Don’t believe the Hype!

Anläßlich meines Radio-Interviews in der Sendung „2auf1“ bei radio eins, das ihr hier nachhören könnt, möchte ich hier noch das ein oder andere zum Thema nachreichen.

Ein Hype, insbesondere ein Medienhype, entsteht, wenn eine Botschaft bei den Empfängern eine größere Resonanz auslöst als erwartet. Wenn sich auf einmal mehr Menschen für Julian Assange und Wikileaks interessieren, dann werden eben auch immer mehr Medien auf dieses Thema einsteigen, was wiederum dazu führt, dass sich immer mehr Leute dafür interessieren („wenn ja nun alle Medien darüber berichten, muss es wohl etwas wichtiges sein….“). Irgendwann ebbt das Interesse dann ab, entweder, weil es zu dem Thema nichts mehr zu sagen gibt, man es als langweilige Mogelpackung entlarvt hat oder andere, neue Hypes das alte Thema überlagern. Unter diesem Aspekt wird auch verständlich, warum es in diesem Winter so überhaupt gar keine Grippe-Warnung bzw. Impfungsaufforderung gab….

Selbstverständlich können Hypes auch künstlich erzeugt werden: Ich muss nur in erster Linie darauf achten, dass möglichst viele Multiplikatoren und Medien über mich berichten – ich benötige also die höchstmögliche Aufmerksamkeit. Das gelingt am besten, wenn es nicht um das Produkt an sich geht, sondern um Skandale, Wunder, Unglaubliches und Unerhörtes (bei Apple handelt es sich fast ständig um „Revolutionen“, wenn neue Produkte präsentiert werden…) drum herum. Dazu können sowohl die klassschen Medien benutzt werden, die sich ja auf jede noch so abstruse Nachricht stürzen, wenn sie nur Leser/Hörer/Zuschauer bringt, aber auch die Social Media Welt, die gerne bereit ist, gut gemachte und wohl inszenierte Botschaften weiter zu verbreiten.

Der Hype löst aber auch unglaubliche Erwartungen aus – und ich laufe als Produzent große Gefahr, dass mein Produkt diese Erwartungen nicht erfüllen kann und ich dementsprechend meine Kunden enttäusche: Vom Gipfel der überzogenen Erwartungen stürze ich in das tiefe Tal der Entäuschungen…

Dies sind in der Tat  Begriffe des „Hype-Zyklus“, den die Beraterin Jackie Fenn entwickelt und geprägt hat:

Spannend dabei ist, dass eine Produkt-Idee nach dem Tal der Enttäuschung nicht zwangsläufig vom Markt verschwinden muss, sondern es nach einer weiteren Phase besser, neu oder anders genutzt werden und sich auf einem „normalen“ Niveau weiterentwickeln kann. Ob das dann immer die Produkte des Hype-Verursachers sind oder eher die der nachziehenden Wettbewerber ist dabei offen.

Somit macht der Hype auch durchaus Sinn für den Markt bzw. den Wettbewerb, denn er kündigt Neues, Innovatives an. Und diese Innovation bekommt zudem gerade noch jede Menge Aufmerksamkeit….

Der Hype kündigt zudem einen kommenden Wandel an, denn natürlich werden von dem Hype auch andere „wachgerüttelt“ und schnellstmöglich beginnen, mit eigenen Produkten auf den Hype-Zug aufzuspringen. Denn den Hype als Hype abzulehnen, ist so ziemlich das Dümmste, was man tun kann. Der Hype kann eine Chance sein, denn er kündigt Veränderung an und so sollte jeder Hype – sofern er mein Business betrifft – von mir überprüft werden, ob und inwieweit ich ihn berücksichtigen muss, ob ich reagieren muss und was ich daraus ablesen und lernen kann.

Don“t believe the hype – but listen to it!

Ein Gedanke zu „Don’t believe the Hype!

  1. Pingback: H&M als „Verfechter des Gleichheitsgedankens“ – Design von der Stange | makketing

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