media needs marketing – needs marketing media?

Müssen die krisengeschüttelten klassischen Medien mehr Marketing für sich machen, wie z.B. die Zeitungen hier? Und braucht man für seine Kommunikation überhaupt noch die klassischen Medien – oder geht das alles online und below the line viel besser?

Dies werden die beiden großen Themen09 Carsten oKraw lightblöcke sein, die ich bei unserem ersten makketing-Talk am 10. Oktober mit dem Media-Experten Carsten Sterzenbach besprechen möchte. Der heute selbstständige Medienberater kann auf lange und vielfältige Erfahrungen u.a. bei SevenOneMedia, Sportal, MTV und QVC zurückblicken.

Mit ihm möchte ich zunächst diskutieren, wie die klassischen Medien mit dem Verlust ihrer Relevanz gerade bei den jungen Zielgruppen umgehen und welche Rezepte es bei den Medien gibt, die zurückgehenden Einnahmen aus den Werbeerlösen mit neuen Konzepten zu kompensieren, Daran anschließend wollen wir erörtern, ob Online- und virales Marketing, PR und Google-Optimierung ausreichend sind, um Reichweite und Kontaktqualität aufzubauen (gerade für Gründer oftmals die Alternative zu Anzeigen, Spots und Plakaten) – oder ob die Möglichkeiten der klassischen Medien einfach nicht zu ersetzen sind.

Der Talk wird ist auf eine Stunde angesetzt, dann geben wir das Wort an die Zuschauer und freuen uns auf eure Fragen und eine sich hoffentlich lebhaft gestaltende Diskussion.

Der makketing-Talk beginnt um 19.30h (doors open ab 19.00h) und findet im Limonadier, einer der schönsten und besten Bars Berlins statt: Nostitzstr. 12, Nähe Gneisenaustr.  Wir sitzen entspannt und intim im Hinterzimmer, das Platz für 40 Gäste bietet. Der Eintritt ist frei, es empfiehlt sich jedoch hier Plätze zu reservieren, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte. Noch mehr empfiehlt es sich, ohne Auto zu kommen, denn die Drinks sind gar allzu köstlich….

Zur Einstimmung auf den Abend hier ein TEDx- Vortrag vom Media-Urgestein Thomas Koch über das „End of Advertising“:

 

 

 

Die Rückkehr der Print-Ritter

Viel wird gesprochen dieser Tage über den Niedergang der Buch- und Zeitschriftenkultur, darüber, dass alte Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren und von neuen abgelöst werden – das gilt selbstverständlich auch für das Marketing. Doch ab und an keimt Hoffnung auf:

Und die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt…

Wieso Barack Obama Werbung für Dosensuppe macht… also indirekt…

Den klassischen Medien geht es schlecht und schlechter, denn nicht nur bleibt das Käuferpublikum weg, sondern auch die Anzeigenkunden orientieren sich immer stärker an den Medien „below the line“.  Höchste Zeit also für ein wenig Gattungsmarketing – und wenn es schon nicht der Werbeträger ist, der verkauft, dann doch wenigstens die Politprominenz:

„Was auf der Welt passiert, passiert für Ihre Werbung,“

Schon an den mageren Klickraten merkt man, dass das Thema nicht wirklich interessiert, obwohl der Spot ja durchaus sehenswert gemacht ist. Bezeichnend ist jedoch, dass die „alten“ Medien sich immer noch über Aufmerksamkeit verkaufen, über Kontaktzahlen, die sie sich zudem sehr teuer bezahlen lassen. Dass es heute Werbetreibenden wie auch den Konsumenten vielmehr um Relevanz, Nutzen und qualitative Auseinandersetzung mit der Botschaft geht als um eine rein quantitative Reichweite, ist in den Köpfen vieler Verlags-Sales-Abteilungen anscheinend noch nicht angekommen.

Aber toll immerhin, dass man hier die Idee hatte, die Zeitung NICHT in Zeitungen zu bewerben (bringt wahrscheinlich zu wenig Aufmerksamkeit und auch die Zielgruppe ist wohl anders unterwegs,,,), sondern viral im Internet – „below the line“ lässt grüßen!

Braucht Media Marketing? Braucht Marketing heute noch die klassischen Medien? Genau dieses Thema werden wir beim ersten makketing-Talk am 10. Oktober behandeln. Zusammen mit dem Medien-Experten Carsten Sterzenbach werden wir uns darüber unterhalten, ob die klassischen Medien noch eine Zukunft haben – und wenn ja, welche. Der Eintritt ist frei, der Platz begrenzt, mehr Informationen sind hier zu finden.

 

 

Die schönste Zeit unseres Lebens – dank Kinderschokolade

Wieder einmal wurde ich von den freundlichen Herren von „Zwei auf Eins“ in das „radioeins„-Studio eingeladen, um über ein kleines Thema aus der großen, bunten Marketing-Welt zu sprechen (nachzuhören ist dies wie immer hier auf dem talketing-Blog).

Diesmal ging es um ein Produkt, mit dem viele von uns aufgewachsen sind: Kinderschokolade. Die mit der Extra-Portion Milch. Milch ist da jedoch höchstens in homöopathischen Dosen vorhanden, denn bei der Füllung handelt es sich um eine Milchcreme, die aus Milchpulver gewonnen wird. Leider gehen bei der Herstellung von Milchpulver so gut wie alle wertvollen Inhaltsstoffe verloren – und dafür muss man ordentlich Zucker und Fett hinzufügen, damit es überhaupt noch schmeckt.
Um den Tagesbedarf eines Kindes beispielsweise an Kalzium abzudecken, müßte es 13 Riegel Kinderschokolade essen – und würde damit 48 Stück Würfelzucker und eine 1/2 Packung Butter zu sich nehmen…

Nun macht es sich in der Werbung allerdings nicht so gut, neben dem Glas mit der Extraportion Milch auch eine kleine Würfelzucker-Pyramide und eine Packung Butter abzubilden, daher „schönt“ man das ein bißchen… so wie es die Piemont-Kirsche nicht gibt (die Kirschen kommen von überall her, aber nicht aus dem Piemont), man nicht mit Vitaminen gesund naschen kann und auch in den seltensten Fällen „frische Landmilch“ in den Produkten steckt.

Kinderschokolade gibt es in Deutschland seit 1967 – und hat von Anfang an das Ziel verfolgt, sich als „gesunde Schokolade“ zu positionieren, die Eltern ihren Kindern mit gutem Gewissen geben können. Einzeln proportioniert verpackt musste man dem kleinen Racker nicht die ganze Tafel geben und schon in den 60ern pries Ferrero die viele Milch, die dazu führt, dass Kinderschokolade leicht verdaulich sei und das Kind „tüchtig“ wachsen lasse.
Mittlerweile gibt es Kinderschokolade auf 4 Kontinenten und in jedem 5. Land der Erde, wie Ferrero kundtut.

Und da wir alle als Kinder schon Kinderschokolade gegessen haben, kann Ferrero nun auch getrost auf die Extraportion Milch in der Werbung verzichten: Denn die Eltern geben natürlich freiwillig das weiter, was sie selbst als Kinder schon geliebt haben:

Aktuell wird in der Werbung daher Kinderschokolade als DER unverzichtbare Begleiter der Kinderjahre inszeniert – ohne Kinderschokolade keine schöne Kindheit:

Heute ist Ferrero vielmehr angreifbar mit dem Vorwurf der Kinderarbeit bei der Kakaogewinnung (und nicht nur dort, auch bei der Haselnussernte werden oft Kinder eingesetzt). Das betrifft grundsätzlich fast alle Schokoladenanbieter, da Kakao in der Regel über Börsen eingekauft wird und sich damit die ständig wechselnden Erzeuger schwer kontroliieren lassen. Ferrero agiert allerdings sehr unglücklich, was die Transparenz angeht: Sie haben die Vorwürfe bislang nicht ein einziges Mal dementiert, sondern verweisen stets nur auf ihr grundsätzliches Engagement gegen mißbräuchliche Kinderarbeit. Gut 10% des Kakao bei Ferrero stammt aus fairem, kontrollierten Anbau, laut eigener Aussage soll bis 2020 die gesamte Produktion nachhaltig sein. Warten wir es ab….

Da wird einem ja die Zehe sauer…

Marketing ist bekanntlich nicht alles, aber ohne Marketing ist alles nichts. Man braucht nur die eine kleine gute Idee, die einen besonders macht, die Profil gibt und die hilft, sich am Markt zu positionieren. Zum Beispiel am Markt der Bars – weltweit….

Denn: Wanderer kommst du nach Dawson City (Yukon, Canada), dann besuche die Bar des Downtown-Hotels und werde Mitglied im „Sourtoe-Cocktail-Club„:

Mitglied kann jeder werden, der ein Glas Whiskey trinkt, in dem eine mumifizierte Zehe schwimmt – über 65.000 Menschen haben dies bereits getan. Und da ist sie schon, die klitzekleine Idee, die eine Bar über alle Grenzen hinaus bekannt macht….

Nun gibt es diese Lokalität schon seit 40 Jahren, aber sie versteht es bestens, immer wieder in die Schlagzeilen zu kommen (naja, auf der Seite „Vermischtes“). Jüngst hat nämlich ein Besucher die Zehe verschluckt – und das noch nicht mal im 40%igen Alkohol, sondern profan mit Bier runtergespült.  Nicht nur ist er jetzt stolzer Verdauer einer mumifizierten Zehe, nein, er hat auch gleich die 500 Dollar Strafe auf den Tisch gelegt, die jedem drohten, der die Zehe in den Mund nahm oder an ihr knabberte.

Wie gut, dass es eine Ersatzzehe gibt, denn aus Schaden wurde man klug: In den letzten Jahrzehnten sind mindestens 15 Zehen verschwunden, 8 davon wurden verschluckt. Deswegen werden auch ausschließlich große Zehen verwendet, bei den kleinen ist die unfreiwillige Verschluckgefahr einfach zu groß. Die meisten Zehen sind übrigens anonyme, testamentarisch festgelegte Spenden…

So, liebe Gründerinnen und liebe Gründer, funktioniert Marketing. Schnell also die nächstgelegene katholische Kirche in der Nachbarschaft aufgesucht, vielleicht lässt sich dort noch die eine oder andere ungenutzte Reliquie finden… 🙂