Dufte! Wenn die Cola nach Sommer riecht…

Wer kennt das nicht: Wenn im Ofen der Kuchen vor sich hin backt, in der Pfanne der Knoblauch bruzzelt oder im Topf das Gulasch schmort, dann läuft uns das Wasser im Munde zusammen, wenn bereits nur der Duft aus der Küche uns in die Nase steigt…. Das klappt heute natürlich auch an der Bushaltestelle:

Gerüche gehen direkt ins limbische System und haben daher eine große Wirkung – und werden immer häufiger gezielt im Marketing eingesetzt. Anlass genug, um bei den Herren von „Zweiaufeins“ im „radioeins„-Studio über Marketing für alle Sinne zu sprechen. Nachzuhören hier:

Den Geruch von Vanille lieben wir, weil er uns an Muttermilch erinnert, Lavendelgeruch öffnet das Portemonnaie, Zwiebelgeruch lässt Männer männlicher wirken, Zitronenduft macht sie femininer… die Liste der Duftwirkung ist lang – und wissenschaftlich nicht unumstritten. Wer nun nicht als lebende Zwiebel auf die Pirsch gehen möchte, kann es ja einmal mit den kernigen Duft von Speck versuchen:

 

Doch Hotels, Shops und selbst Zahnärzte setzen immer häufiger auf den richtigen Geruch, wenn es ums Marketing geht:

Auch die Deutsche Bahn experimentierte in den letzten Jahren mit bedufteten Zügen; Jasmin, Veilchen und Rosenholz  lassen den Bahnfahrer gnädiger werden, wenn der Zug Verspätung hat. Oftmals riechen wir diese Duftnoten nicht bewusst, manche Menschen können auf die synthetischen Stoffe allerdings allergisch reagieren.

Gerüche werden somit zum „Corporate Smell“, zum unsichtbaren Duftlogo: Das Swissotel riecht zum Beispiel nach Enzian, Edelhölzern und roter Pfefferbeere – so wie die Schweiz eben….  Dieser Markenduft wird dann oftmals auch konsequent weitergeführt bis zum Geruch der Seifen und Shampoos auf den Hotelzimmern. Ziel ist es, dass die Hotels der Kette weltweit dann bereits am Geruch erkannt werden können und sich ein wohliges Gefühl der Vertrautheit einstellt.

Doch natürlich werden Düfte auch manipulativer benutzt: Kunstleder-Schuhe werden mit Ledergeruch aufgepimpt, Orangen mit Orangenduft besprüht, damit sie intensiver riechen, und Gebrauchtwagen werden mit „Neuwagenduft“ behandelt, was zu einem deutlich höher erzielbaren Verkaufspreis führt. Experimente zeigen, dass der gezielte Einsatz von Produktgerüchen am Point-of-Sale bis zu 80% mehr Verkauf erzielen kann. Kein Wunder also, dass wir zunehmenden Geruchsattacken ausgesetzt sind. Manchmal ist es dann auch zuviel: Die Kleiderkette Abercrombie & Fitch sah sich heftiger Kritik ausgesetzt, da das massive Verströmen ihres süßlichen Parfüms in den Ladenräumen ganze Einkaufszentren olfaktorisch verseuchte. Was die Erwachsenen störte, kam bei den Kids an, denn die erkannten die Produkte der ehemaligen Kultmarke an eben diesem Duft.

Wer jetzt noch Zweifel am Duftmarketing hat, der erinnere sich doch einmal an die Sommer seiner Kindheit. Welcher Geruch steigt einem da in die Nase? Wer jetzt an Sonnencreme denkt, könnte demnächst Opfer von Coca Cola werden: In den USA wurden an den Verkaufsregalen die Düfte der beliebteste US-Sonnencreme der 60er & 70er Jahre verströmt, der die Kunden an Sommer, Sonne, Strand und Kindheit erinnerte – und sie zugreifen ließ…

 

 

 

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