Von Ansoff und Snickers-Sneakern

Zum Thema „Produktlinien“ war ich heute wieder einmal zu Gast in „2aufeins“ bei radioeins. Wie gewohnt, lässt sich das Interview hier auf dem talketing-Blog nachhören, und wie gewohnt gibt es hier ein paar Hintergünde zu dem Erzählten.

Wichtiger Mann in der Betrachtung von Produktlinien ist Harry Igor Ansoff, amerikanischer Professor russischer Herkunft, der auch als Vater und Begründer des strategischen Marketings gesehen wird.

Strategisch in dem Sinne, dass Aktionen am Markt weniger Reaktionen auf Geschehnisse sind, sondern vorab geplante Maßnahmen. Das gilt dann zum Beispiel auch, wenn man sich die Frage stellt, wie Wachstum organisiert werden kann, wenn der eigene Markt erst einmal durchdrungen ist. Ansoff hat hierzu eine Matrix entwickelt, die unter vielen verschiedenen Namen gelehrt wird, am geläufigsten ist mittlerweile jedoch die „Ansoff-Matrix“. Neben der Markterweiterung, also dem Bearbeiten neuer Märkte und Zielgruppen, ist eben die Produktentwicklung und die Diversifikation planbar.

In der Produktentwicklung gibt es Varianten, z.B. Farb – oder Gschmacksvarianten, und Modifikationen, die eher in der Form als im Inhalt ausgemacht werden.

Ritter Sport beispielsweise gab es ursprünglich in drei Geschmacksrichtungen, mittlerweile in unglaublich vielen leckeren Variationen.

Ritter Sport-Schokolade gibt es aber auch modifiziert: als Minis, als Würfel, in ganz großen Tafeln usw.

Eine ganz übliche Praxis also, den verschiedenen Wünschen und Bedürfnissen des Konsumenten entgegenzukommen – und Marktanteile zu sichern.

Ganz häufig ist jedoch auch die Diversifikation zu finden – mit neuen Produkten werden neue Märkte erobert. Ein neuer Markt gilt dann als neu, wenn andere Teilnehmer im Mikromarkt vorzufinden sind, also andere Lieferanten oder Wettbewerber oder Vertriebspartner oder Kundensegmente. Der Snickers-Schokoriegel konkurriert mit allen anderen Schokoriegeln um die Gunst der Kunden, als Eis muss er sich jedoch gegen neue Wettbewerber wie Langnese und Schöller positionieren – Snickers hat mit diesem Produkt diversifisiert. Oder der Klassiker: Nokia war ein finnischer Mischkonzern, der Dünger, Gummistiefel und Fahrradschläuche hergestellt hat, bis sie eines Tages auch der Meinung waren, Handys zusammenschrauben zu können. Neues Produkt, neuer Markt – Diversifikation.

Ob Camel nun Boots herstellt oder Snickers eines Tages Sneakers – stets zählt hier der gut eingeführte, bekannte Markenname und die geliebte Marke als Schlüssel zum Erfolg. Und auch Apple hat schon eifrig diversifiziert – und das durchaus strategisch: Mit dem iTunes-Store hat sich Apple vom Produkthersteller zum Inhalte-Verkäufer gewandelt – und damit eine weitere Basis seines Geschäftserfolges geschaffen.

Was die Jungs mit dem angebissenen Apfel sonst noch so vorhaben könnten, seht ihr hier:

Ein Gedanke zu „Von Ansoff und Snickers-Sneakern

  1. Pingback: makketing spricht…. über Produktlinien | talketing

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