… bis die Augen bluten!

Sich gegenseitig solange in die Augen zu starren, bis einer blinzeln muss oder wegguckt, ist ein beliebter Zeitvertreib bei Kindern (kleinen wie großen). In der Schweiz wird Ausdauer beim Anstarren nun mit einem Smartphone belohnt. Allerdings muss man dafür 60 Minuten (!) lang starren ohne wegzuschauen. Und als ob das nicht schon anstrengend genug wäre, gibt es noch jede Menge Ablenkungsversuche:

Eine große Herausforderung in Zeiten, in denen sich doch kein Mensch mehr auch nur 5 min lang auf eine Sache konzentrieren kann – einer hat es dann tatsächlich geschafft…

Gute Idee von Samsung, schön umgesetzt und dabei gleich noch den USP des Galaxy S4 kommuniziert – so geht Marketing 2013.

An die Kette genommen…

Egal durch welche deutsche Fußgängerzone wir schlendern, wir finden dort die immergleichen Geschäfte vor: von A wie Apollo über B wie Backwerk bis Z wie ZGS Schülerhilfe. Allen ist eines gemeinsam: Diese Firmen organisieren ihren Wachstum über Franchise-Partner.

Was macht es für einen Franchisenehmer nun eigentlich so interessant, sich mit einer Lizenz selbstständig zu machen, fragten sich die Dame und die Herren von Zweiaufeins bei radioeins, und da sie keine gute Antwort fanden, befragten sie das makketing-Orakel (nachzuhören wie stets hier im talketing-Blog).

Wir haben in Deutschland ca. 67.000 Franchisenehmer, die eines der rund 1.000 Franchisesysteme für sich entdeckt haben – Franchise ist dabei auch ein wichtiger Arbeitsplatz-Beschaffer: Fast 500.000 Menschen arbeiten in Franchise-Betrieben, die jährlichen Umsatzzahlen schwanken zwischen 60 und 80 Mrd. Euro.

Ein Erfolgsrezept also? Der Franchisenehmer übernimmt eine bestehende, erprobte Geschäftsidee, den Namen, das Corporate Design, kann die Rechte nutzen und profitiert von den Einkaufsvorteilen, was seinen Markteintritt natürlich enorm erleichtert und beschleunigt. Er muss sich zudem nicht um Marketing und PR kümmern, erhält oftmals einen Gebietsschutz und kann sich voll und ganz auf das Kerngeschäft konzentrieren. Selbstständigkeit „light“ also, denn all das müssen sich Gründer normalerweise mühsam erarbeiten (in so tollen Gründungsinkubatoren wie der garage in Berlin beispielsweise).

Ganz umsonst ist das natürlich nicht, denn für die Übergabe einer schlüsselfertigen Geschäftsidee wird eine einmalige, manchmal auch recht hohe Lizenzgebühr fällig (für eine McDonalds-Lizenz beispielsweise mind. 760.000 Euro) und auch dann muss monatlich ein gewisser Anteil am Umsatz (je nach System bis zu 33%) an die Mutter abgegeben werden.

Und für diese zugegebenermaßen hohe Sicherheit zahlt man den Preis, dass man keinerlei strategische Entscheidungen fällen kann: Alles kommt aus der Zentrale, der Franchisenehmer setzt einfach nur um.

Es hängt also vom Gründer ab: Je nachdem, ob er Freiheit und dafür Risiko oder Sicherheit und dafür eingeschränkte Entscheidungsfreiheit bevorzugt, eignet sich ein Franchise-System mal mehr und mal weniger. Die Top Ten im deutschen Franchise-Ranking 2012 werden übrigens von Mrs. Sporty, Vom Fass und McDonald’s angeführt, mehr dazu findet ihr hier.

Und wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer:

Ihr Hipster der Welt: Die Rettung naht!

… denn auch ihr habt jetzt endlich die Möglichkeit, viel viel Geld zu verdienen, dank Beardvertising!

Die volle Fusselfresse gehört zum Hipster wie der Stoffbeutel – und ich frage mich ja bis heute noch, wer das überhaupt attraktiv finden soll, aber egal…. Immerhin, mann kann mit dichter Gesichtsbehaarung reich werden – wie? Mit kleinen Werbestickern im Bart:

Volle Aufmerksamkeit für den Werbekunden (wäre doch was für Gilette, Wilkinson oder Nudelsuppen?) und volle Geldbörse für den Bartträger.

Und wieder ein großer Schritt in die Zukunft das Marketing – danke, Beardvertising!

Früh übt sich, was ein guter Amokläufer…äääh… Schütze werden will

Kinder und Marketing – ein heißes Eisen. Jüngst hatte die ZEIT das Thema auf dem Titel und erklärte im Dossier, mit welchen Methoden insbesondere die Lebensmittel-Industrie in den Alltag – und die Köpfe – der Kinder dringt, die noch nicht in der Lage sind, die Methoden der Werbung zu durchschauen:

„In einer Zeit der gesättigten Märkte und ausgereiften Produkte müssen die Unternehmen nach neuem Mehrwert suchen. Also versprechen sie ihren Kunden jetzt nicht nur den Geschmack knuspriger Chips, sondern auch Austausch, Freundschaft und Geborgenheit: die Marke, dein Freund und Spielkamerad. So vergiftet das Kindermarketing das Spiel der Kinder, dessen Zweck es ja gerade ist, etwas zu tun, was keinen Zweck hat. Ein Spiel, das darauf abzielt, dass sich das Kind am Ende eine Chipstüte kauft, ist keines.“

Da war meine Kindheit doch unbeschwerter… wir sind durch den Garten getollt, haben Cowboy und Indianer gespielt und mit dem Finger auf uns geschossen. Das tun Kinder heute ja auch noch, nur nehmen sie dazu – zumindest in den USA – nicht mehr nur den Finger:

Und das ist keine Verarsche, sondern ein ernst gemeinter Werbespot.

Ich find das ja schön, wenn die Familie endlich mal wieder was zusammenmacht und auch Mama und die Schwester mitspielen dürfen. Denn: Ballern ist nicht nur was für Jungs! Da wollen wir schon mal schön gender sein…

Und wer jetzt meint, dass die Waffe an sich nicht schlecht ist, sondern nur der „böse“ Schütze, der findet diese Argumentation dann im ZEIT-Artikel wieder. Hamburger, Softdrinks und Süßigkeiten machen nämlich gar nicht dick, man muss sich nur ordentlich bewegen….

So einfach ist das.

 

The winner takes it all: Online-Shopping für Milliardäre

Ach, es ist schon ein Kreuz mit dem Reichsein, wohin soll man so als Milliardär nur sein teuer ergaunertes Geld hinverschwenden? Das hat auch Sven und Daniel von Zweiaufeins bei radioeins schlaflose Nächte bereitet, so dass sie mich in ihrer Verzweiflung einluden, um über den „The Billionaire Shop“ zu sprechen, den exklusivsten Online-Shop für den Multimillionär (nachzuhören wie immer hier im talketing-Blog).

Der schnelle Einkauf für Zwischendurch hat dabei für jeden mindstens achtstelligen Kontostand etwas dabei, denn es muss ja nicht immer gleich die Privatinsel auf den Bahamas für 65,5 Mio Euro sein…

…manchmal tut es auch die „Tour de I’lle“-Armbanduhr von Vacheron Constantine für fast schon geschenkte 2,95 Mio €. Mit Kleinkram hält man sich auf dieser Seite auch gar nicht auf: Die Kategorien lauten lediglich: Kunst, Autos, Motorräder, Helikopter, Yachten, Jets, Residenzen und Uhren.

Gezielt wird hier der Impulskäufer gesucht, denn wie in jedem Online-Shop kann man viel Beratung nicht erwarten, dafür erfolgt die Lieferung selbstverständlich frei Haus. Die Macher des Shops verstehen ihn als „destination for winners“ – und zwar im wörtlichen Sinne. Den hinter all dem steht ein schwedisches Team, das auch die internationale Glücksspiel-Plattform „Multilotto“ betreibt. Man habe dort nämlich festgestellt, dass die frischgebackenen Lotto-Multimillionäre gar nicht wüssten, wohin mit dem vielen Geld – und so böte man diesen nun endlich eine Einkaufshilfe an.

Klingt zu schön, um wahr zu sein – und so entpuppt sich das Ganze auch als riesig großer PR-Gag. Keines der dort angebotenen Artikel kann man wirklich erwerben, denn stets erscheint die Fehlermeldung, dass er leider schon ausverkauft sei. Viel mehr geht es darum, neben dem „Buy“-Button den „Buy the easy way €4“-Link zu klicken, der direkt auf die Multilotto-Website führt (wo dann auch bis zu 146 Mio. Euro zu gewinnen sind….).

Das Kalkül ging auf, denn zum Launch des Billionaire Shop im Dezember 2012 stürzten sich viele Medien auf die Meldung und verbreiteten den Shop und seine URL eifrig weiter. Und bestimmt hat der eine oder andere Besucher dann auch schnell einmal 4 Euro Einsatz gezahlt….

Es bleibt also auch weiterhin traurig, das Milliardärs-Dasein. Aber wer will auch schon reich sein?