Guten Rutsch! / Werbung, die glücklich macht 2

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und so ist es an der Zeit, schnell noch ein paar Beispiele ganz besonderer Werbung zu zeigen: opulent erzählend und atmosphärisch dicht.

Den Anfang möchte ich machen mit einem Spot (nun ja, eher Kurzfilm) des Kult-Regisseurs Wes Anderson, mit dem er seine Arbeit für „Prada“ fortgesetzt hat:

Auch Dolce & Gabbana zeigen, dass man Uhren mit viel Herzschmerz und Gefühl bestens verkaufen kann – insbesondere, wenn große Kinderaugen dabei noch eine Rolle spielen:

Kleine Geschichten erhalten eben die Kunden…

Bleiben wir bei den Nobelmarken und feiern wir mit Louis Vuitton und David Bowie in die Silvesternacht:

makketing wünscht allen Leserinnen und Lesern und Freunden des Blogs einen guten Rutsch und ein gesundes, erfolgreiches 2014!

makketing spricht… über den Haken beim Bestpreis

Irgendwie hat ja alles im Leben einen Haken und so wundert es nicht, dass ich bei den Herren von „2aufeins“ in das radioeins-Studio geladen war, um dort über den Haken bei den sogenannten Bestpreisangeboten zu sprechen:

Wir sind nur bei wenigen Dingen so leicht zu manipulieren wie beim Preis, was unter anderem damit zusammenhängt, dass es nicht den EINEN Preis gibt, sondern wir ein subjektives Preisempfinden haben – ein jeder von uns hat sein ganz individuelles Preisraster und definiert „billig“, „teuer“ oder „preiswert“ nur für sich. Zudem heißt es auch nicht Preisvernunft, sondern eben Empfinden – und unser Bauch empfindet Preise je nach Situation, Setting und Zeit ganz unterschiedlich (das kennt man aus dem Urlaub, wo man gerne einmal fünfe gerade sein lässt und Preise akzeptiert, die einem zuhause als unverschämt erscheinen würden….)

Natürlich macht sich das so mancher Anbieter und insbesondere der Handel zunutze, wie die vielen, unzähligen Beispiele aus dem Internet zeigen.

In letzter Zeit geben einige Händler vermehrt Bestpreisgarantien, d.h. wenn irgendwo ein besserer Preis für das bei ihnen erworbene Produkt gesehen wird, dann erstatten sie dem Kunden die Differenz. Das bringt nun eine ganze Menge „Haken“ mit sich:

– es verhindert den Preiswettbewerb, der eigentlich uns Kunden zu Gute kommen sollte, denn wenn Händler A eine Bestpreisgarantie abgibt, dann gibt es für Händler B keinen Grund mehr, Produkte im Preis zu reduzieren, denn die gewünschte Wechselbewegung von A hin zu B findet nicht mehr statt.

– Untersuchungen haben gezeigt, dass die Produkte, die mit Bestpreisgarantien werben, oftmals bereits von vorneherein teurer sind als bei der Konkurrenz, denn „Rabatt, Rabatt, das lass Dir sagen, wird immer vorher draufgeschlagen.“. Hier greift die Psychologie, denn die Signalwirkung der stets stark beworbenen Garantie lässt den Konsumenten glauben, dass es sich hierbei automatisch und grundsätzlich um den günstigsten Preis handeln MUSS, denn sonst hätte der Händler ja diese Garantie gar nicht erst ausgesprochen….

– so zahlen letztendlich die Kunden, die nicht überprüfen, den höheren Preis und werden mit dieser Garantie für ihre Leichtgläubigkeit „bestraft“, denn wirklich profitieren tut nur derjenige, der sich tatsächlich im Vorfeld die Mühe macht, Preise zu vergleichen.

Unterm Strich rechnet sich das für den Handel ganz hervorragend, denn selbst wenn – gerne vor Weihnachten – vollmundig Bestpreise sogar bis zu 4 Wochen nach dem Kauf versprochen werden, nimmt kaum ein Kunde diese Garantie in Anspruch: Geschenke werden selten mit dem Kassenbon übergeben und sind nach der Bescherung aus den Augen, aus dem Sinn. Und wenn man sich selbst beschenkt hat, dann ist das Produkt ja meins und ich halte nicht mehr nach gleichen Angeboten Ausschau, sondern schon nach den nächsten Waren. Und selbst wenn mir das zufällig auffallen sollte – wo war denn noch mal gleich der Kassenbon?

Wir können eben nicht immer alles überprüfen (auch wenn wir es manchmal lieber sollten) und werden so leicht zum Opfer der dunklen Seite des Marketing…

makketing wünscht frohe Weihnachten

Werbung kann ja so einfach sein, insbesondere zur Weihnachtszeit: Man wähle nur das richtige Produkt und schon herrscht Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Spätestens beim Weihnachtsessen sitzen alle vereint und haben sich lieb – wenn die 11 Gewürze und Kräuter zur vollen Geltung kommen:

Ich wünsche alle Leserinnen und Lesern und allen Freunden des makketing-Blogs schöne Weihnachtsfeiertage – und hoffe inständig, dass es Heiligabend bei euch was Leckereres gibt als KFC…. 🙂

Oh God, we’re friends with a cookie….

Marketers und Makketianer, all‘ ihr Consumer Whisperers, Mother Targeters und Brand Guardians – stimmt ein in diese – unsere – wunderbare Anthem:

Denn wir können stolz darauf sein, dass wir -vertising an fast alles andocken können….!

(Nun ja, ich hab mal schnell nachgeguckt…. also ich folge keinem Keks und bin auch mit keinem befreundet…. aber mit Schokolade, Hotels, einem Reisebüro und Lingerie. Muss ich mir Sorgen machen??)

Geht doch: Ein ganzer Actionfilm in 91 Sekunden

Kino ist doch furchtbar… der Nacho-Gestank, die Im-Film-Telefonierer und überhaupt: andere Menschen!! Und das muss man dann 90 min und länger aushalten…

Dabei geht es doch auch ganz anders: 100% Action in nur 91 Sekunden. Weil die wirkliche Geschichte doch ohnehin in unseren Köpfen stattfindet:

Die Kunst des Storytellings liegt eben darin, mit dem Betrachter zu arbeiten und nur noch die Bilder abzurufen, die schon im Kopf vorhanden sind. Dumm nur, dass der Film im Kopf bleibt, das Produkt aber schnell wieder vergessen ist oder wie hieß das Handy gleich noch mal…? 🙂

Jetzt reicht’s: Zombies werden kriminell!

Unsere lieben Untoten erfreuen sich nun schon seit geraumer Zeit eines Revivals (nun ja, naheliegend für Zombies….). Und so verlockt es durchaus auch unerwartete Anbieter dazu, mit den Walking Deads Botschaften zu transportieren (und Marketing ist ja letztendlich nichts anderes…):

Damit hat die LAPD einen weiteren Höhepunkt in die Kategorie  „ganz schlimme Mitarbeiter-Videos“ hinzugefügt…. Aber immerhin: Auch ich weiß jetzt, dass marodierende Zombies hier in Kreuzberg für mein Auto gefährlicher sind als das Strafzettel verteilende Ordnungsamt. Hab ich bislang eher umgekehrt gesehen….

Natürlich ist der ganze Spot unlogisch und nicht realistisch: Seit wann liest denn ein iPad-Besitzer ein Buch????? Das sind so die Kleinigkeiten, die einen Oscar-Anwärter von der Massenware trennen.