Erwachsene ist, denn so konnten die Hörerinnen und Hörer bei meinem heutigen Besuch bei „Zweiaufeins“ sich mit Sicherheit noch daran erinnern, wie auf scheinbar magische Art und Weise Mercedes-Sterne sich von den Kühlerhauben lösten und in die eigene Tasche materialisierten…. Mercedes selbst erklärte den Stern damals zum meist verkauften Ersatzteil.

Wie kam Mercedes nun auf den Stern? Im Jahre 1909 befand man bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft, dass die Mercedes-Personenwagenreihe ein Logo benötigte. Die entscheidene Idee kam von den Söhnen des bereits verstorbenen Unternehmensgründers, Paul und Adolf Daimler. Denn als der Herr Papa noch technischer Leiter der Gasmotorenfabrik Deutz war, benutzte er genau so einen Stern, um auf einer Postkarte mit der Deutzer Stadtansicht das Wohnhaus der Familie zu markieren. Am 24. Juni 1909 wurde der Markenschutz für den Stern beantragt,  1921 folgte dann noch der Markenschutz für den plastischen Stern.

Ebenfalls 1909 meldete Benz & Cie ihr Logo, den Schriftzug im Ährenkranz an; nach der Fusion 1926 wurden beide Logos zunächst miteinander kombiniert.

Der Mercedes-Stern gilt heute als eines der bekanntesten Markenzeichen weltweit und das Symbol wurde schnell auch zu Werbezwecken eingesetzt. Nicht nur wurde er in den Fünfzigern Bestandteil des Slogans (Mercedes Benz – Ihr guter Stern auf allen Strassen“) sondern strahlte auch von den Dächern der „Metropolen“ Stuttgart, München, Kassel, Bremen, Bonn, Moskau (dort aber nicht mehr…) und natürlich: Berlin!

Gut, ein wenig bekannter ist der Stern auf dem Europa-Center…

…der nach wie vor als der größte drehbare Stern der Welt gilt. Der Mercedes-Stern in Hongkong ist zwar mit 20 Metern Aussendurchmesser doppelt so groß, dreht sich aber nicht. Seit 1965 rotiert der Stern 1,9 Mal pro Minute, 681 Meter Hochspannungsleuchtstoffröhren bringen ihn zum Strahlen.

Heute ist der Mercedes-Stern von den Kühlerhauben so gut wie verschwunden (nicht nur, weil, wie ich mich erinnern kann, es so einige Punk-Parties gab, bei denen als Eintritt nur ein abgebrochener Stern akzeptiert wurde): Lediglich die S- und die E-Klasse, zwei von 16 Baureihen, tragen ihn. Verboten wurden Kühlerfiguren in Deutschland bereits 1959 aufgrund der Verletzungsgefahr bei Unfällen – nur umklappbare oder einfahrende Figuren sind erlaubt – wie der Stern, die Emily von Rolls Royce oder auch der Jaguar.

Kühlerfiguren entstanden, weil die stolzen Autobauer sich nicht mit einem schnöden Deckel auf ihren Kühlerhauben abgeben wollten. Kühler waren in den Anfangstagen der Automobile noch wesentlich wuchtiger und das Kühlwasser musste auch häufig nachgefüllt werden.1899 brachte ein englischer Lord ein Abbild des heiligen Christoporus, Schutzheiliger der Reisenden, an seinem Kühlverschluß an – die erste Figur ward geschaffen! Kühlerfiguren wurden in der Folge wie Wappen gesehen: Es gab Götter, Jäger, Boxer, Skiläufer aber auch Vögel, Löwen, Stiere und sogar Schnecken. Die französische Firma Lejeune hatte 60 Hunde-Varianten im Angebot, und Ettore Bugatti setzte auf seinen 16-Zylinder-Wagen Royal einen tanzenden Elefanten.

Doch auch die Form des Kühlers spielte als Erkennungszeichen eine Rolle – wie man an der Evolution des Logos einer französischen Automarke erkennen kann:

Zum Abschluss der obligatorische Clip: Ein Klassiker. Der erste Auto-Werbespot, in dem kein Auto gezeigt wurde (und die Ohrfeige war echt…. das Schauspieler-Paar war zerstritten am Tag der Dreharbeiten):

P.S. Hier noch das im Interview erwähnte T-Shirt… 🙂

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