Besitz 2.0 – teilen statt horten

Ein wesentliches Merkmal des omnipräsenten Begriffes „Web 2.0“ besteht darin, dass wir nicht mehr nur Konsumenten sind, sondern aufgrund der vielen technischen Fortschritte jeder von uns auch Produzent von Inhalten sein kann und in der Lage ist, diesen in Social Networks  ganz leicht und einfach mitzuteilen.

Unsere Informationsgesellschaft, so wie wir sie lange Zeit gekannt haben, wurde dadurch bereits auf den Kopf gestellt: Wir benötigen keine Instanzen mehr, die Informationen sammeln und darüber entscheiden, was sie mitteilen und was nicht. Die klassischen Medien erholen sich nur sehr schwer von diesem Paradigmenwechsel – noch fehlen tragfähige Konzepte wie Redaktionen, Verlage usw. damit umgehen können.

Doch es geht nicht mehr nur noch um das Teilen von Informationen, sondern auch von Gütern: kollaborativer Konsum. Bestehender Besitz (gelesene Bücher, gesehen DVDs, getragene Kleidung) wird miteinander getauscht, Investitionsgüter nach Nutzung bezahlt statt angeschafft (Car- und Bike-Sharing, aber auch das Ausleihen von Werkzeug im Baumarkt). Wir bewegen uns weg vom „Hyperkonsum“ des letzten Jahrhunderts in eine Zeit, in der der Zugang zu Inhalten wichtiger ist als der Besitz des Mediums. Ich möchte Musik hören, muss dafür aber nicht mehr die CD besitzen.

Der folgende Clip zeigt wie „collaborative consumption“ sich in den USA bereits zum Mega-Trend entwickelt hat:

Es sind nun die herstellenden Unternehmen, die von dieser Entwicklung betroffen sind: Geteilter Konsum bedeutet, dass weniger benötigt, weniger eingekauft wird. Eine geringere Nachfrage lässt sich nun nicht mehr mit größerem Marketingaufwand begegnen, viele Produkte werden sich nicht in den gewohnten Mengen weiterhin am Markt verkaufen lassen. Stattdessen werden neue Geschäftsmodelle ihren Weg finden. So wenig wie die Medien auf diese „Revolution“ vorbereitet waren, scheinen auch die produzierenden Firmen die Entwicklung nicht wirklich wahrzunehmen. Doch: Tauschen und Teilen ist das neue „Shoppen“.

Denn gerade in Zeiten, in denen wir alle mobiler werden (gleich ob körperlich oder geistig), wollen wir weniger Ballast mit uns rumschleppen.

Hier noch ein Video mit dem TEDx-Vortag von Rachel Botsman zu diesem Thema:

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