makketing spricht… über den Haken beim Bestpreis

Irgendwie hat ja alles im Leben einen Haken und so wundert es nicht, dass ich bei den Herren von „2aufeins“ in das radioeins-Studio geladen war, um dort über den Haken bei den sogenannten Bestpreisangeboten zu sprechen:

Wir sind nur bei wenigen Dingen so leicht zu manipulieren wie beim Preis, was unter anderem damit zusammenhängt, dass es nicht den EINEN Preis gibt, sondern wir ein subjektives Preisempfinden haben – ein jeder von uns hat sein ganz individuelles Preisraster und definiert „billig“, „teuer“ oder „preiswert“ nur für sich. Zudem heißt es auch nicht Preisvernunft, sondern eben Empfinden – und unser Bauch empfindet Preise je nach Situation, Setting und Zeit ganz unterschiedlich (das kennt man aus dem Urlaub, wo man gerne einmal fünfe gerade sein lässt und Preise akzeptiert, die einem zuhause als unverschämt erscheinen würden….)

Natürlich macht sich das so mancher Anbieter und insbesondere der Handel zunutze, wie die vielen, unzähligen Beispiele aus dem Internet zeigen.

In letzter Zeit geben einige Händler vermehrt Bestpreisgarantien, d.h. wenn irgendwo ein besserer Preis für das bei ihnen erworbene Produkt gesehen wird, dann erstatten sie dem Kunden die Differenz. Das bringt nun eine ganze Menge „Haken“ mit sich:

– es verhindert den Preiswettbewerb, der eigentlich uns Kunden zu Gute kommen sollte, denn wenn Händler A eine Bestpreisgarantie abgibt, dann gibt es für Händler B keinen Grund mehr, Produkte im Preis zu reduzieren, denn die gewünschte Wechselbewegung von A hin zu B findet nicht mehr statt.

– Untersuchungen haben gezeigt, dass die Produkte, die mit Bestpreisgarantien werben, oftmals bereits von vorneherein teurer sind als bei der Konkurrenz, denn „Rabatt, Rabatt, das lass Dir sagen, wird immer vorher draufgeschlagen.“. Hier greift die Psychologie, denn die Signalwirkung der stets stark beworbenen Garantie lässt den Konsumenten glauben, dass es sich hierbei automatisch und grundsätzlich um den günstigsten Preis handeln MUSS, denn sonst hätte der Händler ja diese Garantie gar nicht erst ausgesprochen….

– so zahlen letztendlich die Kunden, die nicht überprüfen, den höheren Preis und werden mit dieser Garantie für ihre Leichtgläubigkeit „bestraft“, denn wirklich profitieren tut nur derjenige, der sich tatsächlich im Vorfeld die Mühe macht, Preise zu vergleichen.

Unterm Strich rechnet sich das für den Handel ganz hervorragend, denn selbst wenn – gerne vor Weihnachten – vollmundig Bestpreise sogar bis zu 4 Wochen nach dem Kauf versprochen werden, nimmt kaum ein Kunde diese Garantie in Anspruch: Geschenke werden selten mit dem Kassenbon übergeben und sind nach der Bescherung aus den Augen, aus dem Sinn. Und wenn man sich selbst beschenkt hat, dann ist das Produkt ja meins und ich halte nicht mehr nach gleichen Angeboten Ausschau, sondern schon nach den nächsten Waren. Und selbst wenn mir das zufällig auffallen sollte – wo war denn noch mal gleich der Kassenbon?

Wir können eben nicht immer alles überprüfen (auch wenn wir es manchmal lieber sollten) und werden so leicht zum Opfer der dunklen Seite des Marketing…

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