Heut schon Dinosaurier gefüttert? National Geographic goes AR

Waren die meisten augmented reality (AR) Anwendungen bislang auf Smartphones und Tablets begrenzt, so kann es uns nun auch passieren, dass wir mitten im Einkaufszentrum von Dinosauriern und Astronauten überrascht werden.

Die britische Firma appshaker hat die entsprechende Technik entwickelt und für „National Geographic“ eine im wahrsten Sinne des Wortes aufsehenerregende Werbung gezaubert:

Was kommt wohl als nächstes?

Gott sei Dank – augmented reality jetzt auch für Erwachsene! :)

Habe ich neulich noch das erste Kinderbuch vorgestellt, das sich konsequenterweise gleich der jüngsten Zielgruppe widmet, so können jetzt alle Erwachsenen aufatmen – natürlich gibt es vergleichbare Angebote auch für Großen!

Zum Beispiel einen Mode-Katalog, bei dem man – iPad & AR sei Dank – die Models auf einmal in Unterwäsche sehen kann (als Kind gab es ja immer so Kleinanzeigen für Röntgenbrillen…

…aber die braucht man heute eben nicht mehr, denn jetzt gibt es ja eine App:

Kinderträume werden wahr – ich sage: Danke, liebe Entwickler! 🙂

 

No logo – yes typo!

Die Welt ist voll mit Logos und wir sind übersättigt mit diesen Zeichen, behauptet die dänische Agentur „e-Types“ in diesem kleinen spannenden Film-Beitrag (startet nach dem Trailer!) auf monocle.com

Schriftdesign, Fonts, Typo – das alles wird zum Lifestyle, denn sie sind für „everybody“ – und daher hat die Agentur in Kopenhagen das erste „Font-Geschäft“ weltweit eröffnet: „Playtype

In der Tat werden Schriften im branding wieder wichtiger – und gerade kleinere Unternehmen können sich mit eigener Typo besser in den Köpfen der Kunden verankern als mit Logos. Die Schrift ist Bestandteil des Corporate Design – und wird eigentlich noch viel zu wenig genutzt, bzw. oft den kleinen coolen Agenturen überlassen, die sich ja schön auf ihrer kreativen Spielwiese austoben sollen – für ein richtiges Unternehmen ist das ja nichts…. Doch Fonts transportieren eben mehr als nur Buchstaben, sie können Verspieltheit ausdrücken oder Kraft, Dynamik, Klarheit, Weite und vieles mehr.

Stürzt die Schrift das Logo vom Thron? Das bleibt abzuwarten – es lohnt jedoch, sich wieder stärker Gedanken über Schriftdesign zu machen – Anregungen dazu findet man auch bei „Slanted„, dem Typo-Blog. Und wer demnächst nach Kobenhagen fährt, kann ja mal gucken, ob er bei „Playtype“ seine eigene Schrift findet…

Catvertising – ist das Tier gesund, freut sich der Werber

Grundsätzlich kann man sich ja auf alles spezialisieren – und während die einen noch Kinder als wichtigste Zielgruppe der Zukunft erkannt haben, geht die kanadische Agentur John St schon einen Schritt weiter: Erfolg im Marketing ist künftig nur noch über „catvertising“ zu erzielen:

 

„Ask yourself, what can cat videos do for your business?“ Sind wir nicht alle ein bißchen muschi?? 🙂

quergelesen…

Was ist auf den anderen beiden Blogs so los?

Auf  talketing  treiben die Untoten ihr Unwesen: Zombies waren ja auch einmal Menschen wie du & ich, haben also ebenso das Recht auf gute Beratung in einem Baumarkt wie alle anderen! Schön gemachtes virales Storytelling!

Des weiteren: Provokation kann ein heilsamer Schock sein und Unternehmenskommunikation geht völlig neue Wege, wenn die Bloggerin auf einmal wichtiger (und verlässlicher?) wird als der Journalist…

Bei greenmakketing ging es um das Thema „Kochen mit Sonne“ (und bei Wolken eben auch mal ohne), aber auch um den Erfolg des viralen Spots gegen Nespresso und neue VW-Spot-Parodien von Greenpeace und deren kreativen Anhängern.

Jede Menge Lese- und Anguckstoff für einen Freitagnachmittag im Büro oder für das WE zuhause…. viel Vergnügen!

Das erste Kinderbuch in „augmented reality“

Trotz „Layar“ und ähnlichen Programmen scheint dem ein wenig älteren Smartphone-Nutzer diese ganze „augmented reality“-Geschichte noch wie entfernte Zukunftsmusik erscheinen (weitere Beispiele findet ihr hier). Doch die Marketing-Abteilungen arbeiten bereits mit Hochdruck daran, wie diese erweiterte Wahrnehmung in Produkte umgesetzt werden.

Aktuelles Beispiel: die Parrot Carrot Safari.

Neue Technologien wachsen mit ihren Nutzern mit, daher wird folgerichtig auch gleich die jüngste Generation an die neuen Möglichkeiten herangeführt. Was jetzt noch quasi „Avantgarde“ ist, wird eines Tages zum Alltag dazugehören…

Die Moritat von Charles Goodyear

Wie üblich gibt es zu dem Interview auf radioeins immer noch ein bißchen mehr zu erzählen, als in der Kürze der Zeit on air besprochen werden kann (nachzuhören ist das Interview hier).

Widmen wir uns also der schaurig-traurigen Geschichte von Charles Goodyear, dem Erfinder des Hartgummis und der Vulkanisierung.

Goodyear wurde 1800 geboren und verschrieb sich früh der Suche nach dem perfekten Gummi. Die vorhandenen Gummiprodukte waren zwar wasserabweisend, aber nicht wetterfest: Bei Kälte wurde das Material brüchig, bei Hitze weich und klebrig. Goodyear tüftelte und tüftelte und stürzte sich dabei immer mehr in Schulden: Er verkaufte sogar die Schulbücher seiner Kinder für 5 $, um weiterarbeiten zu können. Seine Familie lebte von der Hand in den Mund, musste sich das Essen von den Nachbarn zusammenbetteln. Als eines seiner Kinder erkrankte, konnte Goodyear weder die Behandlung noch Medizin bezahlen, so dass es tragischerweise verstarb. Selbst für die Beerdigung fehlte das Geld und es wird berichtet, dass Goodyear das Grab mit eigenen Händen aushob.

Der Legende nach verbot ihm seine Ehefrau, mit den Versuchen weiterzumachen und hielt ihn an, sich stattdessen eine lohnbringende Arbeit zu suchen. Goodyear experimentierte jedoch heimlich weiter – und als eines Tages seine Ehefrau überraschend zurückkam, musste er sein Schwefel-Kautschuk-Gemisch im heißen Ofen verstecken. Als er es dort wieder herausholte, war die Masse zwar schwarz, aber die Hitzeeinwirkung hatte sie elastisch und trocken gemacht – das Prinzip der Vulkanisierung war entdeckt.

Charles Goodyear war jedoch alles andere als ein guter Geschäftsmann – und so meldete er seine Entdeckung erst 1844 viel zu spät als Patent an, nachdem andere auch schon Anspruch auf das Verfahren angemeldet hatte.

Seiner größter Widersacher war Horace Day, ein gewiefter Geschäftsmann, der schon früh das unglaubliche Potential der Gummi-Produktion erkannte. Er beobachtete jeden Schritt Goodyears und spionierte dessen Werkstatt aus. Er unterlief dessen Patente und baute Goodyears Verfahren in seine eigene Produktion ein. Dabei half ihm ein Schuhmacher…

Dieser wurde von Goodyear beauftragt, Muster für Gummischuhe zu bauen, was ihm jedoch nie bezahlt wurde. Aus Verärgerung über seinen Auftraggeber verkaufte er für 60$ sein Wissen an Day. Horace Day hatte sich zwar zwischenzeitlich dazu verpflichtet, eine Lizenz von Goodyear zu erwerben, er tat dies jedoch nie und startete 1848 seine eigene, große Produktion.

Goodyear entwickelte in der Zwischenzeit eine Vielzahl von Produkten – Gummischuhe, Zelte für Goldgräber und ab 1855 auch das erste Gummikondom (2mm dick und vernahtet), produzierte aber nicht selbst, sondern vergab nur Lizenzen. Zusammen mit seinem Schwager machte er nämlich schlechte Erfahrungen, als sie zusammen Gummischuhe produzieren wollten. Die Hälfte der Produktion war Ausschuss, denn wenn die Hitze zu groß wurde, verbrannte der Kautschuk.

Für die Entwicklung der Produkte lieh er sich immer Geld, das durch die Lizenzen nie reinkam. Er blieb hochverschuldet und saß mehrmals in Haft, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte.

Er war selbst seine beste Werbefläche, trug Anzüge und Schuhe aus Gummi, sein Gehstock war aus diesem Material und er ließ sich sogar sein Porträt in Gummi anfertigen – Berühmheit erlangte er jedoch für seine Armut. So schrieb eine Zeitung über ihn:

„Wenn ihr einen Mann seht, in Schuhen, mit Mantel und Hut aus Kautschuk, aber ohne einen Cent in der Tasche, dann habt ihr Charles Goodyear vor euch.“

1852 kam es zum Showdown zwischen ihm und seinen Widersacher, Horace Day: In einem aufmerksamkeitserregenden Prozess, der schnell zum „Jahrhundertprozess“ erklärt wurde, ging es um die Patentrechte an der Vulkanisierung. Goodyear gewann dank bester Anwälte, auf den Anwaltskosten von 25.000 $ blieb er jedoch sitzen, was ihn nur noch tiefer in den Ruin trieb.

Goodyear erkrankte kurz darauf aufgrund der vielen giftigen Dämpfe, die er zeitlebens einatmete, schwer und schrieb vor seinem Tod noch seine zweibändige Autobiographie – die niemand verlegen wollte. So veröffentlichte er sie selbst – in einer Auflage von 12 Exemplaren….

Als er starb, hinterließ er seiner Familie sagenhafte 200.000 $ Schulden. Erst später folgten die großen Einnahmen aus dem Lizenzgeschäft, was seinen Angehörigen dann doch noch ein sorgenfreies Leben ermöglichte…

Die „Goodyear Tire & Rubber Company“ wurde erst 38 Jahre nach dem Tod von Goodyear von dem deutschstämmigen Frank Seiberling gegründet. Mit nur 13 Mitarbeiter produzierte er zunächst Reifen für Fahrräder und Kutschen, Hufeisenunterlagen und – Pokerchips. Bereits nach dem ersten Geschäftsmonat erzielte er 8.246 $ Umsatz und wurde schnell zum weltweit größten Reifenhersteller. Seit 1926 ist Goodyear nun auch das weltweit größte Gumminunternehmen.

Benannt hat Seiberling sein Unternehmen nach Charles Goodyear, um den großen, aber geschäftlich erfolglosen Vater der Vulkanisierung zu ehren….

 

„Arme“ Erfinder sind dabei keine Seltenheit: der deutsche Erfinder des „Walkman“, Andreas Pavel, war ebenso wenig am kommerziellen Erfolg seines Produktes beteiligt wie Prof. Karlheinz Brandenburg, der das mp3-Format entwickelte. Und auch der Erfinder des Kaffee-Pads, Antonino DiLeva hatte trotz Patent nichts von seiner „Prontadose“, denn jede kleine Änderung seitens der Konkurrenz ergab ein neues Patent…. Die Reihe der traurigen Erfinder setzt sich also fort.

 

 

radioeins: Mit Volker Düspohl beim community camp Berlin #ccb11

Die Wogen haben sich längst geglättet – und doch blieb die spannende Frage, was da eigentlich hinter den Kulissen ablief, als radioeins vor einigen Wochen sein Programm renovierte und erst spät auf die darauf entstandene Kritik reagierte (hier nachzulesen).

Beim diesjährigen Community Camp in Berlin hatte ich nun die große Ehre und das noch größere Vergnügen, Volker Düspohl dazu befragen zu können. Volker ist verantwortlich für die online-Aktivitäten bei radioeins und somit auch der ideale Ansprechpartner als Community-Manager.

radioeins & makketing beim ccb11

Wie beinahe schon zu erwarten war, gab es eine Verkettung vieler Umstände (Murphy lässt grüssen…): Mit einer solchen heftigen Reaktion war nicht gerechnet worden, ein Mitarbeiter war erkrankt, ein weiterer hatte alle Hände damit zu tun, das neue on-air-System einzuführen, so dass man in der Tat erst nach zwei Tagen verblüfft feststellte, was da bei Facebook & Twitter los war.

Da half dann auch die Entschuldigung nicht mehr, die Düspohl ohnehin als zu defensiv empfindet. Denn – allem geäußerten Unmut zum Trotz – es gab kaum mehr Abmeldungen von der Facebook-Seite als sonst. Neuerungen bringen immer Kritik, überraschend waren für radioeins allerdings zwei Punkte: die Heftigkeit der „enttäuschten Liebe“ und dass die Selbstregulierung nicht griff. Normalerweise werden Kritiken gegen etwas von den Befürwortern unter den aktiven Usern gekontert, so dass der Community-Manager selbst kaum eingreifen muss. Dieser Prozess setzte diesmal zunächst aus, bzw. erst wesentlich später ein.

Volker Düspohl

Was würde man nun bei radioeins anders machen nach dieser Erfahrung? Klar ist, dass eine solche Ballung an Veränderungen den Hörern zuviel zugemutet hat, was sich so nicht wiederholen sollte und vor allem dem Umstand geschuldet war, dass der Presse nach 100 Tagen „neuer Programmchef“ etwas „Ordentliches“ präsentiert werden sollte, um das entsprechende Presse-Echo zu erhalten. Und man wolle künftig eher Präsenz zeigen und um Geduld bitten. Eine Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Kritiker ist schon von der Manpower her nicht umzusetzen.

Unmut in den Communities bis hin zum „shitstorm“ war ein häufiges Thema bei diesem Community Camp – auch die Vertreterinnen von Xing oder der Teilnehmer von Groupon wussten davon zu berichten. Wie soll man richtig reagieren? Die Welle über sich rüberrollen lassen oder sich aktiv mit den Usern auseinandersetzen? Egal, was man macht, es ist irgendwie immer falsch.

Die Zeit war leider viel zu schnell wieder um…  An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Volker, dass er mit mir am Camp teilgenommen hat, an die Macher und Macherinnen des Camp für die tadellose Organisation und an Robert Skuppin, der sich ebenfalls sehr eingehend mit mir und meiner Kritik auseinander gesetzt hat.

Wie andere Teilnehmer die Session empfunden haben, könnt ihr zum einen im Blog von Karlheinz Pape und bei @tristessedeluxe nachlesen.

Schöne neue Zukunft (?)

Marktprognosen sind wichtiger Bestandteil der Marktforschung – Unternehmen müssen sich ausmalen können, wie die Zukunft wohl aussehen mag, um sich strategisch und langfristig auf eben diese vorzubereiten.

Die Entwicklungen sind rasant, es ist gerade mal gut 10 Jahre her, dass uns Bobbele überrascht feststellte, dass er schon „drin“ sei:

 

Kurz zur Erinnerung: Damals war wir noch mit einem Kabel ans Internet verbunden, wir benötigtenn ein Modem, um online zu gehen, hörten die Datenautobahn rauschen – und surften mit einer Geschwindigkeit, bei der das Laden eines youtube-Videos Stunden gedauert hätte… und in jeder Zeitung lag so ein AOL-Silberling bei.

Wenn das nun gerade einmal 10 Jahre her ist, so stellt sich nun erst recht die Frage, wie es in 10 Jahren sein wird. Microsoft Office hat dazu gerade eine kleine Vision veröffentlicht:

 

Schön? Nicht schön? Ich fürchte, dass sind Kriterien, nach denen sich die Zukunft nicht richten wird…