radioeins, community camp & makketing

Eines Morgen wachte ich auf – und mein Lieblingssender klang nicht mehr wie früher. Das war nicht schön, aber man gewöhnt sich ja an alles… aber was in den folgenden Tagen im Netz – und insbesondere in der großen Facebook-Community – geschah, war zwar noch kein shitstorm, aber doch schon eine heftige Reaktion auf die Neuerungen. Eine Reaktion, die (zu?) lange ohne Reaktion vonseiten des Senders blieb.

Was ist da eigentlich genau passiert? Welche kleinen Fehler in der Kommunikation haben zu der großen Unzufriedenheit beigetragen? Können 20 Unzufriedene eine ganze Community infizieren? Und wie kann ein Medium wie ein Radiosender diese Kraft der leidenschaftlichen Hörer für die Entwicklung neuer Formate nutzen?

Diese und andere Fragen werde ich am Sonnabend in meiner Session (15.00h) beim Community Camp in Berlin erläutern.

Aber: Das werde ich nicht alleine tun – und ich freue mich wirklich sehr, dass Volker Düspohl, radioeins Prozessmanager online, mit mir zusammen und aus der Sicht von radioeins die Ereignisse aufarbeiten wird und wir uns  gemeinsam mit den Teilnehmern fragen werden, was daraus zu lernen ist – und wie man es zukünftig besser machen kann.

Übrigens: die Teilnahme am Community Camp ist kostenlos – nur eine Anmeldung ist nötig…

quergelesen

Neues im talketing-Blog:

Wie nutzt Sir Richard Branson Social Media – und was steckt hinter „Don’t drink & tweet“?

Warum ist der Wahnsinn von Stella Artois charmant – im Gegensatz zu Media Markt und Müller?

Neu im Greenmakketing-Blog:

Wie man mit Käfern, Spinnen und Heuschrecken sein Handy aufladen kann…

Viel Vergnügen beim Nachlesen!

 

 

radioeins – nachgehört

Natürlich schimpfe ich nicht nur (hier und hier) auf die Formatveränderung bei radioeins, sondern ich beobachte auch die weitere Entwicklung. Und daher möchte ich an dieser Stelle auf das schöne, sehr hörenswerte Interview von dem Medienjournalisten und Blogger Jörg Wagner mit Programmchef Robert Skuppin aufmerksam machen, in dem sich Skuppin auch zu meiner Kritik äußert:

Jörg Wagner im Gespräch mit Robert Skuppin

Neben seinem ungewöhnlichen Lebenlauf (von SFB-Putzmann zum radioeins-Programmchef) gibt Robert Skuppin hier aber auch Auskunft darüber, was die Hörer auf radioeins noch erwarten dürfen. Einfach mal anhören!

Dennoch kann ich nicht umhin, eine Sache noch gerade zu rücken: Ich habe nie davon gesprochen, dass die Hörer das Programm gestalten sollen (bitte bitte nicht!) – sondern es ging und geht um die Frage, wie man Hörer in solche Veränderungsprozesse besser involvieren kann. Ausgehend von Plattformen wie Tchibo Ideas oder My Starbucks glaube ich, dass auch Medien heutzutage gerade über die Möglichkeiten, die das“web 2.0″ bietet, ihre Nutzer und deren Ideen  stärker einbinden könnten/sollten.

Ob man das dann Innovations- oder Ideenmanagement nennt, sei dahingestellt, aber in beiden Beispielen haben die Unternehmen von der Einbindung ihrer Nutzer stark profitiert. Neue Wege für „alte“ Medien?

 

IKEA Manland – Australien, du hast es besser

Was habe ich mir nicht schon alles für Vermeidungsstrategien einfallen lassen, um nicht stundenlang durch IKEA schlendern zu müssen, denn – Hand auf’s Herz – kein Hot Dog der Welt ist das doch wirklich wert, oder?

Wäre ich hingegen in Australien, würde ich freiwillig dreimal die Woche zu IKEA fahren (naja…), denn dort gibt es – analog zum Smalland – nun das Manland:

Allerdings fehlt mir noch das Bunte-Bälle-Bad, aber ansonsten ist es schon ziemlich dicht dran an der Glückseligkeit…. Also: IKEA Berlin-Tempelhof, steigert euren Umsatz, bietet ein Manland an! 🙂

 

Media Markt will Werbegeschichte schreiben – und aufwecken

Da sitzt man nichtsahnend vor dem Fernseher, freut sich auf den nächsten Werbeblock (ich schau natürlich berufsmäßig nur wegen der Werbung fern…) – da rauscht ein über 2minütiger Spot an mir vorbei und und lässt mich augenreibend auf dem Sofa zurück… Was war das? LSD im Fernsehen?

 

Nein, der neue Spot vom Media Markt! Mario Barth wurde von einen guten Fee anscheinend in ein kleines Schweinchen verwandelt, aber das ist nur der Anfang des Irrsinns…  Selbst nach dem 3. Anschauen fühlt sich mein Gehirn noch an als wäre gerade ein Zug durchgerattert.

Aufklärung brachte mir die Sonntagszeitungs meines Vertrauens, die „FAS“. Dort wurde ein Interview mit dem Media-Saturn-Chef Horst Norberg veröffentlicht, in voller Länge nachzulesen hier.

Kernstück: Media Markt will Schluss machen mit dem (eigenen) Preisirrsinn und dauerhaft Tiefstpreise anbieten:

„Ja, wir stoppen die überzogenen Preisaktionen. Wann immer Sie in einen Media Markt kommen, Sie können sicher sein, Sie erhalten einen hoch attraktiven Preis. Das ist nicht nur Werbung, sondern ist Teil unserer Multikanalstrategie. Wir werden zukünftig das Online- und das stationäre Geschäft eng miteinander verknüpfen.“

Das ist auch zwingend notwendig, denn wenn das eigene Online-Geschäft starten wird (bei Saturn schon im Oktober, bei Media Markt erst im kommenden Jahr), dann darf der eigene Internetshop eben nicht dem eigenen stationären Handel preislich torpedieren.

Doch im Spot wird deutlich, gegen wen noch gezielt wird: Preisvergleichsportale, Käuferbewertungen und andere „unseriöse“ Online-Händler:

„Mag sein, dass manche Kunden unsere Botschaften mit den Aktionspreisen falsch interpretiert haben, wenn sie reguläre Ware andernorts günstiger gesehen haben. Tatsache aber ist: Media Markt hat in der Branche den Preis gesetzt, daran haben sich die anderen orientiert, vielleicht auch mal unterboten – ohne dass klar war, was an Nebenkosten, Kreditkartengebühren, Liefergebühren obendrauf kommt. Gerade das Internet suggeriert Transparenz und hält das Leistungsversprechen oft nicht ein. Dagegen stellen wir jetzt unser Konzept: klare Preise, klare Ansage.“

Dennoch beteuert Norberg, dass sich die Kampagne gegen niemanden direkt richtet:

„Wir persiflieren nur den täglichen Irrsinn an der Preisfront, die Mac-Cheapies, die Super-Duper-Flatrates.“

Nun ja, es liest sich schon komisch, wenn einer der stärksten Akteure im aggressiven Preis-Marketing auf einmal die Wendung vom Saulus zum Paulus hinlegt – und gleich wieder großes Sendungsbewusstsein ausstrahlt:

„Die Kampagne wird Werbegeschichte schreiben, vor allem aber: Sie wird den Handel insgesamt verändern, sie ist ein Weckruf, den Preisirrsinn auch in anderen Bereichen des Handels – Möbel, Baumärkte, etliches mehr – zu stoppen: Wer hat da noch den Überblick, was ist der reale Preis?“

Notgedrungen legt der Media Markt hier eine Vollbremsung hin. Fraglich ist nur, ob der Konsument, der jahrelang an die Angebotswerbung gewöhnt wurde, diese Vollbremsung auch mitgehen wird. Oder ob sich letztendlich alles nur als schlechter Traum entpuppen wird – also als einfache Werbung….