Einmal die Welt mit deinen Augen sehen…

… ist in Zukunft ganz einfach, denn ich schalte mich einfach in dein Google Glasses Hangout mit ein. Und schon ist „ich sehe was, was du nicht siehst“ ein Spiel von gestern.

Sie kommt, die Google-Brille, auch wenn es sich jetzt nur um Prototypen handelt und man von Preisen um die 1.500 $ munkelt – in wenigen Jahren ist sie serienreif und erschwinglich – und ich kann schön vom Sessel aus Achterbahn fahren, Fallschirm springen und tauchen gehen.

Ich kann mir dann bestimmt auch ein Paar Schuhe angucken und „Glass“ sagt mir, wo ich sie gerade am günstigesten kaufen kann. Und ab und zu wird ein Werbebanner eingeblendet, aber nur ganz selten…. anfangs….

Augmented reality“ heißt das Zauberwort, das hier im Blog schon öfters besprochen wurde. Und kaum hat es Platz auf unseren Smartphones gefunden, springt es uns auch schon ins Gesicht.

Ich wollte ja als Kind immer so eine coole X-Ray-Brille haben – ob Google Glass das wohl können wird?? Wahrscheinlich nicht: #fail 🙂

 

 

 

Quo vadis, Zeitung?

Die Hiobsbotschaften reissen nicht ab: Nach dem Ende der „Frankfurter Rundschau“ und der „Financial Times Deutschland“ sehen sich auch andere Titel wie das „Handelsblatt“ zu weiterem Stellenabbau gezwungen. Wohin geht es nun mit unserer Presselandschaft? Brauchen wir noch Tageszeitungen? Menschen, die heute in der Redaktionskonferenz besprechen, was ich morgen lesen werde? Was ist Qualitätsjournalismus, was darf er kosten und findet er überhaupt noch seine Leser? Es sind trübe Aussichten….

Dabei brauchen wir Tageszeitungen, mehr denn je! Und es wird Zeit, für die Zeitung endlich eine Lanze zu brechen – mit ehrlicher Werbung!

Wem jetzt noch Argumente pro Zeitung fehlen, der sollte daran erinnert werden, dass es ja auch die Inhalte sein können, die unsere Aufmerksamkeit erregen und uns an die Zeitung fesseln, so wie in diesem Beispiel hier:

 

Und ja, es gibt ihn noch, den Qualitätsjournalismus, und eine wachsende Zahl von Lesern ist bereit, dafür auch gutes Geld zu bezahlen: Das Schweizer Magazin „Reportagen“ beispielsweise kostet 15,- Euro und liefert lange Lesestücke von höchster journalistischer Güte:

Das Ende des Journalismus ist also noch nicht gekommen, aber er wird sein Gesicht verändern…

Werbung – 100% natürlich

Jaja, die Werbung gibt ja immer nur vor, als ob sie in realen Welten spielen würde. Aber am Ende ist doch alles künstlich: Slice-of-life? Künstlich. Die Wohnung immer blitzeblank, die Kinder immer ordentlich, gescheitelt und altklug. Lifestyle-Stil? Wer lässt denn schon einzelne Rochers an Fallschirmen abwerfen? Und auch eine Rocher-Pyramide habe ich – leider – noch nie erlebt…

Den Wissenschaftlern dürfen wir ebenso wenig trauen wie den Promis… alles nur Lüge! Da wäre es doch erfrischend wie ein…. gut gekühlter Smoothie, wenn endlich einmal ein Anbieter auf die Idee käme, auf all den Trara und die Special Effects zu verzichten und uns stattdessen 100% natürliche Werbung schenken würde. Ach, das gibt es jetzt? 0% Spezialeffekte?

100% Spaß??

Nee, und dann auch noch ein Smoothie-Anbieter??? Zufälle gibt’s….

Die Werbewelt ist doch nicht so schlecht, wie ich immer dachte… 🙂

Voll von der Prinzenrolle

Wie kommt der Prinz eigentlich zur Rolle, fragten sich die Jungs von 2aufeins bei radioeins erst selbst – und dann mich. Nachzuhören ist das Interview wie immer hier im talketing-Blog

Es war der belgische Bäckermeister Edouard de Beukelaer, der in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in seiner Bäckerei Kekse herstellte – ein Wissen, das er sich in seinen Lehrjahren aus England mitgebracht hatte. Kekse und Kuchen waren bis dato nicht sonderlich haltbar und daher auch eher Luxusartikel und nicht für die breite Masse gedacht. De Beukelaer gründete 1870 die erste Keksfabrik in Belgien und produzierte dort auch seine Doppelkekse.

Gewidmet hatte de Beukelaer seinen Doppelkeks dem belgischen Thronprinzen Leopold II, von dem bekannt war, dass er äußerst gerne Schokolade und Kuchen naschte. Allerdings galt es als unschicklich, sich die Hände mit Schokolade schmutzig zu machen, so dass der Doppelkeks die perfekte Erfindung war, um Schokolade zu essen, ohne sich die Finger zu beschmutzen. Ursprünglich nannte de Beukelaer seinen Keks „le petit prince fourré“, den kleinen gefüllten Prinzen.

Der große Durchbruch folgte dann 1894, als de Beukelaer seinen Keks auf der Weltausstellung in Antwerpen präsentierte – und damit in der Folge groß und klein auf dem ganzen Kontinent in den Bann seiner Prinzenrolle brachte.

1955 gründete der Sohn dann in Kempen am Niederrhein einen weitere Fabrik und so wurde auch Deutschland schnell erobert – aus meiner Kindheit ist die Prinzenrolle nicht wegzudenken:

Über Umwege, zwischenzeitlich gehörte das Unternehmen Danone, firmiert de Beukelaer heute als Griesson-deBeukelaer und ist vollständig in den Händen der deutschen Backdynastie Gries und Söhne. Mehr als 40 Millionen Packungen werden jedes Jahr produziert, davon bleiben ca. 35 Millionen in Deutschland.

Nicht alle Produktvarianten erwiesen sich jedoch als erfolgreich: Weder konnte sich „Erdbeerquark“ am Markt durchsetzen noch die Nuß-Variante, obwohl in der Werbung das kleine Wörtchen „geil“ fernsehtauglich gemacht wurde (ein ziemlicher Skandal…)

Man kann aber auch in der Prinzenrolle schlafen… nämlich im „Food-Hotel“ in Neuwied, in dem es unter anderem ein Prinzenrollen-Zimmer gibt:

Aber nicht das Bett vollkrümeln…. 🙂