tesa macht Musik – die haften bleibt

Ok, mir ist wirklich kein besserer Titel eingefallen…

Anläßlich meines Besuchs bei radioeins und meines Interviews zum Thema „tesa“ mit den Herren von „2aufeins“ (hier nachzuhören) liefere ich hier wieder ein wenig mehr Material.

tesa war lange Zeit eine Sparte der Beiersdorf AG bis es 2011 eigenständig wurde. Paul Carl Beiersdorf versuchte in seiner 1882 gegründeten „Fabrik dermotherapeutischer Präparate“ ein Wundpflaster zu entwickeln, das nicht die Haut reizte. 1890 kaufte der Apotheker Oscar Troplowitz Beiersdorf die Firma ab und entwickelte das Pflaster weiter, das dann 1901 als „Leukoplast“ auf den Markt kam. Der Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm war dabei eher ein Abfallprodukt.

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Troplowitz ist quasi auch der Vater von dem Lippenpflegestift „Labello“, den er 1909 mit einem revolutionären Drehhüllengehäuse verkaufte; 1911 folgte dann die erste Fett- und Feuchtigkeitscreme der Welt: Nivea.

Der Name „tesa“ entstand erst 1908 und geht zurück auf die Beiersdorf-Kontoristin Elsa Tesmer. Diese bekam wie ihre Kolleginnen den Auftrag, Namen zu erfinden und kreierte diesen aus den Silben ihres Namens.

Noch fanden aber der Klebefilm und tesa nicht zusammen. Zunächst wurde unter diesem Name die patentierte Zahnpastatube der Marke Pebeco geführt – mit wenig Erfolg, so dass der Name tesa dann für eine neuartige Tauchmasse zum Überhäuten von Wurstwaren (also einfach: eine Wurstpelle) benutzt wurde.

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Erst 1935, als der Klebefilm weiterentwickelt und transparent wurde kam der Beiersdorf-Mitarbeiter Hugo Kirchberg auf die Idee, diesen „tesa-Klebefilm“ zu nennen – und als „tesa-Film“ hat er es dann in unsere Köpfe, in unseren Sprachgebrauch und in den Duden geschafft. tesa ist einer der bekanntzesten Marken in Deutschland. Seit 1941 hieß die Klebefilm-Sparte dann „tesa“. Kirchberg erfand noch viele weitere Produkte, wie beispielsweise den Abroller, der heute von kaum einem Schreibtisch wegzudenken ist.

Mit dem tesa-Film kam auch tesa-Krepp auf den Markt, gefolgt 1951 von tesa-Moll. Heute gibt es für den Endkunden ca. 300 verschiedene Produkte, die aber nur 25% des Umsatz der tesa SE ausmachen. Die restlichen 75% werden durch ca. 6.200 Produkte für die Industrie erwirtschaftet.

Der Zufall spielte eine große Rolle, als in den 80ern die „Powerstrips“ „erfunden“ wurden: Ein Klebstoff-Techniker vergass, den Deckel des Klebstoffkneters zu schliessen, als er in die Mittagspause ging. Bei seiner Rückkehr war das Lösungsmittel verdampft und er fand eine feste, klebrige Masse vor, die sich jedoch gut abziehen liess. Der mobile Nagel war geboren. Er trägt bis zu 1,5 kg und damit das 1.500fache seines eigenen Gewichtes.

Ach ja, mit tesa lässt sich natürlich auch hervorragend Musik machen… glaubt ihr nicht? Seht selbst:

Ein Gedanke zu „tesa macht Musik – die haften bleibt

  1. Pingback: makketing spricht… über Tesa-Film | talketing

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