Marshall McLuhan – ein Visionär wird 100

Heute vor hundert Jahren wurde Marshall McLuhan geboren, der wie kein Zweiter vorausahnte, wie der Computer unser Leben verändern würde. Er erkannte frühzeitig den Wandel und dass die alten Ordnungen und Organisationen so nicht mehr funktionieren würden. Und ihm war bereits  in den 60ern schon klar, dass Informationen eines Tages zum größten Geschäft der Welt werden würden.

 

„All advertising advertises advertising“, schrieb er und wurde somit  auch zu einem Säulenheiliger des makketing.  Es ist an der Zeit, ihn wiederzuentdecken!

ERGO – und (k)ein Ende?!

Laut Statistik sind die Postings über ERGO die Dauerbrenner in meinem Blog…. und eigentlich hatte ich mir ja auch fest vorgenommen, nicht nachzutreten, wenn einer schon am Boden liegt, aber ich werde doch genötigt…

Während „Spiegel online“ hier über den Kundenverlust bei der ERGO nach den Skandalen berichtet, geht Kristina Läsker bei der „Süddeutschen“ noch einen Schritt weiter und deckt auf, dass solche und ähnliche Feierlichkeiten durchaus zur Firmenkultur der HMI gehörten – mehr findet ihr hier.

Bei der „taz“ hat sich Rüdiger Kind auf die Recherche begeben – und bringt die erstaunliche Wahrheit ans Licht: Die Vertreter waren nur „scharf auf Abschluss„! Denn: Die angebliche Sexsause, [war] eine unglaubliche Massenversicherung von ahnungslosen Opfern…

Unbedingt lesen! 🙂

Die Zukunft des Marketing – Teil 2: mobil & individualisiert

Wie schon im ersten Teil dieser kleinen Serie spielt auch diesmal wieder unser Smartphone eine große Rolle. Insbesondere unter dem Aspekt, dass bis 2015 auch in Deutschland fast jedes Handy ein Smartphone sein soll.

Denn dann hat jeder von uns einen kleinen, leistungsfähigen Computer in der Tasche, der sich via GPS bestens orten lässt – und das freut das Marketing:

Jeder, der „foursquare“ oder andere Location-Dienste nutzt, hat wahrscheinlich schon gemerkt, dass selten der Hinweis auf „attraktive Rabatt-Angebote in deiner Nähe!“ fehlt. Streuverluste werden minimiert und unser Spontanreflex zum Schnäppchenmachen aktiviert. Aber das ist heute. Wie wird es morgen aussehen?

Die Meldung unseres Standortes kann mit den Daten verknüpft werden, die es ohnehin schon bei Google oder Amazon über unsere Interessen oder unser Kaufverhalten gibt. Laufe ich dann beim Buchgroßmarkt vorbei, wird erkannt, dass ich das neue Leon-Kochbuch noch gar nicht gekauft habe. Prompt bekomme nur ich – individualisert also – eine SMS, die da sagt: „Bartelt, wenn du dich jetzt sofort dazu entscheidest, das neue Kochbuch bei uns zu kaufen, dann bekommst du – und nur du – 30% Rabatt!“. Könnte ich da noch widerstehen?

Es könnte auch für jeden Kunden steigende Staffelrabatte geben, je nachdem, wie oft er auf solche Angebote reagiert hat. Die technischen Möglichkeiten sind groß – und endlich scheint Werbung damit auch wieder an Akzeptanz zu gewinnen. Denn wenn sie uns nicht nervt, sondern einen Nutzen (nämlich Ersparnis) verspricht, dann sind wir ja durchaus bereit, solche Werbung dankbar als hilfreichen Hinweis zu sehen – und willkommen zu heißen.

Ohne Streuverluste ist der einzelne Konsument also künftig jederzeit nicht nur erreich- sondern auch aktivierbar. Ein Traum für’s Marketing… der zum Alptraum für uns werden könnte?

Die Zukunft des Marketing – Teil 1: Web 3.0

Das Web 2.0 hat uns vom reinen Konsumieren der Inhalte weggeführt hin zum Produzieren und Teilen von Inhalten (jeder kann content absondern und ihn auch verbreiten) und selbst das ist keine kommunikative Einbahnstrasse mehr, sondern dank der vielen Kommentarmöglichkeiten ein einfach zu führender Dialog.

Web 2.0 hat nicht nur unser Privatleben, sondern erst recht das Marketing und die Business-Welt richtig durchgeschüttelt. Die Verunsicherung, wie man damit denn nun umzugehen habe, ist in den Unternehmen immer noch groß, überzeugende Social Media Konzepte gibt es nur wenige. Daher die durchaus bange Frage: Was kommt nun als nächstes?

Technisch bewegen wir uns auf das sogenannte „Web 3.0“ zu, die „augmented reality“, was nichts anderes heißt, als dass wir mit unseren Smartphones in Zukunft mehr sehen werden als das, was da ist. Ein Beispiel:

 

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das erste Filmstudio die „Lola rennt“- Film-Tour für Berlin verkaufen wird… Doch auch jenseits touristischer Angebote gibt es eine Menge Einsatzmöglichkeiten:

 

Ist das wirklich die Zukunft? Nein, das ist schon längst die Realität. Smartphone-Besitzer können sich „layar“ runterladen, falls es nicht ohnehin schon Bestandteil des Smartphone-Angebotes ist:

 

Wie die Zukunft des Marketing aussehen könnte, das zeigt uns Keiichi Matsuda in seinen Video-Arbeiten:

Gut, das könnte jetzt leicht übertrieben wirken, aber nach dem layar-Video ist ja nix mehr auszuschliessen….

Augmented reality wird also nach und nach in unser Leben eindringen – und eines Tages wird unser Leben dann so aussehen (das Video ist in 3D – wer also noch eine alte 3D-Brille zuhause rumzuliegen hat, sollte sich dies auch unbedingt in 3D angucken! Alle anderen können von 3 auf 2D umschalten, ist aber nur der halbe Spaß!):

Die Zukunft sieht bunt aus – freut euch… 😉

 

 

ERGO sagt sorry – leider nicht für die Kampagne

Man glaubt es kaum, aber bei ERGO bewegen sie sich doch! Gut zwei Monate nach dem Bekanntwerden denkwürdiger Incentive-Reisen (sie haben eigentlich alles richtig gemacht…), denkwürdiger Trinkrituale (Tequila trinkt man durch die Nase…) und denkwürdiger Ansichten („unsere neue Kampagne hat ja eh noch keiner wahrgenommen“) kam man bei ERGO nun auf die Idee, dass eine Entschuldigung vielleicht gar nicht so fehl am Platze wäre…wow! Besser spät als gar nicht.

Doch das Timing war denkbar schlecht. Entschuldigungen sollten zeitnah kommen – und nicht erst, nachdem alle internen Instanzen daran herumgedoktert haben. Denn zwischenzeitlich existieren ja wunderbare Werbeparodien, die z.B.  aus ERGO „Orgie“ machen – und die mit Sicherheit länger in den Köpfen der Konsumenten hängen bleiben werden als eine großformatige Anzeige.

Und viel schlimmer noch: zeitgleich mit der Anzeige wurden neue Verkaufstricks der „grauen Herren“ ruchbar.

„Süddeutsche Zeitung “ und „Welt“ berichteten, dass Vertreter der Versicherung sich an den Haustüren gerne als Mitglieder eines Sozialvereines (DFV – Deutscher Familienverband) ausgeben, um somit Zugang zu den Kunden zu bekommen. Ziel: Versorgungslücken aufdecken und dann Versicherungen verkaufen.

„Auch die Ergo findet, alles sei in bester Ordnung. In einer Stellungnahme des Versicherers heißt es: „Unsere Außendienstpartner kontaktieren Privathaushalte mit einer Meinungsumfrage. In der Ansprache erklären sie, auf Empfehlung des DFV zu kommen und nutzen in diesem Zusammenhang ein Empfehlungsschreiben des DFV.“ Und genau so solle es auch bleiben.“

schreibt die SZ.

Ach, Marketingmensch bei der ERGO möchte ich im Moment aber auch nicht sein…

Übrigens: Ausdrücklich nicht entschuldigt hat sich ERGO für diese furchtbare Werbekampagne, mit der sie sich an die Kunden heranzuwanzen versuchte – ganz im Gegenteil, sie soll demnächst wieder aufgenommen werden…