Voll von der Prinzenrolle

Wie kommt der Prinz eigentlich zur Rolle, fragten sich die Jungs von 2aufeins bei radioeins erst selbst – und dann mich. Nachzuhören ist das Interview wie immer hier im talketing-Blog

Es war der belgische Bäckermeister Edouard de Beukelaer, der in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in seiner Bäckerei Kekse herstellte – ein Wissen, das er sich in seinen Lehrjahren aus England mitgebracht hatte. Kekse und Kuchen waren bis dato nicht sonderlich haltbar und daher auch eher Luxusartikel und nicht für die breite Masse gedacht. De Beukelaer gründete 1870 die erste Keksfabrik in Belgien und produzierte dort auch seine Doppelkekse.

Gewidmet hatte de Beukelaer seinen Doppelkeks dem belgischen Thronprinzen Leopold II, von dem bekannt war, dass er äußerst gerne Schokolade und Kuchen naschte. Allerdings galt es als unschicklich, sich die Hände mit Schokolade schmutzig zu machen, so dass der Doppelkeks die perfekte Erfindung war, um Schokolade zu essen, ohne sich die Finger zu beschmutzen. Ursprünglich nannte de Beukelaer seinen Keks „le petit prince fourré“, den kleinen gefüllten Prinzen.

Der große Durchbruch folgte dann 1894, als de Beukelaer seinen Keks auf der Weltausstellung in Antwerpen präsentierte – und damit in der Folge groß und klein auf dem ganzen Kontinent in den Bann seiner Prinzenrolle brachte.

1955 gründete der Sohn dann in Kempen am Niederrhein einen weitere Fabrik und so wurde auch Deutschland schnell erobert – aus meiner Kindheit ist die Prinzenrolle nicht wegzudenken:

Über Umwege, zwischenzeitlich gehörte das Unternehmen Danone, firmiert de Beukelaer heute als Griesson-deBeukelaer und ist vollständig in den Händen der deutschen Backdynastie Gries und Söhne. Mehr als 40 Millionen Packungen werden jedes Jahr produziert, davon bleiben ca. 35 Millionen in Deutschland.

Nicht alle Produktvarianten erwiesen sich jedoch als erfolgreich: Weder konnte sich „Erdbeerquark“ am Markt durchsetzen noch die Nuß-Variante, obwohl in der Werbung das kleine Wörtchen „geil“ fernsehtauglich gemacht wurde (ein ziemlicher Skandal…)

Man kann aber auch in der Prinzenrolle schlafen… nämlich im „Food-Hotel“ in Neuwied, in dem es unter anderem ein Prinzenrollen-Zimmer gibt:

Aber nicht das Bett vollkrümeln…. 🙂

Ein Gedanke zu „Voll von der Prinzenrolle

  1. Pingback: makketing spricht… über Prinzenrolle | talketing

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