Werbung muss nicht gefallen, Hauptsache, sie wirkt…

„Carglass repariert, Carglass tauscht aus“ – das nervt uns doch alle gewaltig. Am heutigen Sonntag bin ich zu diesem Thema wieder bei den Jungs von „2aufeins“ bei „radioeins“ eingeladen (hier kann das Interview nachgehört werden) – und wie üblich gibt es hier noch ein wenig mehr zum Thema.

Geschätzt rund 60 Mio € investiert Carglass jährlich in Werbung, wobei die Funkwerbung sogar zu einem besseren Erinnerungswert beiträgt als die Fernsehwerbung. Carglass erreicht damit den sehr guten 5. Platz in der Wahrnehmung von Marken, gleich hinter VW, Zalando, Media Markt und Vodafone, wie die Marketingzeitschrift „absatzwirtschaft“ regelmäßig herausfindet. Das heißt, die massive Beschallung unserer schutzlosen Gehirnwindungen führt dazu, dass wir Carglass gut wahrnehmen – und auch gut erinnern, wenn es darauf ankommt.

Werbebotschaften werden nämlich in den Tiefen unseres Gehirns gesammelt – und diese Sammelstelle sammelt eben nur und wertet nicht. Wenn wir also auf einmal einen Steinschlag in der Windschutzscheibe haben, dann poppt aus den Untiefen unserer Erinnerung das hoch, von dem wir den dicksten Haufen angesammelt haben, ganz egal, ob uns die Werbung genervt hat oder nicht. Dieses Prinzip macht sich nicht nur Carglass zu nutze, sondern auch viele andere (s.o.).

Natürlich macht sich Carglass dabei unsere Angst zunutze, dass aus einem kleinen Steinschlag ein großer Riss werden könnte, was so nicht stimmt.

Auch wird dort mit schicken Fachbegriffen wie dem H2x58-Harz gearbeitet sowie mit „patentierten“  Werkzeugen – „patentiert“ klingt gut, bedeutet aber nicht, dass es sich dabei automatisch um Qualität handeln muss. Und auch die „Erstausrüsterqualität“ der Scheiben klingt toll, aber es sind keine Originalscheiben, werden jedoch zu diesem Preis verkauft. Die Gewinnspanne, die hier erzielt wird, dürfte den hohen Werbeaufwand mitfinanzieren. Und auch „30 Jahre Garantie“ ist Werbe-Augenwischerei: Wer fährt schon 30 Jahre lang mit seinem Auto, zumal die Garantie auf de Haltbarkeit der Reparatur gegeben wird, nicht die der Scheibe…

Es herrscht hier also nicht nur ein hoher Wettbewerb, sondern es winkt auch ein guter Verdienst – obwohl die Versicherungen, die es lange Zeit gut fanden, dass der Autofahrer die Scheibe reparieren ließ statt sie gleich auszuwechseln, mittlerweile aufgrund der sehr hohen Zunahme von zum Teil unnötigen Reparaturen nicht mehr ganz so entspannt sind.

Werbung ist das eine, die Umsetzung der Dienstleistung das andere: Hier ist Carglass 2011 zum 2. Mal in Folge als „Deutschlands kundenorientiertester Dienstleister“ ausgezeichnet worden. Und aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass der Service dort sehr gut ist. Aber die Werbung nervt trotzdem…

3 Gedanken zu „Werbung muss nicht gefallen, Hauptsache, sie wirkt…

  1. Pingback: makketing spricht… über Carglass | talketing

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